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Riesige Empörung über neuen Plan von Gianni Infantino: "Grenze überschritten!"

Empörung über neuen Infantino-Plan

Gianni Infantino möchte mit der Fußball-WM noch mehr Geld verdienen und plant, Anteile am Turnier an private Investoren abzutreten. Die UEFA kritisiert diesen Plan scharf.
Nach drei Weltmeisterschaften unter Gianni Infantino wächst die Kritik am FIFA-Präsidenten. LaLiga-Boss Javier Tebas spricht sich für einen Wechsel an der Spitze des Weltverbands aus.
Gianni Infantino möchte mit der Fußball-WM noch mehr Geld verdienen und plant, Anteile am Turnier an private Investoren abzutreten. Die UEFA kritisiert diesen Plan scharf.

In Gianni Infantinos Augen leuchten die Dollarscheine, doch Insider sprechen von einer „Atombombe“ – und die UEFA warnt vor dem Verkauf der „Seele“ des Fußballs. Mit einem aufsehenerregenden Plan zur Veräußerung von Anteilen am größten Turnier des Planeten an Investoren hat Infantino die Fußballwelt in Aufruhr versetzt. Während Kritiker einen Ausverkauf der WM befürchten, verspricht der FIFA-Boss den Mitgliedsverbänden eine Verdopplung der Gelder.

Wie die Times, der Telegraph und die Financial Times berichteten, plant der Weltverband einen Verkauf an private Investoren von 20 bis 30 Prozent der Anteile an einem noch zu gründenden Unternehmen, das die WM kontrollieren soll.

Die FIFA, die sich noch in diesem Jahr einen Erlös von über vier Milliarden US-Dollar durch den Verkauf erhofft, bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Abend weitgehend.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) übte scharfe Kritik. Ein namentlich nicht genannter Insider sprach in der Times davon, dass der FIFA-Plan einer „Atombombe“ gleichkomme.

FIFA: „Langfristige Investoren sollen sorgfältig ausgewählt werden“

Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kongress und das Council plant der Weltverband die Gründung der FIFA Forward Enterprise (FFE), einer Tochtergesellschaft, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln soll. Demnach würde diese unter „alleiniger Kontrolle“ der FIFA stehen.

Und: „Langfristige Investoren sollen sorgfältig ausgewählt werden und Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte an der FFE erwerben“, hieß es im FIFA-Statement.

Den Berichten zufolge sollen schon vorläufige Vereinbarungen über die Bedingungen eines Deals unterzeichnet worden sein. Dieser könnte einen Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar haben.

Es heißt, die Regierung von US-Präsident Donald Trump sei bezüglich des Plans konsultiert worden, die Investmentbank JP Morgan wickele den Prozess ab. Infantino, der laut Statuten nur bis 2031 FIFA-Präsident bleiben darf, könnte anschließend Kommissar der neuen Organisation werden. Mitsamt einer lukrativen Vergütung?

UEFA übt scharfe Kritik an Infantino-Plan

In Bezug auf den Bericht der Times schrieb die UEFA, dass damit eine Grenze überschritten werde, „die die führenden Institutionen des Fußballs niemals überschreiten dürfen. Die UEFA nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun“, teilte der europäische Verband mit, der schon im „Fall Balogun“ den Ton gegenüber der FIFA verschärft hatte: „Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden darf – insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der FIFA, ihn zu verkaufen.“

Die FIFA sprach von einem laufenden „Konsultationsprozess“ infolge eines Vorschlags, der darauf abziele, „das volle wirtschaftliche Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsoringverträge über das gesamte Turnierportfolio im Männer-, Frauen- und Jugendfußball auszuschöpfen“.

Einnahmen dienen Infantino als Machtinstrument

Die Mittel für die 211 Mitgliedsverbände würden sich durch den Verkauf laut FIFA mehr als verdoppeln. Von derzeit acht Millionen US-Dollar pro Vierjahres-Zyklus stiege der Betrag demnach zunächst auf 20 Millionen und bis 2035 auf 24 Millionen US-Dollar.

Da ein Großteil der Einnahmen an die Mitgliedsverbände geht, dient Infantino das Geld als Machtinstrument. Der FIFA-Chef will sich im kommenden Jahr bis 2031 im Amt bestätigen lassen. Anders als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sollen laut Guardian „mehr als 200“ Verbände ein Unterstützerschreiben für die Wiederwahl des Schweizers unterzeichnet haben – ungeachtet der Kontroverse um die Aussetzung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun infolge eines Anrufs von US-Präsident Trump bei Infantino.

Der Guardian hatte zuletzt berichtet, dass die FIFA durch das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada rund 13,1 Milliarden Euro eingenommen haben soll.