HÖHENLUFT: Nur für Menschen, die nicht nächtens Mexiko gegen Ecuador (2:0) geschaut haben: Was vor allem Mexiko in seinem Kult-Tempel Aztekenstadion da veranstaltete, war atemraubend. Vollgas-Fußball. Kompromisslos. Schnörkellos. Und Ecuador, das übrigens beim Training unter Wettbewerbsbedingungen die deutsche Mannschaft besiegt hatte (2:1), war jetzt nicht mal schlecht.
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Ob das mit der Höhenluft zu tun hat? Die Mexikaner genießen seit Wochen den Vorteil, zumeist auf 2300 m über n.N. zu trainieren und zu spielen. Ecuador dagegen musste praktisch von Meereshöhe nach oben. Warnung: Wenn Mexiko nach dem Achtelfinale in die USA umzieht, wird das „Höhentrainingslager“ erst recht zum Vorteil. Und keine Sorge: Die Stadien werden voll mit Mexikanern sein, die nicht viel leiser sein werden als ihre Landsleute daheim.
WM: Wer soll Frankreich stoppen?
COMBO: Und wer bitte soll diese Franzosen stoppen? Selbst Thierry Henry, Franzose, gemeinsam mit Zlatan Ibrahimovic, Schwede, Dauer-Experte beim US-Sender Fox, hatte nach dem Spiel des großen WM-Favoriten gegen die Skandinavier (3:0) darauf nur eine Antwort: „Ich weiß es nicht.“ Ibrahimovic stellte lapidar fest: „Sie sind beängstigend.“ Wortreich dagegen schwärmten beide von Michael Olise: „Der wichtigste Spieler bei Frankreich. Der Kerl ist auf einem anderen Planeten“, sagte Henry.
Der Spieler vom FC Bayern bereitete zwei der drei Treffer vor, darunter einen der beiden von Kylian Mbappé. „Was für eine Combo“, sagte Henry. Ibrahimovic pflichtete bei: Olise habe „eine ’split vision‘ – er sieht Dinge, die andere nicht sehen. Nur ein Genie kann das. Und Olise ist eins.“
Schiedsrichterchef verteidigt Tah-Entscheidung
VAR: FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat, wenig überraschend (oder?), die umstrittene Entscheidung verteidigt, das Tor von Jonathan Tah im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht anzuerkennen. „Trainer und Spieler wurden informiert, daher sollte es niemanden überraschen, dass die Schiedsrichter diese Fouls ahnden werden“, wird der Italiener in einem Beitrag des Weltverbands zitiert.
Die Schiedsrichter sollten eingreifen, „wenn ein Angreifer kein Interesse am Ball hat und sich absichtlich, selbst minimal, bewegt, um die Verteidigung des Gegners zu behindern“, sagte Collina: „Dies gilt insbesondere dann, wenn die Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torwart am Verteidigen des Tores zu hindern.“ Ist das auch mal höchstinstanzlich geklärt. Hat da jemand vielleicht nicht zugehört?
ENDSPIEL: US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino will das erste K.o.-Spiel der WM-Endrunde mit einer Super-Bowl-Mentalität angehen. „Wir haben keine zweite Chance, wenn wir scheitern. Es geht um alles“, sagte er vor dem Sechzehntelfinale der USA (Do., ab 02.00 MESZ im LIVETICKER) gegen Bosnien-Herzegowina.
Dieses Spiel sei wie ein WM-Endspiel, und wenn die USA weiterkämen, sei es das nächste auch. Am Rande bemerkt: Seit viereinhalb Jahren und zehn Spielen haben die USA gegen keine europäische Mannschaft mehr gewonnen. Der letzte Sieg: Im Dezember 2021 gegen – Bosnien-Herzegowina.