Harry Kane stand im WM-Sechzehntelfinale zwischen England und der DR Kongo (2:1) in einer kniffligen Situation im Fokus. Der Torjäger des FC Bayern kam kurz vor der Pause im Strafraum zu Fall, doch Schiedsrichter Adham Makhadmeh verwehrte ihm den Elfmeterpfiff. Die Meinungen zu der Szene gehen weit auseinander.
In der Kane-Szene erwähnt Schweinsteiger Neureuther
Kane? Schweinsteiger erwähnt Neureuther
Was war passiert? Kane drang nach einem Steilpass in den Strafraum ein und legte sich den Ball am herausstürmenden Torhüter Lionel Mpasi vorbei, der sich Kane in den Weg warf und ihn auch am Fuß berührte.
Schiedsrichter Adham Makhadmeh zeigte an, dass Kane schon vorher abgehoben sei. Die Szene wurde auch im Hintergrund gecheckt, aber die Entscheidung wurde nicht revidiert. Der Unparteiische sah sich die Situation nicht in der Review-Area an.
Schiri-Experte: „Kontakt am Fuß ist eindeutig“
„Eins ist klar: Der Kontakt am Fuß ist eindeutig. Und ich glaube auch, dass Kane den Ball noch hätte erreichen können“, sagte Ex-Schiri Lutz Wagner in der ARD.
Der Schiedsrichter stehe gut, fügte Wagner hinzu, „dann müssen wir das akzeptieren. Ich sage: Aufgrund des Kontaktes hätte es hier durchaus Elfmeter geben können, denn den Ball spielt der Torhüter nicht.“
Plötzlich erwähnt Schweinsteiger Neureuther
Experte Bastian Schweinsteiger teilte eher die Sicht des Referees. „Ich finde, die Berührung ist da, aber er hebt zu früh ab“, sagte Schweinsteiger in der Halbzeitpause.
Kane wolle zu sehr den Elfer schinden, ergänzte der Weltmeister von 2014. „Wenn er es ein bisschen geschickter macht, wenn er besser einfädelt, wie der Felix Neureuther das mal geschafft hat, dann hätte es einen Elfmeter gegeben.“ Anschließend grüßte Schweinsteiger noch den früheren Ski-Star.
Für Jürgen Klopp stand bei MagentaTV auch „völlig außer Frage“, dass ein Kontakt da war. „Der Schiri hat angezeigt, er ist gesprungen, das kann man aus seiner Perspektive auch so sehen.“
Rooney mit brisanten Sätzen zu Kane
Auf der Insel herrschte unter den Experten keine Einigkeit. Der ehemalige Spitzenstürmer Wayne Rooney deutete eine Schwalbe an: „Ich bin zwar eigentlich für die Stürmer, aber ich glaube, Harry Kane ist ein bisschen gestolpert und ist dann leicht in den Torwart hineingesprungen“, meinte der Ex-Nationalspieler bei der BBC.
„Ich finde, es sieht so aus, als hätte er sich ihn ihn hineingeworfen, von daher ist es wahrscheinlich kein Elfmeter“, urteilte Rooney.
„Für mich ist das ein Elfmeter“, sagte derweil Alan Shearer in der BBC. „Kane hat die Situation vielleicht ausgenutzt, aber der Torwart ist herausgelaufen und seine Hände waren da. Wenn er so mit ausgestreckten Händen herausstürmt, hat man jedes Recht, den Kontakt zu suchen und sich fallen zu lassen.“
Auch Ex-Torhüter Paul Robinson schloss sich der Meinung an und hätte auf Elfmeter entschieden.
Der frühere Premier-League-Schiedsrichter Graham Scott befand: „Harry Kane ist selbst Schuld: Indem er seinen linken Fuß in den heranstürmenden Torhüter hängte, schuf er Zweifel im Kopf des Schiedsrichters, und seine Strafstoßforderung wurde abgewinkt.“ Und weiter: „Respekt an Makhadmeh, dass er stark standgehalten hat.“