Philipp Lahm stellt der deutschen Nationalmannschaft nach der enttäuschenden WM ein vernichtendes Zeugnis aus. In einem Beitrag für The Athletic benannte er eine Achse, die auf Sicht das Herzstück der DFB-Elf werden müsse. Jamal Musiala fehlt dabei.
Kein Musiala: Philipp Lahm legt sich auf Deutschland-Achse fest
Lahms DFB-Achse – ohne Musiala!
„Man braucht einen festen Kern, der Verantwortung übernimmt. Für mich bedeutet das: Joshua Kimmich im zentralen Mittelfeld, Kai Havertz im Sturm und Florian Wirtz hinter ihm in der Mitte.“
DFB: Lahm lässt Musiala außen vor
Auffällig: Jamal Musiala, der in der Vergangenheit die nominelle Mitte, die „Zehn“, besetzt hatte, fehlt in Lahms Aufzählung. Nach seiner schweren Verletzung und einer durchwachsenen Saison war seine Rolle bei der WM oft diskutiert worden.
Auch die Zeiten von Kimmich als Rechtsverteidiger sind für den 42-jährigen Lahm gezählt: „Kimmich im Mittelfeld, wo er hingehört, statt als rechter Außenverteidiger.“
Lahm hatte in seiner DFB-Zeit selbst sowohl im defensiven Mittelfeld als auch rechts hinten gespielt. Für die Abwehr indes wünscht er sich „einen echten Verteidiger, jemanden, an dem man nur schwer vorbeikommt.“
Das entscheidende Detail für den Erfolg sei Kontinuität, erklärte der Weltmeister-Kapitän von 2014: „Eine Gruppe von Spielern, die immer zum Einsatz kommen und dabei auf ihren gewohnten Positionen spielen.“
Klopp? Lahm will sich nicht festlegen
Auch der inzwischen zurückgetretene Julian Nagelsmann blieb von Lahms Generalkritik nicht verschont. „Bei Julian Nagelsmann ging es darum, einem jungen Trainer echte Verantwortung zu übertragen. Mit 38 Jahren war er der jüngste Trainer bei diesem Turnier. In die Rolle des Nationaltrainers hineinzuwachsen, ist eine enorme Herausforderung.“
Einen favorisierten Namen für die Nachfolge wollte er nicht nennen, stellte aber fest: „Ein Nationaltrainer muss mehr Gelassenheit ausstrahlen.“
Jemand, der diese Gelassenheit vermitteln könnte, ist Jürgen Klopp. In einer Pressemitteilung gab der DFB offiziell bekannt, das Gespräch mit dem 59-Jährigen suchen zu wollen. Klopp habe bereits „seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert.“