Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm sieht eine Rückkehr zu den bewährten Tugenden als Grundvoraussetzung für mehr Erfolg der deutschen Nationalmannschaft. „Wir sind nicht die Spanier, nicht die Franzosen, nicht die Argentinier“, schrieb Lahm in einer Kolumne für den kicker.
Lahm fordert Rückkehr zu deutschen Tugenden
Lahm: Das muss sich dringend ändern
Er fuhr fort: „Wir haben eigene Qualitäten. Defensive Ordnung, robustes Spiel, dann angreifen – das hat uns als Nationalmannschaft immer ausgezeichnet. Dazu sollten wir zurückkehren mit klaren Aufgaben, einer klaren Formation, damit Wiederholungseffekte im Training und im Spiel entstehen.“
Außerdem dürfe nicht zu lang an Spielern festgehalten, sondern „ausgetauscht werden, wenn einer auf Dauer nicht die Leistung bringt“, forderte Lahm: „Werden wir in diesen Dingen wieder klarer, kommen wir auch wieder raus aus dem Tief – das allerdings schon sehr lange andauert.“
Klopp soll Nachfolger von Nagelsmann werden
2018 in Russland und 2022 in Katar war das deutsche Team jeweils in der Vorrunde gescheitert. 2026 flog die Mannschaft im ersten K.o.-Spiel gegen Paraguay raus, wenig später einigten sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Bundestrainer Julian Nagelsmann auf ein Ende der Zusammenarbeit.
Derzeit laufen Verhandlungen mit Jürgen Klopp, der auf Nagelsmann folgen soll.
Im Fall von England sieht Lahm, der 2014 in Rio Weltmeister wurde, gewisse Parallelen zum deutschen Team.
„Nach zwei verlorenen EM-Finals 2021 und 2024 und nun dem Halbfinal-Aus geht es den Engländern ein bisschen wie uns zwischen 2006 und 2010“, sagte er: „Es gibt allerdings keine Garantie, dass du irgendwann den Titel gewinnst, nur weil du ein paar Mal knapp dran warst.“
„Tuchel hat bis hierhin gute Arbeit geleistet“
Trainer Thomas Tuchel, dem viele das Aus Englands gegen Argentinien ankreiden, solle aus Lahms Sicht weitermachen.
„Bei uns war Jogi Löw lange im Amt und hat uns kontinuierlich weiterentwickelt. Das braucht England auch“, sagte der 42-Jährige: „Thomas Tuchel hat bis hierhin gute Arbeit geleistet. Dennoch haben sie gerade eine große Chance verpasst, denn das Finale und der Titel waren möglich.“