Spanien steht im WM-Finale! Der Europameister zog dem französischen Starensemble um Kylian Mbappé den Zahn und setzte sich mit 2:0 (1:0) durch.
Spanien entzaubert Frankreich und steht im WM-Finale
Frankreich im WM-Halbfinale entzaubert
Mikel Oyarzabal (22., Foulelfmeter) und Pedro Porro (58.) trafen für den Weltmeister von 2010, der erstmals seit dem Triumph in Südafrika wieder in einem WM-Endspiel steht. Gegner am Sonntag (21 Uhr) ist entweder Titelverteidiger Argentinien oder England (Mittwoch, 21 Uhr im LIVETICKER).
„Das ist ein Traum, der Wirklichkeit wird. Ich hätte das niemals für möglich gehalten. Wir haben ein großes Spiel gemacht“, sagte Torschütze Pedro Porro und fügte an: „Wir 26 sind eine Einheit, der ganze Kader. Das hier ist für uns alle. Ich bekomme Gänsehaut.“
Erfolgscoach Luis de la Fuente ergänzte: „Jetzt haben wir diesen Schritt gemacht und wollen auch den Titel.“ Er sei „extrem glücklich“ und „stolz, ein Spanier zu sein“.
Olise schrammt an Roter Karte vorbei
Für die Équipe Tricolore um die Bayern-Stars Michael Olise und Dayot Upamecano platzte hingegen am französischen Nationalfeiertag der Traum vom dritten WM-Titel und der dritten Endspielteilnahme in Folge. Der scheidende Nationaltrainer Didier Deschamps tritt damit ohne letzte Krönung ab.
Olise schrammte im ersten Durchgang sogar an einer Roten Karte vorbei, als er Gegenspieler Rodri mit offener Sohle am Knöchel traf. In der 72. Minute wurde Olise ausgewechselt und durch Rayan Cherki ersetzt.
Die bislang so starke französische Offensive tat sich gegen die kompakte spanische Mannschaft sehr schwer und erspielte sich kaum Chancen. Spanien war taktisch gut eingestellt und ließ kaum etwas zu. In der späten Drangphase der Franzosen verteidigte Spanien leidenschaftlich.
Deschamps steigt zum Rekordtrainer auf
Vor der Partie hatte Deschamps, der mit seinem 26. WM-Spiel am Dienstag den legendären Helmut Schön hinter sich ließ und zum alleinigen Rekordtrainer aufstieg, die Favoritenrolle galant dem Gegner zugeschoben. Er wolle sein Gegenüber „nicht unter Druck setzen“, sagte er, „aber die Erwartungen an Spanien sind hoch“.
Die Iberer ließen sich von den Psychospielchen allerdings keineswegs aus der Ruhe bringen. „Wenn jemand Angst haben sollte“, tönte Yamal, „dann sie“.
Den forschen Tönen des Angreifers vom FC Barcelona ließen die Spanier direkt Taten folgen. Wenn es in der Anfangsphase gefährlich wurde, dann vor dem französischen Tor.
Digne verschuldet Elfmeter
Einen Freistoß von der Strafraumgrenze schoss Alex Baena noch direkt in die Mauer (11.), wenig später fuhr Lucas Digne am Strafraumrand dann Yamal in die Parade. Den fälligen Strafstoß verwandelte Oyarzabal zu seinem bereits fünften Turniertreffer sicher, Frankreich lag erstmals bei dieser WM zurück.
Das Tor spielte Spanien vor 70.176 Zuschauern in die Karten. Die beste Defensive des Turniers, die in Nordamerika bislang nur ein Gegentor kassiert hatte, stellte die Räume nun klug zu und nervte die Franzosen mit unermüdlichem Pressing.
So kam Frankreich, das alle seine sechs WM-Spiele bis dato gewonnen hatte, bis zur Pause in seinem insgesamt achten WM-Halbfinale zu keiner einzigen nennenswerten Torchance mehr. Zusätzlich bitter: Außenverteidiger William Saliba verletzte sich nach einer halben Stunde ohne Gegnereinwirkung und konnte nicht weiterspielen.
Porro und Olmo sorgen für Entscheidung
Spaniens Pass-Roboter kombinierten sich vor den Augen von Sprinter-Legende Usain Bolt derweil ein ums andere Mal durchs Mittelfeld und kamen zumindest noch einmal in eine aussichtsreiche Abschlussposition. Über Dani Olmos Hacke und Yamal landete der Ball in der Mitte, doch Bayern-Star Dayot Upamecano rettete in höchster Not gegen Fabian Ruiz (38.).
Im zweiten Abschnitt das gleiche Bild: Frankreich mühte sich redlich, fand aber einfach keine Lösungen. Als Pedro Porro nach toller Vorarbeit von Dani Olmo dann auf 2:0 stellte, rannte Frankreich die Zeit davon. Die Schlussoffensive wurde nicht belohnt.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)