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Mbappé bestraft den Deutschland-Schreck

Mbappé bestraft Deutschland-Schreck

Der Motor der Star-Offensive stottert in der Hitze von Philadelphia gehörig. Dennoch reicht es dank eines Treffers vom Punkt.
Im Achtelfinale zwischen Paraguay und Frankreich kommt es in Halbzeit eins zu einer Aufreger-Szene. Superstar Kylian Mbappé bekommt fern abseits des Balles einen Schlag von Gegenspieler Matias Galarza ab. Dieser kommt ungeschoren davon - eine Fehlentscheidung für Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich.
Der Motor der Star-Offensive stottert in der Hitze von Philadelphia gehörig. Dennoch reicht es dank eines Treffers vom Punkt.

Keine erneute Zaubershow, doch der Titeltraum lebt: Das französische Milliardenensemble hat seinen Charaktertest im Glutofen von Philadelphia mit viel Mühe bestanden.

Die Équipe Tricolore bezwang den erneut aufmüpfigen und häufig auch unfairen Deutschland-Schreck Paraguay mit 1:0 (0:0) und wirkte dabei erstmals bei dieser Fußball-WM verwundbar. Ein Foulelfmeter nach Videobeweis von Kylian Mbappé (70.) rettete Les Bleus, nachdem deren furchteinflößende Staroffensive zuvor lange wirkungslos geblieben war.

Ein großes Fußballfest lieferte das Team von Didier Deschamps zu den Feierlichkeiten der 250-jährigen Unabhängigkeit der USA wahrlich nicht, dennoch löste der Topfavorit bei fast 40 Grad Außentemperatur sein Ticket für das Viertelfinale am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ) in Boston gegen Marokko. Das wiederholt unsportliche Paraguay machte es dem zweimaligen Weltmeister im Geburtsort der USA lange schwer, blieb aber letztlich im Umschaltspiel nach vorne zu harmlos – und verpasste seinen zweiten Einzug unter die letzten acht.

Mbappé: „Dann machen wir uns die Hände schmutzig“

„Wir wussten, was für eine Art Spiel es werden wird“, sagte Kylian Mbappé: „Wir haben uns die Hände schmutzig machen müssen, dann machen wir uns die Hände schmutzig. Ich habe kein Problem damit. Trotzdem waren wir besser als sie.“

Bereits auf dem Weg zum ersten WM-Titel im Jahr 1998 hatten Les Bleus Paraguay aus dem Weg räumen müssen, damals gab es ein mühsames 1:0 durch Golden Goal. Diesmal sollte das Aus der deutschen Mannschaft gegen die Südamerikaner als mahnendes Beispiel dienen.

„Es ist kein Zufall, wenn man das Achtelfinale einer WM erreicht“, warnte Deschamps. Paraguay hoffte bei laut Wetterdienst gar gefühlten 46 Grad auf den Hitzevorteil, da man die Bedingungen aus der Heimat kenne.

In der Anfangsphase fühlte sich der Außenseiter wohl in seinem Element und stellte sich wie schon gegen das DFB-Team hinten rein. Frankreich hatte zwar über 80 Prozent Ballbesitz, drosselte aber angesichts der hohen Temperaturen etwas das Tempo.

So entstand vor dem Tor von Elfmeter-Killer Orlando Gill kaum Gefahr, ein abgefälschter Fernschuss von Manu Koné, Vertreter des angeschlagenen Aurelien Tchouaméni, war nach 22 Minuten der erste Abschluss.

Paraguay im Schiri-Glück

Die Superstars Mbappé und Michael Olise wirkten zunehmend genervt, weil sie sich immer wieder in der vielbeinigen und hart in den Zweikämpfen agierenden Abwehr von „La Albirroja“ festliefen.

Ein weiterer abgefälschter Schuss von Ousmane Dembélé war noch das Gefährlichste (38.), eine klare Chance erspielte sich die bislang scheinbar unaufhaltsame Offensive vor der Pause nicht.

Paraguay hatte derweil großes Glück, dass eine mutmaßliche Tätlichkeit gegen Kylian Mbappé nicht mit Rot bestraft wurde. Matías Galarza, der im Spiel gegen Deutschland schon Jamal Musiala schwer verärgert hatte, schlug den französischen Superstar fernab des Ballgeschehens.

Nach dem Seitenwechsel zogen Les Bleus etwas das Tempo an, Gill wurde bei einem Fernschuss von Koné erstmals ernsthaft geprüft (54.). Es brauchte aber einen Foulelfmeter nach einem Tritt von Diego Gomez gegen den eingewechselten Desiré Doué, Mbappé blieb anders als einige DFB-Spieler gegen Paraguays Schlussmann eiskalt. In der Schlussphase mussten die Südamerikaner somit ihre Defensiv-Taktik aufgeben, für die Franzosen ergaben sich ganz neue Räume.