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WM 2026: Er übertrumpft sogar Franz Beckenbauer

Er übertrumpft sogar Beckenbauer

Pau Cubarsí überzeugt auch beim Finaltriumph gegen Argentinien. Doch nicht nur die Zahlen des Innenverteidigers beeindrucken. Mit seiner Auszeichnung schafft er zudem etwas fast schon Historisches.
Der zweite WM-Titel der Historie lässt die spanischen Fans eskalieren. In Barcelona wird die Nacht zum Tag gemacht.
Pau Cubarsí überzeugt auch beim Finaltriumph gegen Argentinien. Doch nicht nur die Zahlen des Innenverteidigers beeindrucken. Mit seiner Auszeichnung schafft er zudem etwas fast schon Historisches.

Ihn hatte wohl kaum jemand auf der Bingokarte. Hätte man vor der WM auf den Gewinner des Nachwuchspreises getippt, wären wohl andere Namen gefallen – gerade unter den spanischen Talenten. Doch nicht der erst 18-jährige Lamine Yamal nahm die Auszeichnung als bester junger Spieler des Turniers entgegen, sondern sein Teamkollege Pau Cubarsí.

Der Innenverteidiger, ebenfalls Jahrgang 2007 und nur wenige Monate älter als Yamal, durfte die Trophäe in Empfang nehmen. Ob dem Barça-Profi in diesem Moment bewusst war, dass er damit etwas ganz Besonderes erreicht hatte?

Pau Cubarsí überzeugt auf allen Ebenen

Auch im Finale unterstrich Cubarsí seine herausragende Form mit beeindruckenden Zahlen. Innerhalb der 120 Minuten verzeichnete er mit 139 die meisten Ballkontakte aller Spieler auf dem Feld und überzeugte mit einer Passquote von 96 Prozent. Hinzu kamen die meisten Defensivaktionen (acht). Damit trug er maßgeblich dazu bei, dass Argentiniens Offensivreihe kaum zur Entfaltung kam und keinen einzigen gefährlichen Torschuss verbuchen konnte – so harmlos präsentierte sich ein WM-Finalist lange nicht mehr.

Doch das, was Cubarsí auf den Platz gebracht hat, lässt sich nicht nur in Zahlen und Daten ablesen. Mit bemerkenswerter Ruhe lief er Gegenspieler ab, gewann Kopfballduelle, stand nahezu immer goldrichtig und wählte den perfekten Moment für entschlossene Tacklings. Selbst gegen die emotional auftretenden Argentinier, die mit Provokationen und teils unfairen Mitteln versuchten, ihn aus der Ruhe zu bringen, blieb Cubarsí völlig gelassen und strahlte eine außergewöhnliche Sicherheit aus.

Um es nochmal zu betonen: Pau Cubarsí hat das alles mit 19 Jahren vollbracht. In einem WM-Finale.

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Cubarsí zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gewählt

Hinzu kommt: Schon im Halbfinale gegen Frankreich hatte er mit einer überragenden Leistung sein Niveau unter Beweis gestellt und die Offensivstars um Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé nahezu komplett aus dem Spiel genommen.

Dass Cubarsí, der bei diesem Turnier keine einzige Minute verpasste, am Ende als bester junger Spieler ausgezeichnet wurde, überrascht daher kaum. Mit dem Gewinn der Trophäe schreibt er zugleich Geschichte.

Er reiht sich damit in eine Liste prominenter Vorgänger ein: Enzo Fernández (2022), Kylian Mbappé (2018), Paul Pogba (2014), Thomas Müller (2010) und Lukas Podolski (2006) erhielten die Auszeichnung in den vergangenen Turnieren ebenfalls.

Cubarsí wandelt auf Beckenbauers Spuren

Noch bemerkenswerter ist jedoch, dass vor Cubarsí überhaupt nur drei Verteidiger diese Ehrung gewinnen konnten. Der Italiener Antonio Cabrini (1978) war der bislang letzte, zuvor gelang dies dem Polen Władysław Antoni Żmuda (1974) und einem gewissen Franz Beckenbauer.

Der „Kaiser“ wurde bei der WM 1966 in England im Alter von 20 Jahren zum besten jungen Spieler des Turniers gewählt. Als nominell defensiver Mittelfeldspieler – der seine Rolle allerdings sehr offensiv interpretierte – überragte Beckenbauer mit vier Treffern und führte die DFB-Elf bis ins Finale, wo sie erst Gastgeber England unterlag.

Den WM-Titel sackte Beckenbauer „erst“ acht Jahre später bei der Heim-WM 1974 ein. Cubarsí hat ihn in dieser Hinsicht nun übertrumpft. Er ist jetzt der erste Verteidiger, der die WM als Top-Jungstar und als Weltmeister verlässt.

Für einen eigenen Turniertreffer reichte es bei Cubarsí diesmal zwar nicht. Doch weitere Gelegenheiten wird er mit Sicherheit bekommen. Denn nach diesem Turnier dürfte es kaum noch jemanden geben, der seinen Namen nicht auf der Bingokarte hat.