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Medien: Mehr als 200 FIFA-Länder unterstützen Infantino

Medien: Klare Mehrheit pro Infantino

Die große Mehrheit der Länder unterstützen Gianni Infantino. Der DFB ist eine der wenigen Ausnahmen. Die Wiederwahl des Italieners ist schon jetzt quasi sicher.
Die Partie zwischen Ägypten und dem Iran in Seattle ist als "Pride Match" ausgerufen. Jedoch sorgt die Aktion bei den teilnehmenden Ländern für gehörige Kontroversen.
Die große Mehrheit der Länder unterstützen Gianni Infantino. Der DFB ist eine der wenigen Ausnahmen. Die Wiederwahl des Italieners ist schon jetzt quasi sicher.

Anders als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) befürwortet die überwältigende Mehrheit der 211 FIFA-Mitgliedsländer eine Wiederwahl von Gianni Infantino als Präsident des Weltverbandes. Nach Informationen des Guardian haben „mehr als 200“ Länder ein entsprechendes Unterstützerschreiben unterzeichnet. Damit dürfte die Wahl Infantinos beim Kongress des Weltverbandes am 18. März 2027 in Rabat/Marokko schon jetzt so gut wie sicher sein.

Dem Bericht zufolge verzichtete nur eine Handvoll Verbände auf das Schreiben. „Eine kleine Anzahl europäischer Länder zählt zu den Ausnahmen. Deutschland ist dabei der prominenteste Verband, der bislang keine offizielle Unterstützung zugesagt hat“, schreibt die englische Zeitung. Bislang ist Infantino der einzige Kandidat, Interessenten müssen bis zum 18. November eine Kandidatur verkünden.

Der DFB und sein Präsident Bernd Neuendorf hatten laut der Bild-Zeitung die Unterschrift verweigert. „Der DFB hat kein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl von Gianni Infantino unterzeichnet“, teilte der DFB auf SID-Anfrage mit: „Weitere Schritte werden im DFB-Präsidium beraten.“

Differenzen zwischen DFB und FIFA

Laut der Bild warb der für Europa zuständige FIFA-Direktor während der WM-Endrunde in Nordamerika bei den 16 europäischen Teilnehmern für die Unterschrift. Der DFB hat seine Position zur Infantino-Wiederwahl bisher offen gelassen.

Die seit langer Zeit schwelenden Differenzen zwischen dem DFB und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auf der einen und der FIFA auf der anderen Seite sind spätestens seit dem „Fall Folarin Balogun“ offen zu Tage getreten. Die UEFA hatte scharf wie selten zuvor das Gebaren der FIFA kritisiert und von der Überschreitung einer „roten Linie“ gesprochen. Neuendorf sagte dem SID, dass „dieser Vorgang nicht zu den Akten gelegt werden darf“.

Infantino hatte beteuert, dass weder er noch US-Präsident Donald Trump Einfluss auf die Entscheidung der Disziplinarkommission genommen hätten. Das Gremium selbst untermauerte dies und beteuerte seine Unabhängigkeit. US-Stürmer Balogun durfte trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) spielen. Vor der Aussetzung der Sperre durch die Disziplinarkommission hatte Trump bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung des Falles gebeten.

Die letztmögliche Wiederwahl Infantinos bis zum Jahr 2031 gilt aufgrund der erklärten Unterstützung mehrerer Konföderationen derzeit als sicher. Allerdings hat die Menschenrechtsorganisation FairSquare beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine zehnseitige Beschwerde gegen Infantino eingereicht. Grund dafür seien mehrere Verstöße gegen die Regeln zur politischen Neutralität. Dabei geht es vor allem um die Nähe des IOC-Mitglieds Infantino zu Trump.