Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel hat sich im Vorfeld des WM-Achtelfinals in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen Mexiko (2 Uhr im LIVETICKER) beklagt. Dabei geht es um den Höhenvorteil, den die Co-Gastgeber mit in die Partie im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt nehmen.
WM: England fühlt sich benachteiligt
England fühlt sich benachteiligt
„Ja, das ist ein riesiger Vorteil (für Mexiko; Anm. d. Red.). Der Ball fliegt (in der Höhe) anders“, erklärte Tuchel vor der Partie 2240 Meter über dem Meeresspiegel. „Er fliegt vielleicht fünf Yards weiter. Es ist einfach schwierig. Wir brauchen einfach die Erfahrung.“
Zudem kommen die physischen Aspekte. In der Höhe sinken Luftdruck und Sauerstoffgehalt, dadurch gelangt weniger Sauerstoff ins Blut. Allerdings kann sich der Körper daran gewöhnen. Während Mexikos Mannschaft nach bereits mehreren Spielen im Aztekenstadion an die Höhe angepasst ist, sind es die Engländer nicht.
WM: FIFA schiebt England-Plänen einen Riegel vor
Der englische Verband hatte vorab überprüft, wie sich die Höhenlage auf die Spieler auswirkt. Eine Erkenntnis: Wenn es nicht möglich ist, bereits zehn Tage vor dem Spiel zum Austragungsort zu reisen, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen, wäre eine andere Möglichkeit, erst am Spieltag anzureisen – und zwar so kurz vor dem Anpfiff wie möglich.
Diesem Plan schob der Weltverband FIFA jedoch einen Riegel vor. Die Mannschaften müssten ab dem Achtelfinale am Tag vor den Spielen an „ortsspezifischen Trainingsstätten“ in der Nähe der Stadien trainieren.
Tuchel bestätigte: „Die Empfehlung lautet, entweder schon 10 Tage vorher anzureisen – was für uns zu lang ist – oder in letzter Minute, was [von der FIFA] nicht erlaubt ist.“ Das bedeutet, dass England bereits am Freitagnachmittag von seinem Quartier in Kansas City nach Mexiko-Stadt fliegen muss.
Tuchel ärgert sich: „Das ist einfach unmöglich“
„Der Körper kann sich in drei Tagen nicht anpassen, das ist einfach unmöglich. Wir brauchen zwölf Tage, 14 Tage. Die haben wir nicht, das ist natürlich ein großer Nachteil“, beklagte der deutsche Trainer.
„Mal sehen, wie viel Schlaf wir bekommen, mal sehen, wie sehr das Reisen den Spielern zusetzt, ob es so reibungslos verläuft wie hier in den USA oder ob es etwas schwieriger wird“, blickte Tuchel voraus.