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Handball-EM: "Geil, Alfred!" Legenden feiern Gislason-Aktion gegen Frankreich

Legenden feiern Gislason-Aktion

Alfred Gislason nimmt gegen Frankreich eine Auszeit im perfekten Moment. Mehrere deutsche Legenden feiern ihn dafür.
Juri Knorr wirft die deutsche Handball-Nationalmannschaft nahezu eigenhändig ins EM-Halbfinale. Ein Teamkollege und sein Trainer loben den DHB-Star.
Alfred Gislason nimmt gegen Frankreich eine Auszeit im perfekten Moment. Mehrere deutsche Legenden feiern ihn dafür.

Alfred Gislason streckte seine Arme aus, setzte ein Lächeln auf und nickte dann seinem Co-Trainer Erik Wudtke zu. Beim 38:34 gegen Frankreich im entscheidenden Hauptrunden-Duell der EM sorgte der Bundestrainer auch bei drei deutschen Legenden für Freude.

In der 50. Minute bahnte sich ein Krimi an. Deutschland führte mit 30:28, doch Frankreich machte Druck. Spielmacher Nils Lichtlein wollte an den Kreis zu Johannes Golla passen, verfehlte aber. Doch Sekundenbruchteile vor dem Pass hatte Gislason auf den Buzzer an der Seitenlinie gehauen und damit den Ballverlust verhindert.

Pascal Hens jubelte bei Dyn: „Geile Auszeit!“ Stefan Kretzschmar stimmte kurzerhand einen Fangesang an und sang: „Beste Auszeit, beste Auszeit.“

Der ehemalige Linksaußen fasste zusammen: „Er macht alles richtig heute, wechselt gut und dann die perfekte Auszeit. Geil, Alfred!“

Kretzschmar, Kraus und Hens feiern Gislason

Auch Mimi Kraus jubelte: „Damit hat Alfred alles wiedergutgemacht.“

Noch in der Vorrunde hatten die drei Experten deutliche Kritik am Bundestrainer geäußert und ihn vor allem für eine Auszeit im falschen Moment verbal angegriffen. Gislason drückte auf den Buzzer, genau bevor der Ball ins serbische Tor ging.

Nun hatte Gislason aber den richtigen Riecher und stoppte die Partie im richtigen Moment. Im ZDF sagte er zu der Szene: „Ich sage es mal so: Das ist natürlich ein Risiko. Hätte Golla den Ball gefangen und ein Tor gemacht, würdet ihr jetzt ein bisschen anders reden.“

Rückblickend auf die Partie gegen Serbien sagte er: „Aber ich habe dieses Risiko schon zehnmal in meiner Karriere so gehabt und neunmal lag ich richtig, aber einmal lag ich falsch. Aber es ist eben so. Man muss als Trainer Entscheidungen treffen und dazu stehe ich.“

Nach der Partie gab Gislason in der Mixed Zone auf SPORT1-Nachfrage noch einmal genauere Einblicke in seinen Gedankengang.

„Ich habe gesehen, es kommt ein Pass, der schwierig sein könnte, dass Golli ihn fängt, weil zwei Abwehrspieler zurückgehen auf Golli. Deswegen habe ich das so eingeschätzt, dass der nicht so gut ankommen wird. Also habe ich das riskiert“, beschrieb Gislason.

ZDF-Experte Sven-Sören Christophersen freute sich ebenfalls: „Diese Geste war so sinnbildlich. Diese Erleichterung, genau den Punkt getroffen zu haben. Das zeigt doch auch, wie eng das beieinander ist. Den Moment so zu treffen in diesem Turnier, das macht es rund. Es hat mich extrem für Alfred gefreut.“

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