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WM: Debatte reißt nicht ab! Nur eines kann Sané jetzt helfen

Nur eines kann Sané jetzt helfen

Auch im Spiel gegen die Elfenbeinküste wird Julian Nagelsmann auf Leroy Sané setzen. In Teilen der Öffentlichkeit hat der aber bereits den Rückhalt verloren.
Leroy Sané sah sich nach dem 7:1 gegen Curaçao vieler Kritik ausgesetzt. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann unverständlich. Vor der Partie mit der Elfenbeinküste stärkte er Sané auch noch den Rücken.
Auch im Spiel gegen die Elfenbeinküste wird Julian Nagelsmann auf Leroy Sané setzen. In Teilen der Öffentlichkeit hat der aber bereits den Rückhalt verloren.

Viel zu interpretieren gab es am Freitagabend in Toronto nicht: Zwar verriet Julian Nagelsmann keine Details seiner Aufstellung, doch wenn man alle Indizien zusammennimmt, darf man davon ausgehen, dass gegen die Elfenbeinküste (ab 22 Uhr im LIVETICKER) auch jene elf Männer von Beginn an auf dem Platz stehen werden, die bereits gegen Curacao starteten. Also auch Leroy Sané.

„Gut hat er trainiert. Ich wüsste jetzt nicht, warum ich ihn nicht spielen lassen soll“, erklärte Julian Nagelsmann am Vorabend der Partie. Er sei niemand, der sich von externen Meinungen treiben lasse.

Es sind Worte, die der Bundestrainer auch in anderen Fällen bereits wählte und seine Arbeit dann doch etwas anpasste. Die Nominierung von Manuel Neuer und die neue Wertschätzung für Deniz Undav sind Beispiele dafür.

Klopp bringt Leweling ins Spiel

In der Causa Sané bleibt Nagelsmann aber eisern und stellt sich vor seinen Schützling. Doch vom „Schattentrainer“ kam bereits ein Ratschlag: „Ich will jetzt keinen neuen Namen ins Spiel bringen, aber man kann darüber nachdenken, ob nicht Leweling vielleicht auf der Seite eher dazu da ist, den Josh Kimmich zu unterstützen“, sagte Jürgen Klopp bei Magenta TV.

Dem Bundestrainer dürften solche Ratschläge nicht unbedingt gefallen. Wenn ein TV-Experte behauptet, er wolle keinen neuen Namen ins Spiel bringen, es dann aber doch tut, handelt es sich um einen eher bittersüßen Ratschlag.

Die Debatte kommt jedoch nicht von ungefähr. Leweling überzeugte immer wieder durch seine intensive Arbeit gegen den Ball und seine Bereitschaft, Defensivaufgaben zu übernehmen. Gerade gegen einen körperlich starken Gegner wie die Elfenbeinküste könnte dieses Profil gefragt sein. Diese Fähigkeiten werden Sané aber ebenfalls bescheinigt.

Nagelsmann verteidigt Sané

„Man hat ihm lange Zeit immer angekreidet, dass er vielleicht nicht den Fleiß hat und sich nicht viel bewegt. Aber das hat er absolut gemacht in dem Spiel [gegen Curacao]“, sagte Nagelsmann und führt den Umgang mit dem 30-Jährigen auf ein psychologisches Phänomen zurück.

„Wenn man einen Menschen irgendwann mal in einer gewissen Schublade hat und ihn charakterisiert, dann wird alles, was man ansatzweise in diese Richtung sieht, um ein Vielfaches schlimmer bewertet. Und in dem psychischen Moment sind wir gerade bei ihm.“

Aus der Sicht eines verantwortungsvollen Bundestrainers scheint es also keine Option zu sein, einen Spieler, dem das Vertrauen der Fans weitgehend fehlt, mitten im Turnier das Vertrauen zu entziehen.

Mentale Aufbauhilfe bei der WM?

Doch ist eine Weltmeisterschaft andererseits das richtige Pflaster, um mentale Aufbauhilfe zu leisten? Die Aufmerksamkeit ist maximal, die Bewertungen sind härter und die Geduld geringer als im Ligaalltag. Wer im Fokus steht, wird nach jeder Aktion beurteilt.

„Ich kann euch versichern: Ihn stört es nicht. Es beschäftigt dann eher mich, weil ich es ungern habe, dass über meine Spieler so etwas geschrieben wird“, erklärte Nagelsmann auf Nachfrage von SPORT1 und schob nach: „Es liegt an ihm, dass ihr besser über ihn schreibt.“

Trotzdem bleibt die Frage vor dem Duell mit der Elfenbeinküste: Schafft es Sané, die Öffentlichkeit zu überzeugen?

Sané muss sich beweisen

Denn das psychologische Phänomen, das Nagelsmann anspricht, existiert durchaus. Spieler werden über Jahre mit bestimmten Attributen versehen. Einmal entstandene Bilder lassen sich nur schwer korrigieren. Jeder Fehlpass bestätigt dann scheinbar das Vorurteil, während positive Aktionen schneller übersehen werden.

Für Sané bedeutet das: Er braucht vermutlich nicht nur ein solides Spiel gegen die Elfenbeinküste. Er braucht einen Auftritt, der keine Interpretationsspielräume mehr zulässt. Die Chance dazu bekommt er nun in Toronto.