Und erneut war die Situation skurril: Der Schattenbundestrainer Jürgen Klopp analysierte als TV-Experte das Aus der DFB-Elf und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Außer, als es um seine Ambitionen als Nagelsmann-Nachfolger ging. Und doch wirkt alles eindeutig.
Nationaltrainer: Was aus Jürgen Klopps Umfeld zu hören ist
Was aus Klopps Umfeld zu hören ist
Die Erklärung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Mittwochmittag (Ortszeit) deutet auf eine Trennung von Julian Nagelsmann hin. Man wolle und könne nach dem Aus „nicht zur Tagesordnung übergehen“. In den nächsten Tagen wird sich die sportliche Führung um Nagelsmann (Vertrag bis 2028), Neuendorf, Andreas Rettig und Sportdirektor Rudi Völler zusammensetzen und besprechen, wie es weitergeht.
Dass eine Entscheidung in Ruhe getroffen wird, ist vernünftig. Schließlich steht der deutsche Fußball an einem weiteren Scheideweg. Sollte der – wahrscheinliche – Schritt der Trennung also vollzogen werden, kann es nur einen Nachfolger geben: Jürgen Klopp.
Jürgen Klopp kann sich Bundestrainer-Posten vorstellen
Wie SPORT1 aus Klopps Umfeld erfahren hat, kann sich der gebürtige Stuttgarter eine Beschäftigung als Bundestrainer sehr gut vorstellen. Dass er nach der bitteren Pleite der deutschen Mannschaft gegen Paraguay wenig dazu sagen wollte, ist nachvollziehbar.
„Ich verstehe das, dass, wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, mein Name in irgendeiner Form genannt wird. Aber es ist nicht der Moment, um darüber wirklich zu sprechen“, so Klopp.
Dementi? Fehlanzeige.
„Das ist jetzt eine Kuriosität, dass ich hier stehe“, räumte Klopp auf Nachfrage von Magenta-Moderator Johannes B. Kerner ein. Dennoch hat er mit seiner Nicht-Antwort genug gesagt.
Klopp hat Interesse am Bundestrainer-Posten
Dass Klopp Bundestrainer wird, wäre alles andere als überraschend. Immer wieder ließ er mit seinen Aussagen und seinem Wirken Interesse durchblicken.
„Mir wäre es lieber, die Leute denken: ‚Unter Umständen irgendwann in der Zukunft könnte das Jürgen Klopp machen‘, als wenn alle denken würden: ‚Der Letzte, der das machen sollte, ist Jürgen Klopp.‘“, erklärte er bereits Ende März auf SPORT1-Nachfrage auf einem Magenta-Event.
Gerade weil der Posten als Bundestrainer alles andere als aus der Luft gegriffen ist, sorgte sein berühmt-berüchtigter „Noch“-Kommentar für so viel Aufsehen.
Deshalb wäre Klopp prädestiniert
Seit WM-Beginn spukt der 59-Jährige nicht nur im Kopf von Nagelsmann herum, sondern steht auch als TV-Experte an der Seitenlinie. Mit seiner Erfahrung und seinem Standing wäre er für den Job prädestiniert. Eine Rückkehr in den Vereinsfußball ist für ihn derzeit nicht vorstellbar.
Dazu kommt seine wohl größte Gabe: Kommunikation. Klopp ist ein Mann der klaren und ehrlichen Worte. Jemand, der zu seiner Meinung steht und ein Menschenfänger ist. Genau diese Eigenschaften haben ihm nicht nur im Umgang mit Öffentlichkeit und Medien geholfen, sondern seine Teams auch zu dem gemacht, was sie unter ihm waren: Gewinnertypen mit starker Mentalität. Genau das würde man auch in der deutschen Nationalmannschaft wieder gern sehen.
Klar ist aber auch: Klopp hat sich durch seinen Wechsel ins RedBull-Imperium Kredit in Fußballdeutschland verspielt. Es wäre also die perfekte Möglichkeit, mit Erfolgen mit der DFB-Elf dieses Image aufzupolieren.