WM 2026>

VAR-Drama bei der WM! Darum zählte Kroatiens Tor nicht

Darum zählte Kroatiens Tor nicht

Zwischen Portugal und Kroatien wird es tief in der Nachspielzeit so richtig dramatisch. Ein spätes Tor der Kroaten wird vom VAR überprüft. Das steckt dahinter.
In einem spannenden Duell zweier Top-Nationen spitzt sich alles in der Nachspielzeit zu: Erst treffen die Portugiesen, dann ganz spät die Kroaten - aber das Spiel hat noch eine allerletzte Wendung parat.
Zwischen Portugal und Kroatien wird es tief in der Nachspielzeit so richtig dramatisch. Ein spätes Tor der Kroaten wird vom VAR überprüft. Das steckt dahinter.

Cristiano Ronaldo und ganz Portugal bangten bis zur letzten Sekunde, der Schock stand den Iberern nach dem vermeintlichen Ausgleichstreffer der Kroaten ins Gesicht geschrieben, ehe sich das Blatt doch noch einmal wenden sollte.

Goncalo Ramos hatte Portugal in der vierten Minute der Nachspielzeit noch mit 2:1 in Führung geköpft, die zehnminütige Nachspielzeit war anschließend schon abgelaufen. Doch der Abpfiff ließ auf sich warten – und Kroatien bejubelte in der 13. Minute der Nachspielzeit plötzlich doch noch den vermeintlichen Ausgleich zum 2:2.

Josko Gvardiol hatte aus kurzer Distanz getroffen und die Portugiesen geschockt. Die Zeichen standen schon auf Verlängerung, als der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas plötzlich vom VAR an den Monitor am Spielfeldrand gebeten wurde. Der späte Treffer von Gvardiol (90.+13) wurde noch einmal überprüft.

WM: Neue Technologie kommt zum Einsatz

Die Vorlage kam von Mario Pasalic, doch die TV-Bilder legten nahe, dass sich der Kroate womöglich im Abseits aufgehalten hatte. Igor Matanovic war kurz zuvor zum Kopfball gegangen und wollte den Ball auf Pasalic weiterleiten. Doch hatte der Freiburger den Ball überhaupt berührt und seinen Kollegen somit ins Abseits gestellt?

Das war auf den ersten Blick und auch anhand der Bilder kaum zu erkennen. Also kam die Technologie mit dem vernetzten Ball zum Einsatz, ein innovatives System, das die FIFA in Zusammenarbeit mit adidas eingeführt hat und bei der Weltmeisterschaft 2026 zum Einsatz kommt.

Die Sensorik hatte angeschlagen, was Eskas am Monitor auch klar angezeigt bekam. Matanovic hatte den Ball also berührt und die Flugbahn des Balles damit beeinträchtigt.

„Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich einen leichten Kontakt mit den Haaren gespürt habe. Ich habe den Schiedsrichter gefragt, da ich mir nicht hundertprozentig sicher war, ob ich den Ball berührt hatte. Er sagte mir, dass im Ball ein Chip eingebaut sei, dass es einen leichten Kontakt gegeben habe und dass es deshalb Abseits gewesen sei“, sagte Matanovic zu besagter Szene im Nachgang.

Die FIFA schrieb in einer Erklärung: „Es wurde nachgewiesen, dass es im Vorfeld des Tores zu einem Kontakt durch den kroatischen Spieler Matanovic kam. (…) Die im Trionda-Ball integrierten IMU-Sensoren sind in der Lage, selbst geringfügige Berührungen zu erfassen, die den Zuschauern in der Übertragung als ‚Herzschlag-Grafik‘ angezeigt werden und den Schiedsrichtern ein bisher unerreichtes Maß an Daten zur Verfügung stellen, um schnelle und präzise Entscheidungen zu treffen.“

Wenn du hier klickst, siehst du X-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von X dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

Auch Portugals Renato Veiga hatte den Ball anschließend noch mit dem Kopf berührt, aber wohl nicht die volle Kontrolle über den Ball erlangt.

Ronaldo und Portugal zittern sich ins Achtelfinale

Und so entschied Eskas auf Abseits, der Treffer von Gvardiol zählte nicht – zum Entsetzen der Kroaten. „Es könnte nicht grausamer sein. Das Ende bescherte uns ein Drama wie nie zuvor“, schrieb das kroatische Blatt sportske novosti.

Ronaldo und Portugal hingegen durften jubeln und stehen nach dem denkbar knappen 2:1-Erfolg im Achtelfinale. Dort wartet am Montag Europameister Spanien (21.00 Uhr MESZ im LIVETICKER).

Ronaldo (68., Foulelfmeter nach Videobeweis) mit seinem dritten Turniertor und dem 11. WM-Treffer insgesamt und der eingewechselte Goncalo Ramos (90.+4) schossen die Portugiesen zum Sieg. Für Kroatien war Ivan Perisic (53.) erfolgreich. 

Kroatiens Trainer Zlatko Dalic tat auf der Pressekonferenz seinen Unmut kund und beschwerte sich über Schiedsrichter Eskas: „Die Schiedsrichterleistung war sehr schlecht. Kein einziges Foul, keine einzige Unterbrechung zu unseren Gunsten. Es war eine schlechte Schiedsrichterleistung. Aber Kroatien hat verloren, und wir haben kein Recht, uns groß dazu zu äußern. Es tut mir leid““, erklärte der Trainer knapp.“, ärgerte sich Dalic.