Der slowenische Unparteiische Slavko Vincic hat das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien geleitet, das mit einem 1:0-Sieg für die Spanier nach Verlängerung geendet ist.
Schiri bei WM-Finale im Fokus: Einst bei Sex- und Drogenparty verhaftet
Schiedsrichter bei WM-Finale im Fokus
Für den 46-Jährigen, der beim großen Finale von seinen Landsleuten Tomaz Klancnik und Andraz Kovacic als Assistenten unterstützt wurde, war es der bisherige Karrierehöhepunkt.
WM-Finale: Vincic rückt in den Fokus
Nachdem Vincic zunächst einen ruhigen Abend erlebte, rückte er spät in den Fokus. Tief in der Nachspielzeit stellte er Argentiniens Mittelfeld-Stratege Enzo Fernández unter heftigen Protesten vom Platz.
Der bereits mit Gelb vorbelastete Fernández rannte auf Höhe der Mittelfeldlinie im Kampf um den Ball auf Spaniens Pau Cubarsí zu. Doch der Argentinier kam zu spät, erwischte den Ball nicht und räumte Cubarsí volle Kanne ab. Vincic zögerte nicht lange und zückte Gelb-Rot (90.+3).
In der Verlängerung pfiff der Slowene dann ein Tor der Spanier weg. Nico Williams hatte den Ball zwar ins Netz geschossen, aber Vincic hatte im Vorfeld ein Foulspiel von Mikel Merino an Nicolás Otamendi ausgemacht. Der deutsche VAR Bastian Dankert intervenierte nicht.
Vincic zum zweiten Mal bei einer WM dabei
Vincic, der seit 2010 als FIFA-Schiedsrichter im Einsatz ist, hatte bereits drei Einsätze bei seiner zweiten Weltmeisterschaft.
Zuvor leitete er die Gruppenspiele Brasilien gegen Marokko sowie Algerien gegen Jordanien und das Sechzehntelfinale zwischen Mexiko und Ecuador.
Vincic verfügt über Erfahrung in großen Endspielen auf Klubebene, darunter das Champions-League-Finale 2024 zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund (2:0) in London.
Als Vincic verhaftet wurde
Es war im Mai 2020, als der heute 46-Jährige während einer so genannten Sex- und Drogenparty in Bosnien verhaftet wurde. „Nach einem Treffen mit einigen Geschäftspartnern gab es eine Einladung zu einer Party auf einer Ranch, der sind wir dann auch gefolgt. Was sich als großer Fehler herausstellte. Ich bedauere das sehr“, erzählte der Slowene in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Vecer.
Denn: Die Gastgeberin Tijana Maksimovic stand bereits unter Beobachtung, weil sie Teil eines Waffen-, Drogen- und Prostitutionsring war. Bei der Polizei-Razzia wurden alle Party-Gäste festgenommen und mit auf die Polizeiwache gebracht.
Erst später wurde klar, dass Vincic in die illegalen Geschäfte nicht involviert war und die schuldigen Personen nicht einmal kannte. Dann durfte er wieder gehen.
Vincic wird von Schiedsrichter-Chef verteidigt
Auch Vlado Sajn, Chef des slowenischen Schiedsrichterverbands, verteidigte seinen ins Zwielicht geratenen Referee: „Es ist ein Zufall, dass Vincic dort war. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort.“
Bei der Durchsuchung des Partyorts wurden damals nach Angaben der bosnischen Polizei vier Päckchen Kokain, zehn Pistolen, drei Schutzwesten, über 10.000 Euro in verschiedenen Währungen, Telefone und Laptops gefunden und beschlagnahmt.
Auch ein Deutscher ist beim WM-Finale im Einsatz
Auch deutsche Expertise war am Sonntag gefragt: Dankert wurde vom Weltverband für das Endspiel als Video-Assistent nominiert.
Der 46 Jahre alte Rostocker genießt bei der FIFA hohes Ansehen, bei seiner dritten WM-Endrunde als Video-Assistent ist es bereits sein zwölfter Einsatz.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)