WM 2026>

4:1 gegen Bosnien! Freiburg-Youngster brilliert bei WM

Joker-Duo verzaubert die Schweiz

Die Eidgenossen zeigen zunächst eine ideenlose Vorstellung. Spät werden sie von einem Freiburger und einem weiteren Joker erlöst. Dann überschlagen sich die Ereignisse.
Johan Manzambi hat die gesamte Schweiz im WM-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina erlöst. Der Freiburger traf zur Führung der Eidgenossen.
Die Eidgenossen zeigen zunächst eine ideenlose Vorstellung. Spät werden sie von einem Freiburger und einem weiteren Joker erlöst. Dann überschlagen sich die Ereignisse.

Erst ideenlos, dann mit Wucht: Die Schweiz hat dem Druck dank den Super-Jokern Johan Manzambi und Ruben Vargas standgehalten und bei der WM Kurs auf die K.o.-Runde genommen. Die Eidgenossen gewannen ihr zweites Gruppenspiel gegen Bosnien und Herzegowina um Schalke-Torjäger Edin Dzeko mit 4:1 (0:0).

Manzambi (74./90.) küsste die Schweizer mit einem Doppelpack nach seiner Einwechslung wach, auch der einstige Augsburger Vargas traf (84.) und legte zudem den zweiten Manzambi-Treffer auf. Die Nati hat mit vier Punkten nun beste Karten für das Weiterkommen, doch auch die Bosnier (1) haben angesichts der abschließenden Partie gegen Außenseiter Katar noch Chancen auf das Sechzehntelfinale.

Manzambi sticht als Joker: „Wie ein Traum“

Kapitän Granit Xhaka (90.+7, Foulelfmeter) traf in Los Angeles zum Endstand für die Mannschaft von Trainer Murat Yakin, die bei einer WM-Endrunde zum vierten Mal in Folge die K.o.-Phase erreichen will und in der Schlussphase in Überzahl agierte. Bosniens Tarik Muharemovic (80.) sah nach einer Notbremse die Rote Karte, Ermin Mahmic (90.+3) gelang in der Nachspielzeit dennoch der Ehrentreffer.

Mit 20 Jahren und 247 Tagen ist Manzambi nun der drittjüngste Torschütze in der Schweizer WM-Historie. Jünger waren nur Charles Antenen (20 Jahre, 241 Tage – 1950) und Alfred Bickel (20 Jahre, 28 Tage – 1938). „Das ist wie ein Traum, dass ich bei einer WM spielen kann. Dann zwei Tore zu schießen und Player of the Match – heute Abend kann ich sicher nicht schlafen“, freute sich der Doppeltorschütze nach der Partie.

WM: Schweizer Unruhe abgelegt

Die angebliche Unruhe im Lager der Schweizer, die nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Katar zum Auftakt laut Berichten aufgekommen war, dürfte sich nach dem Sieg zumindest ein wenig legen. Zum Gruppenabschluss bekommt es die Schweiz mit Co-Gastgeber Kanada zu tun.

Nach dem verpatzten Auftakt und der Generalkritik von Granit Xhaka („Wir müssen mit beiden Beinen auf den Boden kommen“) hatte es Berichte über schlechte Stimmung im Schweizer Team gegeben, die Mittelfeldspieler Remo Freuler relativierte. Die Stimmung sei „immer noch gut“, sagte er, aber sein Team müsse auch „kritisch sein“ und aus Fehlern lernen. Und das taten die Schweizer offenbar, der leichte Favorit trat von Beginn an dominant auf.

Xhaka zeigte seine Reaktion in Form seines Torjubels, bei dem er die rechte Hand wie einen redenden Mund bewegte, ganz im Sinne von „Lass sie reden“. „Vielleicht brauche ich ja auch ein bisschen diese Provokationen, diese Meinungen von außen. Für mich zählt eins: auf dem Platz. Für mich zählt, dass die Mannschaft hinter mir steht, dass der Trainer hinter mir steht. Dieses Gefühl habe ich von den ersten Tagen an bis heute gehabt und alles andere ist nicht meine Sache“, erklärte der Kapitän nach der Partie.

Schweiz dreht nach dem Seitenwechsel auf

Xhaka ordnete im Zentrum das Spiel der Nati, Dan Ndoye schoss beim ersten Abschluss der Partie ans Außennetz (10.). Dzeko, der hinter Cristiano Ronaldo und Luka Modric zum drittältesten Startelf-Profi der WM-Geschichte aufstieg, hatte zunächst keine Bindung zum Spiel. Die Schweiz war in einer zähen Partie gefährlicher, Freulers Distanzschuss (23.) flog links am Tor vorbei. Den Schweizern fehlten ansonsten die Ideen, Bosnien stand kompakt und traute sich hin und wieder in die Offensive. Es entwickelte sich ein Spiel mit niedrigem Unterhaltungswert.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Die Schweizer rannten an, ohne in die gefährlichen Zonen zu kommen. Dann sorgte Ndoye für das erste große Highlight der Partie: Seinen Fallrückzieher parierte St. Paulis Nikola Vasilj stark (56.). Auf der Gegenseite musste Dortmunds Gregor Kobel erstmals ran, als er einen wuchtigen Abschluss von Bosniens Amar Dedic entschärfte (69.).

Dann kam und traf Manzambi mit einem wuchtigen Volleyschuss, und endlich nahm das Spiel Fahrt auf. „Ja, natürlich, wenn ich spiele, will ich immer einen Impact haben. Und auch wenn ich reinkomme, will ich meiner Mannschaft helfen. Und heute denke ich, dass ich der Mannschaft gut geholfen habe“, erklärte er auf Nachfrage.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)