Miguel Almirón geht in die WM-Geschichte ein – allerdings aus unrühmlichen Gründen. Paraguays Mittelfeldspieler sah in der 1:0-Sieg gegen die Türkei die erste Rote Karte, weil er sich die Hand vor den Mund hielt.
WM 2026: Neue Regel sorgt für Rot-Premiere
Neue Regel sorgt für Rot-Premiere
Die FIFA hatte nach dem Vorfall um Benficas Gianluca Prestianni, der Real Madrids Vinícius Júnior im Playoff-Duell der Champions League rassistisch beleidigt haben soll, eine Regeländerung beschlossen, die nun auch das Verdecken des Mundes bei Auseinandersetzungen mit Gegenspielern unter Strafe stellt.
VAR überführt Almirón
Dies wurde nun Almirón in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum Verhängnis. Was war passiert? Im Mittelfeld kam es zu einer Rudelbildung, dabei gerieten auch Mert Müldür und Almirón aneinander. Anschließend gab es wütende Proteste der Türken – und der VAR schaltete sich ein.
Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador schaute sich die Situation nochmals in der Review-Area an. Anhand der Fernsehbilder war zu erkennen, wie sich Almirón während des Wortgefechts mit Müldür das Trikot über den Mund zieht. Schiedsrichter Barton zückte daraufhin Rot und schickte den Profi von Atlanta United vom Feld.
Für diese Art der Bestrafung hatte sich FIFA-Präsident Gianni Infantino im Frühjahr höchstpersönlich eingesetzt – Anlass war der Fall Prestianni.
„Es muss vermutet werden, dass ein Spieler etwas gesagt hat, das er nicht hätte sagen dürfen – sonst hätte er seinen Mund nicht bedecken müssen“, sagte Infantino damals. Eine Hinausstellung sei eine Maßnahme, „die wir ergreifen müssen, wenn wir es mit unserem Kampf gegen Rassismus ernst meinen“.
Das International Football Association Board (IFAB) hatte im April die Regeländerung für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada beschlossen.
Schiri setzt Zeitspielregel konsequent um
Die Partie zwischen der Türkei und Paraguay war insgesamt hitzig. Schiedsrichter Barton setzte auch die neue Zeitspielregel konsequent um, was bei einigen Einwürfen zum Wechsel des Ballbesitzes führte. In der 37. Minute sah die Bank der Paraguayer zudem Gelb wegen Reklamierens. Im zweiten Durchgang würde auch noch Türkei-Trainer Vincenzon Montella wegen Meckerns verwarnt.
Die Südamerikaner entschieden die Partie durch einen Treffer von Matias Galarza (2.) bereits in der Anfangsphase. Zugleich besiegelte Paraguay das vorzeitige Aus der Türkei, die nach zwei Niederlagen schon keine Chancen mehr auf das Erreichen der K.o.-Phase hat.