Es war keine Laufkundschaft, mit der es Yan Diomande, Offensivmann der Elfenbeinküste, am ersten Spieltag der Weltmeisterschaft zu tun bekam. Die ecuadorianische Hintermannschaft präsentierte sich in der WM-Qualifikation schließlich äußerst sattelfest und kassierte mit nur fünf Treffern in 18 Spielen die wenigsten Gegentore Südamerikas.
WM 2026: Abwehrstar chancenlos! Eine Warnung an Deutschland
Diese Zahlen sollten Deutschland warnen
Nicht zuletzt dank Arsenal-Verteidiger Piero Hincapié, der mit den Gunners eine bärenstarke Saison spielte und gegnerische Angreifer in aller Regelmäßigkeit zur Verzweiflung brachte. Nicht so Diomande, der sein Tempo und seine Dribbelstärke geschickt auszunutzen wusste, um Linksverteidiger Hincapié das eine oder andere Mal richtig alt aussehen zu lassen. Auch wenn RB Leipzigs Wirbelwind seine Füße beim späten 1:0-Siegtreffer nicht im Spiel hatte (90. Minute, Amad), drückte er der Partie seinen Stempel auf.
Die Daten sprechen Bände und lassen am Verteidiger der Gunners kein gutes Haar. Laut dem Datendienst Opta wurde Hincapié viermal ausgespielt – so oft wie kein anderer Verteidiger bis zu diesem Zeitpunkt in einem Spiel der Weltmeisterschaft 2026. Und: In 39 Einsätzen für Arsenal (Saison 2025/26) wurde der Ecuadorianer nur 19 Mal ausgespielt (0,62 Mal pro 90 Minuten).
Diomande knackt WM-Rekord
Verantwortlich für Hincapiés enttäuschenden WM-Auftakt – nach rund einer Stunde wurde er von seinem Trainer erlöst – war in erster Linie sein direkter Gegenspieler Diomande. Dessen Statistiken lesen sich deutlich besser.
So ist der Rechtsaußen der erste Spieler seit Beginn der Opta-Aufzeichnungen (1966), der in einem WM-Spiel gleichzeitig fünf oder mehr Tacklings erfolgreich bestritt (fünf), zehn oder mehr Zweikämpfe für sich entschied (elf) und zehn oder mehr Ballkontakte im gegnerischen Strafraum hatte (zwölf).
Wirklich überraschend kam die starke Vorstellung nicht. Schließlich spielte sich der pfeilschnelle Offensivakteur in seiner ersten Saison bei RB Leipzig nachhaltig ins Rampenlicht. Der 19-Jährige sammelte in 33 Partien schließlich 21 Scorerpunkte (neun Assists und zwölf Tore) und weckte damit internationale Begehrlichkeiten.
Auch Julian Nagelsmann wird sicherlich bereits von der enormen Dribbling- und Abschlussstärke des Bundesligaakteurs gehört haben. Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es am Samstag mit den Ivorern zu tun (22 Uhr, live im SPORT1-Ticker). Würde Diomande im 4-4-2-System der Faé-Elf erneut den rechten Flügel bekleiden, wäre Nathaniel Brown sein Gegenspieler – falls Nagelsmann sich erneut für diese Option entscheiden sollte.
Tut Diomande auch Deutschland weh?
Der Linkverteidiger könnte mit breiter Brust in das Duell gehen. Schließlich ist der SGE-Verteidiger seit Wochen im Aufwind, verdrängte Diomande-Teamkollege David Raum auf die Bank und belohnte sich für seinen starken Auftritt gegen Curacao mit seinem ersten Länderspieltreffer.
Klar ist, dass Diomande den Frankfurter Außenverteidiger, der immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wurde, ganz anders fordern wird. Es ist ein ganz unangenehmer Gegenspieler, der sofort das Eins-gegen-eins sucht, seine Dribbling-Qualitäten clever einsetzt, selbst den Abschluss sucht und auch stets ein gutes Auge für den besser positionierten Mitspieler hat.
Und vor allem ist er schnell. TV-Experte Robert Andrich sagte beim MagentaTV anerkennend: „Der hat einen Motor unterm Arsch“. Man könne Wirkung eines solchen Ausnahmekönners zwar eindämmen, die Geschwindigkeit könne man ihm aber nicht nehmen.
Und so wartet auf Deutschland ein Spieler, der den Verteidiger eines Champions-League-Finalisten düpieren kann und nun der deutschen Nationalelf wehtun möchte.