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WM: Er ist "Buffons japanischer Erbe"

Stoppt er auch Brasilien?

Aufgewachsen in Japan, Karriere in Italien und jetzt im Geburtsland USA bei der WM. Dort bringt Zion Suzuki derzeit seine Gegner zur Verzweiflung. Wenn es nach dem japanischen Keeper geht, ist das erst der Anfang.
Das 1000. WM-Spiel zwischen Tunesien und Japan ist ein eindeutiges.
Aufgewachsen in Japan, Karriere in Italien und jetzt im Geburtsland USA bei der WM. Dort bringt Zion Suzuki derzeit seine Gegner zur Verzweiflung. Wenn es nach dem japanischen Keeper geht, ist das erst der Anfang.

Wenn Zion Suzuki an seine Kindheit denkt, leuchten seine Augen. „Meine früheste Erinnerung ist, dass ich den Ball immer und immer wieder gestoppt habe“, erzählt der 23-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, „und dass ich daran irgendwie meinen Spaß hatte“.

Das hat er bis heute – sei es als „japanischer Erbe“ der italienischen Torhüter-Legende Gianluigi Buffon in Parma oder als Rückhalt der „Blauen Samurai“ bei der WM.

WM: Japan ungeschlagen in die K.o.-Phase

Denn bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada bringt der junge Keeper derzeit seine Gegner reihenweise zur Verzweiflung. Dass Japan in einer Gruppe mit den Niederlanden (2:2), Tunesien (4:0) und Schweden (1:1) ungeschlagen ins Sechzehntelfinale marschierte, ist zu einem großen Teil auch sein Verdienst.

Dabei lief es im Nationalteam auch schon ganz anders. „Am Anfang habe ich eine Reihe von Fehlern gemacht und meine Unerfahrenheit gezeigt“, gab er im Gespräch mit der offiziellen FIFA-Seite vor der WM zu. Jetzt aber habe er „das Gefühl, dass ich dem Team durch meine Mentalität Stabilität geben kann.“

Die wird es jetzt auch brauchen: In der K.o.-Runde wartet mit Brasilien um Starstürmer Vinicius Junior am Montag (ab 19 Uhr im LIVETICKER) eine riesige Herausforderung.

Suzuki wechselt zum Ex-Buffon-Klub

Doch damit kennt Suzuki sich aus. Als Sohn eines Ghanaers und einer Japanerin wurde er in Newark, New Jersey, geboren, seine ersten fußballerischen Schritte machte er aber in der Heimat seiner Mutter.

Nach einer Station beim belgischen Klub Sint-Truidense wagte er den Sprung in die italienische Serie A zu Parma Calcio – wo einst der große „Gigi“ Buffon seine Weltkarriere begann und sie 2023 auch beendete.

Handbruch bringt WM in Gefahr

Die Nachfolge des Weltmeisters von 2006 anzutreten, sei „eine große Sache“, schrieb die spanische Zeitung AS nach seinem Wechsel 2024 über „Buffons japanischen Erben“. Doch der Youngster setzte sich als Stammkeeper durch und ist mittlerweile auch in der Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken.

Dabei stand über seiner Teilnahme an der WM vor nicht allzu langer Zeit noch ein dickes Fragezeichen: Im November 2025 brach er sich im Duell mit Milan die linke Hand – ein Umstand, der ihn das Turnier hätte kosten können.

„Das Schwierigste war die Rückkehr auf den Platz. Es hat Zeit gebraucht, bis ich mein Gefühl wiedergefunden hatte“, blickte er vor der WM zurück. Die Bewährungsprobe im März mit zwei 1:0-Siegen in England und Schottland bestritt er dann aber wieder mit Bravour.

„Auswärtssiege gegen europäische Topteams zu holen war sehr wichtig und mir hat es viel Selbstvertrauen gebracht, bei solchen Spielen ohne Gegentor zu bleiben“, stellte Suzuki klar.“

Darum spielt Suzuki für Japan

Dass er einmal für Japan auflaufen werde und nicht für sein Geburtsland oder die Heimat seines Vaters, war Suzuki schon früh klar. Seine japanische Seite sei stärker, antwortete er einmal auf die Frage, ob er ein Weltbürger sei.

„Für Japan zu spielen ist meine größte Motivation. Unter Druck zu performen, wenn Ergebnisse erwartet werden, darauf freue ich mich wirklich, meinte er vor der WM. In Japan sei er aufgewachsen, dort spiele er Fußball. Und hat dabei die höchsten Ansprüche an sich selbst.

Suzuki strebt nach den größten Zielen

„Ich will einer der besten Torhüter der Welt werden“, Champions-League-Sieger gar, zitierte der Guardian Suzuki. Vielleicht, räumte er ein, klinge das „unrealistisch, wie etwas aus einem Anime“.

In den japanischen Zeichentrickfilmen und -serien sind der Fantasie meist keine Grenzen gesetzt. Wer weiß schon, ob sein ambitionierter Weg ihn nicht schon früher als gedacht auf den WM-Thron führt?

Das Finale findet am 19. Juli im MetLife Stadium in New Jersey statt – unweit des Ortes, an dem die Geschichte Suzukis vor etwas mehr als 23 Jahren begann.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)