Ex-Nationalspieler Maurizio Gaudino hat Deutschland nach dem WM-Debakel vor einem Absturz in die Sphären Italiens gewarnt. „Es ist einfach traurig, dass der deutsche Fußball da ist, wo er gerade ist“, sagte der WM-Fahrer von 1994 bei einem Benefizspiel am Samstag zu Sky.
WM 2026: "Wir machen uns lustig über Italien - und sind auf bestem Wege dahin"
Warnung für DFB: Bald wie Italien?
„Wir machen uns immer lustig über andere Länder, wir machen uns lustig über Italien – und wir sind auf dem besten Wege, in die Richtung zu gehen“, sagte der einstige Mittelfeldspieler mit Blick auf die Squadra Azzurra, die 2014 zuletzt bei einer WM dabei war.
WM-Debakel: Gaudino warnt Deutschland vor Italien-Schicksal
Warum er für das DFB-Team so eine bedrohliche Kulisse zeichnet? „Weil wir zwar Fußballer haben, aber nicht mehr auf dem Niveau, auf dem wir sie international brauchen“, meinte Gaudino: „Das hat man jetzt bei der Weltmeisterschaft ganz deutlich gesehen.“
Er sei schon vor dem Turnier in Nordamerika skeptisch gewesen, „leider hat es sich bestätigt“, erklärte der 59-Jährige, der 1992 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister war.
Deutliche Kritik an Nagelsmann: „Der Karren war so zerfahren …“
Die Trennung von Bundestrainer Julian Nagelsmann ist für Gaudino „die logische Konsequenz.“
„Er war ja sehr stabil mit seinem Interview nach dem Spiel. Da war ich einer der Ersten, der ein bisschen mehr Demut gefordert hat“, kritisierte der Ex-Profi. Er zog den Vergleich zu 1994: „Da hat ja selbst Berti Vogts gesagt, dass er Bedenkzeit braucht. Er ist zwar dann nochmal gestartet und glücklicherweise 1996 Europameister geworden.“
Bei Nagelsmann hätte das aber keinen Sinn ergeben, meinte Gaudino: „Jetzt ist bei uns der Karren so zerfahren gewesen, dass er gar keine andere Möglichkeit mehr gehabt hat.“
Umso größere Hoffnungen setzt Gaudino in den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp – obwohl die Herausforderung gigantisch sei. „Auch Klopp wird viele Schwierigkeiten haben“, stellte Gaudino klar: „Ich hoffe, dass er die richtigen Fäden ziehen kann beim DFB und über den Nachwuchs bis nach oben es so durchstrukturieren kann, dass wir wieder erfolgreich werden.“