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Messi und Ronaldo nicht mal nah dran: Sein WM-Rekord ist unerreicht

Sein WM-Rekord bleibt unübertroffen

Diesen WM-Rekord konnten weder Messi noch Ronaldo annähernd gefährden: Just Fontaine schoss einst 13 (!) Tore bei einem einzigen Turnier. Vier Jahre später endete seine Karriere unfreiwillig.
Just Fontaine schrieb im Jahr 1958 WM-Geschichte
Just Fontaine schrieb im Jahr 1958 WM-Geschichte
© IMAGO / Horstmüller
Diesen WM-Rekord konnten weder Messi noch Ronaldo annähernd gefährden: Just Fontaine schoss einst 13 (!) Tore bei einem einzigen Turnier. Vier Jahre später endete seine Karriere unfreiwillig.

Die 13 steht in vielen Kulturkreisen für Unglück. Für Just Fontaine wurde sie hingegen zur Glückszahl – sie brachte ihm Ruhm für die Ewigkeit.

Mit unglaublichen 13 Treffern bei nur einer WM schrieb der Franzose Geschichte, so häufig traf bis heute niemand mehr bei einer Endrunde. Und seit vielen Jahren ist niemand auch nur nahe rangekommen – weder Messi noch Ronaldo (I und II) noch sonst irgendwer.

Während bei der WM 2026 diverse Torrekorde fallen, spricht vieles dafür, dass der von Fontaine tatsächlich für immer unerreichbar sein wird. Wie aber hat der 2023 verstorbene Fontaine das Unglaubliche vollbracht?

Just Fontaine: Ein WM-Rekord für die Ewigkeit

Als vor 67 Jahren bei der WM 1958 in Schweden der Stern von Pelé aufging, war Fontaine der zweite Offensivspieler, der im Mittelpunkt stand. Während der damals 17 Jahre junge Pelé mit Brasilien Weltmeister wurde, führte der unaufhaltsame Fontaine Frankreich erstmals in ein WM-Halbfinale – und sprengte dabei alle bis dahin gültigen Torrekorde.

Drei Tore gegen Paraguay (7:3) erzielte der damals 24 Jahre junge Fontaine, zwei gegen Jugoslawien (2:3), eins gegen Schottland (2:1), zwei gegen Nordirland (4:0), eins bei der Niederlage gegen Brasilien (2:5) und vier gegen Deutschland (6:3) im Spiel um Platz drei.

Fontaine löste damit Ungarns Wunderstürmer Sandor Kocsis als treffsichersten Stürmer der WM-Geschichte ab – im Laufe eines einzelnen Turniers (Kocsis traf bei der WM 1954 elfmal) und damals auch überhaupt.

Eigentlich wollte er Radrennfahrer werden

Just – der Gerechte, so die wörtliche Übersetzung seines Vornamens – wurde am 18. August 1933 in Marokko, in Marrakesch, geboren, seinerzeit war das Land französisches Protektorat, wie Kolonien vornehm umschrieben wurden. Sein Vater sah ihn als Leichtathlet oder Basketballer, er selbst wollte mal Radrennfahrer werden.

Über USM Casablanca ging es aber als Fußballer zu OGC Nizza. 1956 wechselte Fontaine zum damals legendären Verein Stade Reims, er stand 1959 im Finale des Europapokals der Landesmeister gegen Real Madrid (0:2).

Für das Aufgebot der WM 1958 war Fontaine eigentlich gar nicht vorgesehen. Nur die Verletzung von Thadee Cisowski verhalf ihm zum Kaderplatz – ein Glück für sein Team.

Verletzungspech beendete Karriere früh

Verrückt, aber wahr: Fontaines Ausbeute hätte noch höher ausfallen können. „Wir hatten ja auch noch einen Elfmeter, aber die durfte nur Raymond Kopa schießen“, berichtete Fontaine einmal – und er wandte sich an seine potenziellen Nachfolger: „Es kann ja sein, dass irgendwann irgendwer meinen Rekord knackt. Nur: Niemand sollte vergessen, dass wir damals nur sechs Spiele hatten.“

Ganze 21-mal stürmte Fontaine für die Nationalmannschaft. Genug für 30 Treffer, fast die Hälfte davon bei jenem Turnier in Schweden.

Dass 1958 für ihn ein One-Hit-Wonder blieb, lag auch am Verletzungspech: Ein doppelter Beinbruch, seinerzeit ein schwer behebbares medizinisches Problem für einen Profisportler, beendete quasi schon 1960 Fontaines Karriere, Comeback-Versuche blieben ungekrönt. Nach einem weiteren Beinbruch war 1962 mit 28 Jahren endgültig Schluss. Seine Profizeit währte nicht einmal ein Jahrzehnt. In seiner zweiten Karriere Trainer – unter anderem des Nationalteams von Marokko und der Equipe Tricolore – blieb Fontaines Bilanz eher bescheiden.

Bei der WM 2026 nahm Mbappé ihm einen Rekord ab

Fontaine blieb noch 16 Jahre der WM-Toptorjäger, ehe ihn Gerd Müller 1974 ablöste. Vergleiche mit dem „Bomber der Nation“, der für 14 Treffer zwei Endrunden brauchte, kommentierte Fontaine so: „Ich war schneller als er, er hatte den besseren Torinstinkt.“

WM-Rekordtorschütze Frankreichs blieb Fontaine bis zum aktueller Turnier, bei dem ihn Kylian Mbappé übertrumpfte. Mbappé (2022 in Katar) war gemeinsam mit Brasiliens Ronaldo 2002 auch der einzige, der in den vergangenen 56 Jahren acht Tore bei einem Turnier schaffte – der höchste Wert, der seit Müllers zehn Toren 1970 von den Erben der Legenden erzielt wurde.

Dank des Sommers 1958 ist und bleibt Fontaine unübertroffen und einer der Größten, die der französische Fußball jemals hervorgebracht hat.

Kein Wunder also, dass Staatspräsident Emmanuel Macron große Worte fand, als Fontaine am 1. März 2023 im Alter von 89 Jahren in Toulouse verstarb: „Gemeinsam mit Kopa hat er das erste Epos des französischen Fußballs geschrieben. Just Fontaine wird für immer unser Gründungsmythos bleiben.“
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)