Bereits vor dem Anpfiff zog Gilberto Mora die Aufmerksamkeit unfreiwillig auf sich. Als Mexiko und Ecuador ins Aztekenstadion einliefen, musste Mora schmunzeln. Denn sein zugewiesenes Einlaufkind war fast genauso groß wie er.
Ein Wunderkind verzaubert ein ganzes Land
Wunderkind lässt Co-Gastgeber träumen
Als sich die Akteure um den Mittelkreis aufstellten, blickte der 1,68 Meter große Youngster zur Seite und realisierte, dass er das größte Einlaufkind erwischt hatte. Seine neben ihm stehenden Teamkollegen mussten über die kaum vorhandene Größendifferenz lachen – vor allem der spätere Torschütze Julian Quinones. Er tauschte daraufhin sein Einlaufkind mit dem von Mora, denn seins war um einiges kleiner. Mora nahm dies sichtlich mit Humor.
Der Dirigent im Mittelfeld
Nachdem Schiedsrichter Slavko Vincic die Partie dann angepfiffen hatte, spielte sich der 17-Jährige wieder einmal in den Mittelpunkt und diktierte aus dem Mittelfeld heraus das Spiel der Mexikaner.
Mora leitete etliche gute Torchancen ein und hatte selbst ein paar gefährliche Abschlüsse. Durch seine Performance war der Co-Gastgeber das spielbestimmende Team und gewann letztlich souverän mit 2:0 (2:0).
Mora-Sprechchöre nach brillanter Leistung
In der 59. Minute war dann für das Wunderkind Schluss, Mora wurde durch Brian Gutierrez ersetzt. Bei seiner Auswechslung erhoben sich die mexikanischen Fans im Aztekenstadion von ihren Plätzen, feierten ihn mit Standing Ovation.
Mit seinem Einsatz im Sechzehntelfinale ist er mit 17 Jahren und 259 Tagen der zweitjüngste Spieler der WM-Geschichte, der in einem K.o.-Spiel in der Startelf stand. Rekordhalter ist Pelé mit 17 Jahren und 239 Tagen aus dem Jahr 1958. Vor rund einem Jahr debütierte Mora erstmals für El Tri und wurde im Alter von 16 Jahren und 219 Tagen der jüngste mexikanische Nationalspieler.
El Tri stand für Mora immer an der 1
Die Weltmeisterschaft ist für ihn ein Traum, der in Erfüllung geht, denn seit Kindesbeinen liebte er die mexikanische Nationalmannschaft. Nicht die großen internationalen Klubs wie der FC Bayern, Real Madrid oder der FC Liverpool standen bei Mora an der ersten Stelle, sondern immer El Tri. Umso stolzer ist er, aktuell sein Land auf der größtmöglichen Bühne zu vertreten.
Nach dem Eröffnungsspiel hatte Mora die Euphorie im Land noch einmal befeuert. „Mexiko verdient es, an der Spitze der Welt zu stehen“, sagte er und ergänzte: „Zusammen werden wir es erreichen.“ So weit ist es noch nicht. Im Viertelfinale wartet nun England.
Halb Europa jagt Mora
Noch steht auch nicht fest, wie es für den Mexikaner nach der WM weitergeht. Das Interesse an ihm ist logischerweise groß und die Topklubs in Europa wollen ihn unbedingt verpflichten. Daraus macht sich Mora jedoch wohl noch nichts, denn unmittelbar vor dem Turnier verlängerte er noch seinen Vertrag beim Club Tijuana in der heimischen Liga MX um drei weitere Jahre. Dennoch werden etliche Vereine bei ihm Schlange stehen.