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ZDF-Kommentator rechnet mit FIFA ab

ZDF-Kommentator rechnet mit FIFA ab

Oliver Schmidt zählt bei der WM zum Kommentatoren-Team des ZDF. Beim Spiel zwischen Uruguay und Saudi-Arabien übt er scharfe Kritik an der FIFA.
Gianni Infantino hält die hohen Ticketpreise bei der Weltmeisterschaft für gerechtfertigt. Künstliche Preiserhöhungen durch Kauf und hohen Verkauf sind für den FIFA-Präsidenten akzeptabel.
Oliver Schmidt zählt bei der WM zum Kommentatoren-Team des ZDF. Beim Spiel zwischen Uruguay und Saudi-Arabien übt er scharfe Kritik an der FIFA.

Es ist eines der unerfreulichen Themen dieser Weltmeisterschaft: die absurden Kartenpreise in den Stadien. Ticketkosten im hohen dreistelligen Bereich sind beim Turnier in Nordamerika Normalität. Genau darüber hat sich jetzt auch ZDF-Kommentator Oliver Schmidt im Rahmen der Partie zwischen Uruguay und Saudi-Arabien (1:1) beschwert.

Kurz bevor die Spieler den Rasen betraten, meinte er mit Blick auf die Tribünen: „Leider, leider, leider – das hat keine Partie bei dieser Weltmeisterschaft verdient: einige Lücken auf den Zuschauerrängen. Über 60.000 passen hier rein ins Stadion der Miami Dolphins. Auch schon der Super Bowl hat hier stattgefunden. Tja, die FIFA bekommt die Quittung für die völlig überteuerten Tickets zu diesem Turnier.“

Doch Schmidts Brandrede ging noch weiter und der Kommentator richtete sich direkt an die Verantwortlichen: „Fußball gehört den Fans! Nur bei der FIFA haben sie gedacht, hier können sie mal so richtig abschöpfen. Vielleicht ein bisschen naiv, und trotzdem habe ich die Hoffnung, dass die leeren Plätze die Männer in den Nadelstreifen zumindest mal zum Grübeln bringen werden.“

Leere Plätze bei der WM: „Das ist einfach nicht schön“

In der 13. Minute griff Schmidt das Thema Zuschauer erneut in der nächtlichen Übertragung auf. „Das Stadion hat sich mittlerweile doch ein bisschen mehr gefüllt, nicht ganz so schlimm wie auf den ersten Blick gedacht“, schilderte er.

„Allerdings: Gegenüber sehen Sie’s, beziehungsweise können Sie es erahnen in der Mitte – das sind wahrscheinlich die ganz wuchtigen Plätzchen –, die sind doch sehr leer. Und das ist einfach nicht schön! Auch wir haben in der Stadt Menschen getroffen, die gerne hingehen würden. Sich das aber wie schon in Mexiko-City nicht mehr erlauben können. Das verändert auch das Publikum in den Stadien.“

Infantino rechtfertigt die Ticketpreise

Vor dem Start der WM hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino auf einer Pressekonferenz nochmal über die Ticketpreise gesprochen und diese konsequent verteidigt.

„Unser Einstiegspreis von 60 Dollar ist der tiefste in allen US-Sportarten auf Playoff-Ebene. Für unseren Durchschnittspreis von 500 Dollar gilt dasselbe“, erklärte Infantino und verwies auf die enorme Bedeutung der WM.

Auch sei es so, dass es in den USA völlig legal sei, dass die Tickets, die „wir zum Verkauf anbieten, in den Sekundärmarkt gehen, wo viel höhere Preise aufgerufen werden“ – und das allein zeige doch, „dass die Preise akkurat waren. Bei unserer Preisgestaltung ist nicht jemand eines Tages aufgestanden und hat gesagt: Das ist der Preis. Es wurde analysiert, Experten wurden befragt und haben Empfehlungen gegeben.“