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Effenberg: "Das war nicht clever von Thomas Tuchel"

Tuchel? „War nicht clever von ihm“

Thomas Tuchel wird nach dem Halbfinal-Aus der Engländer teils heftig kritisiert. Auch Stefan Effenberg ist der Meinung, dass sich der deutsche Trainer "vercoacht" hat.
Steht Thomas Tuchel nach dem verlorenen WM-Halbfinale der Engländer gegen Argentinien vor dem Aus? SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer analysiert die Lage bei den Three Lions.
Thomas Tuchel wird nach dem Halbfinal-Aus der Engländer teils heftig kritisiert. Auch Stefan Effenberg ist der Meinung, dass sich der deutsche Trainer "vercoacht" hat.

Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel hat nach der dramatischen WM-Halbfinal-Niederlage gegen Argentinien (1:2) einiges an Kritik einstecken müssen. Zahlreiche englische Medien und Experten werfen dem deutschen Coach Angsthasenfußball vor.

„Zu Recht“, schreibt Stefan Effenberg in seiner Kolumne für t-online. Gerade Tuchels Einwechslungen habe er „nicht verstanden“.

Effenberg: „Tuchel hat sich vercoacht“

Effenberg kreidet dem 52-Jährigen an: „Tuchel wird sich früher oder später eingestehen müssen, dass er sich da vercoacht hat. Das war einfach nicht clever von ihm und seinem Trainerteam.“

Was Effenberg meint: Tuchel wechselte in der zweiten Trinkpause beim Stand von 1:0 für die Three Lions defensiv. Verteidiger Ezri Konsa kam für Torschütze und Offensivspieler Anthony Gordon (72.).

In der 82. Minute wechselte Tuchel dann schon wieder defensiv. Für den angeschlagenen Verteidiger Reece James kam positionsgetreu Nico O’Reilly und Innenverteidiger Dan Burn ersetzte Mittelfeldspieler Declan Rice.

Tuchel stellt auf Fünferkette um

Damit erfolgte dann auch noch eine Umstellung auf Fünferkette. Es folgte bekanntlich der späte Doppelschlag der Argentinier, der das Aus für England bedeuten sollte.

Tuchel selbst erklärte nach dem Spiel, dass er „natürlich“ auf das 2:0 gehen wollte, aber nicht das Gefühl hatte, dass offensive Einwechslungen dabei helfen würden. „Das passt einfach nicht zusammen“, meint Effenberg.

Der ehemalige Spieler des FC Bayern ist sich sicher, dass Tuchel „daraus lernen“ und die richtigen Schlüsse ziehen werde. Anschließend zog er den Vergleich zu Julian Nagelsmann, der mit dem DFB-Team im Sechzehntelfinale blamabel gegen Paraguay ausgeschieden und einige Tage später zurückgetreten war: „Bei so einem frühen Ausscheiden wäre Tuchel jetzt schon ohne Job.“

WM: England fordert Frankreich im kleinen Finale

Aber dem war nicht so. „Tuchel hat dort in seiner bisherigen Amtszeit etwas geschaffen, das Potenzial dieser Mannschaft ist deutlich erkennbar“, befindet Effenberg.

Am Samstag steht für Tuchel und die Three Lions noch das Spiel um Platz drei gegen Frankreich an (23 Uhr im LIVETICKER). Und dann wäre da noch die Heim-EM 2028 in England. „Es ist seine große Chance“, meinte Effenberg.