WM 2026>

Deutsches Tor aberkannt - Experten fassungslos

VAR-Wut! Nagelsmann poltert

Jonathan Tah sieht in der Verlängerung gegen Paraguay bereits wie der Held aus - doch dann kassiert der VAR seinen Treffer zur deutschen Führung ein. Die Begründung sorgt für Kritik.
Jürgen Klopp hat sich in der Halbzeitpause zwischen Deutschland und Paraguay heftig über den Auftritt des DFB-Teams echauffiert.
Jonathan Tah sieht in der Verlängerung gegen Paraguay bereits wie der Held aus - doch dann kassiert der VAR seinen Treffer zur deutschen Führung ein. Die Begründung sorgt für Kritik.

Über dieses VAR-Eingreifen wird noch lange gesprochen werden. Bei der 4:5-Niederlage nach Elfmeterschießen im WM-Sechszehntelfinale gegen Paraguay sah Deutschlands Jonathan Tah nach seinem Kopfball-Tor zum 2:1 (103. Minute) in der Verlängerung bereits wie der Held aus – doch dann wurde das Tor aberkannt!

„Wir machen ein Tor, was ein Skandal ist, dass der das zurückpfeift“, schimpfte Bundestrainer Julian Nagelsmann im ZDF: „Keine Ahnung, was er da gesehen hat. Das ist echt ein Witz.“

VAR-Wut! Nagelsmann schimpft über „Voll-Skandal“

Der 38-Jährige fühlte sich an den Nicht-Elfer bei der EM 2024 gegen Spanien erinnert und polterte weiter: „Das ist eine ähnliche Situation. Es gibt Spiele, wo du in der Lage bist, viele Tore zu machen und es gibt Spiele, die du dreckig gewinnen musst. Und das hätten wir wahrscheinlich dreckig gewonnen. Ich sehe es gerade nochmal: Es ist nicht nur ein Skandal: Es ist ein Voll-Skandal. Das ist nicht mal ansatzweise ein Foulspiel.“

Bei Magenta zeigte sich auch Experte Jürgen Klopp fassungslos. „Wenn das Tor nicht irregulär ist, dann ist Arsenal nicht englischer Meister. Die haben 60 Prozent ihrer Tore so geschossen. Das ist brutal.“

Ähnlich schockiert war Schiedsrichter-Experte Manuel Gräfe. „Ein Witz, dieses 2:1 abzuerkennen! Aber, das passt nahtlos zu den zum Zeil skandalösen Entscheidungen bei dieser WM! Kontakt ja, Foul niemals. (…) Grotesk!“, schimpfte Gräfe auf X.

Anders sah es der frühere Freiburg-Trainer Christian Streich im ZDF. „Ich habe es anders gesehen. Ich bin kein Schiedsrichter. Für mich ist es so: Der Torwart will raus und der Anton – könnte man sagen – blockt ihn“, meinte Streich: „Er (Gill, Anm. d. Red.) will zum Ball. Für mich ist die Frage, ob er zum Ball kommt oder nicht. Das ist die Frage. Und Waldemar Anton dreht sich zu ihm und er kann nicht raus. Blocken im Spiel ist für mich normal ein Foul.“

Diese Szene kostet Deutschland das 2:1

Aber was war überhaupt passiert? Nach einer Ecke von Nathaniel Brown hatte Tah am langen Pfosten wuchtig eingeköpft – doch in der Entstehung wurde Waldemar Antons Zweikampf mit Paraguays Torhüter Orlando Gill nach VAR-Intervenieren von Schiedsrichter Jalal Jayed als Foulspiel beurteilt.

Für Ex-Schiedsrichter und TV-Experte Patrick Ittrich völlig unverständlich: „Für mich ist das zu kleinlich. Natürlich gibt es einen Kontakt mit dem Torwart, aber ich sehe kein Wegstoßen, kein Wegdrücken, kein Festhalten“, beurteilte der 47-Jährige die Situation bei MagentaTV.

Gill war nach leichtem Kontakt mit Anton zu Boden gegangen, stand bei Tahs Kopfball aber bereits wieder. Während Schiedsrichter Jayed sich die Szene am VAR-Monitor an der Seitenlinie ansah, gab es hitzige Diskussionen mit den Lagern beider Mannschaften. Bundestrainer Julian Nagelsmann und sein Gegenüber Gustavo Alfaro zeigte der marokkanische Unparteiische in der Folge die Gelbe Karte.

WM: Schiedsrichter-Experte fällt klares Urteil

„Den Schutz im Fünfmeterraum gibt es nicht mehr. Er hat nicht in den Arm gegriffen, er hat ihn nicht weggedrückt, er hat ihn nicht festgehalten“, führte Ittrich aus. Seiner Expertise nach hätte der Video-Assistent nicht eingreifen sollen. „Er hat tendenziell ein bisschen geschoben – das ist irgendwie ok, im Rahmen, aber nicht in der Form, dass man hier hätte als VAR eingreifen können oder sollen.“

„Ganz davon abgesehen kann der Schiedsrichter seine Entscheidung ja auch nochmal bewerten, nachdem er die Bilder gesehen hat“, schob Ittrich hinterher.

Das Urteil des langjährigen Bundesliga-Schiedsrichters fiel deutlich aus: „Für mich daher nicht die richtige Entscheidung. Für mich am Ende leider die falsche Entscheidung vom Schiedsrichter und nicht korrekt.“

Gräfe verglich die Szene noch mit einem vermeintlich elfmeterwürdigen Foul an Leon Goretzka, der im gegnerischen Sechzehner gehalten worden war. „Wenn man das von Anton pfeift, dann muss man auch vorher das klare Halten an Goretzka pfeifen und Elfmeter geben. (…) Absoluter Witz, aber passt leider zur WM!“, schrieb Gräfe.

Das Ergebnis des VAR-Wirbels: Deutschland musste ins Elfmeterschießen – und verlor am Ende mit 4:5.