Der englische Traum vom zweiten WM-Triumph ist geplatzt. Gerade die Art und Weise des Scheiterns der klar unterlegenen Engländer lässt die Kritik an Thomas Tuchel lauter werden. Der Trainer habe nach der eigenen Führung zu sehr auf die Defensive gesetzt. Eine Aussage von Harry Kane widerspricht dem.
Harry Kanes Analyse schützt Thomas Tuchel
Kanes Analyse schützt Tuchel
„Als wir in Führung gingen, war die Botschaft, ein weiteres Tor zu erzielen“, widersprach Englands Kapitän dem Vorwurf, Tuchel habe nach dem Führungstreffer von Anthony Gordon in der 55. Minute das Ergebnis nur noch über die Zeit retten wollen, am BBC-Mikrofon.
Den Anweisungen des Cheftrainers kamen die Spieler auf dem Rasen jedoch überhaupt nicht nach – wie auch Kane gestand: „Nachdem wir 1:0 in Führung waren, haben wir versucht, das Ergebnis zu halten, was auf diesem Niveau nicht ausreicht.“
WM 2026: Tuchels Ansage fruchtet nicht
Argentinien belagerte den britischen Sechzehner. Entlastung? Fehlanzeige. „Nach dem Tor – sei es, weil sie mehr Spieler nach vorne schickten oder weil wir sie Mann gegen Mann nicht decken konnten – kam eine Welle nach der anderen. Die Jungs haben sich ins Zeug gelegt, aber am Ende hat es einfach nicht gereicht“, konstatierte Kane.
Das 2:0 anzusteuern, mag Tuchels Anweisung unmittelbar nach Gordons Treffer gewesen sein. Vollständig über den Haufen warf er das Vorhaben jedoch spätestens in der Schlussphase, als er mit Konsa, O’Reilly und Burn drei Defensivspieler einwechselte. Zwischenzeitlich standen ganze sechs (!) Verteidiger auf dem Feld.
Wechselfehler? Tuchel rechtfertigt sich
„Natürlich wollten wir ein zweites Tor erzielen, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ein offensiver Wechsel helfen würde. Wir blieben im 4-4-2, wurden aber immer passiver, konnten keine Bälle mehr gewinnen und den Ball nicht halten“, rechtfertigte sich Tuchel nach der Partie.
Ein Fehler? „Ich muss auf dem Platz eine Entscheidung treffen. So habe ich das Spiel analysiert und mich auf eine bestimmte Weise verhalten. Ich übernehme die Verantwortung.“