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Ronaldo-Erbe beendet ewigen Albtraum - und lässt eine Nation träumen

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Real-Flop lässt eine Nation träumen

Bei Real Madrid sollte er Cristiano Ronaldo beerben. Danach folgte ein Absturz in die Bedeutungslosigkeit und eine schier ewig andauernde Flaute. Nun macht er einen Schritt zurück - und lässt eine Nation träumen.
Real Madrid holt Mariano Diaz von Olympique Lyon zurück. Nicht nur seine neue Rückkennummer "7" von Cristiano Ronaldo verspricht großes Spektakel.
Bei Real Madrid sollte er Cristiano Ronaldo beerben. Danach folgte ein Absturz in die Bedeutungslosigkeit und eine schier ewig andauernde Flaute. Nun macht er einen Schritt zurück - und lässt eine Nation träumen.

Als Stürmer wird man im Fußball an Toren gemessen. Bereits wenige Spiele ohne Tor können am Selbstvertrauen eines Angreifers nagen. Je länger die Flaute anhält, desto schlimmer.

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Als Mariano Díaz 2018 zu Real Madrid wechselte und die Rückennummer sieben, die durch den zuvor abgewanderten Cristiano Ronaldo freigeworden war, übernahm, hatte er sich seine Karriere mit Sicherheit anders vorgestellt.

1135 Tage lang blieb er bis zuletzt ohne Tor, für einen Stürmer muss sich das wie ein ewiger Albtraum anfühlen. Als Folge der mehr als dreijährigen Flaute ist der 31-Jährige inzwischen seit dem Sommer 2024 ohne Verein. Und doch traf er, weil er einen bemerkenswerten Schritt wagte.

Nach zwölfjähriger Abstinenz kehrte Díaz als vereinsloser Spieler in die Nationalmannschaft der Dominikanischen Republik zurück, für die er 2013 seinen bislang einzigen Einsatz absolviert hatte. Das Vertrauen zahlte er sogleich mit einem sehenswerten Treffer zurück.

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Díaz beendet eine Flaute von 1135 Tagen

Im Testspiel gegen Puerto Rico (2:0) am vergangenen Mittwoch nahm er einen langen Ball technisch versiert mit der Brust an und schloss gekonnt ins lange untere Eck ab. Der Bann war gebrochen, das sorgte auch bei Díaz für Erleichterung.

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„Es war ein sehr schönes Gefühl, auf den Platz zurückzukehren und wieder ein Tor zu schießen. Das ist das, was ich am meisten mag“, freute sich der Stürmer, dessen Mutter Dominikanerin ist.

„Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt, dass ich dafür bete, dass er ein Tor schießt, und er hat mich herzlich umarmt. Und nach dem Spiel hat er mich noch einmal umarmt“, zeigte sich Marcelo Neveleff, Trainer der Nationalmannschaft, nach der Partie bei The Athletic euphorisch.

„Wir haben ihm alle die Daumen gedrückt“, freute sich der Argentinier, der zudem die Gründe für Díaz' Rückkehr lieferte: „Er glaubte, dass wir ihm helfen könnten, seine Karriere wieder in Gang zu bringen. Deshalb war es eine Win-win-Situation für uns alle.“

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Der Traum von Spanien, der nie aufging

Der Plan war ursprünglich mal en anderer. Díaz, dessen Vater aus Spanien stammt, wurde in Barcelona geboren und hatte eigentlich das Ziel, irgendwann für die spanische Nationalmannschaft aufzulaufen. Das ist auch der Grund, warum er 2013 seinen bis zuletzt einzigen Einsatz für die Nation seiner Mutter gegeben hatte.

In der spanischen Sportzeitung Marca hatte er eine Nominierung für La Furia Roja einst als „einen Traum, den ich habe, seit ich klein war“ bezeichnet. Die Dominikanische Republik habe zwar um ihn geworben, „aber ich habe den Wunsch und die Absicht, für Spanien zu spielen“.

Was aus heutiger Sicht wie ein unrealistisches und realitätsfernes Ziel klingt, war aber damals gar nicht so weit hergeholt.

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Real machte Díaz zum Ronaldo-Nachfolger

Díaz, der 2011 mit 18 Jahren von seinem katalanischen Heimatklub Badalona in La Fábrica, die Nachwuchsakademie von Real Madrid, wechselte, galt als hoffnungsvolles Talent, auch wenn er sein Debüt für die erste Mannschaft der Madrilenen erst 2016 im Alter von 23 Jahren gab.

In jener Saison (2016/17), in der er hinter Karim Benzema und Álvaro Morata der dritte Stürmer der Mannschaft war, kam er als Joker auf sieben Torbeteiligungen in knapp 300 Minuten. Eine überragende Quote, die Olympique Lyon auf ihn aufmerksam machte.

Nach seinem Wechsel nach Frankreich für acht Millionen Euro sollte sein Stern dann so richtig aufgehen. In der Spielzeit 2017/18 brachte es Díaz auf überragende 20 Tore und sechs Vorlagen, woraufhin Madrid im Sommer eine Rückkaufklausel in Höhe von 21,5 Millionen Euro zog. Doch so schnell, wie Díaz aufstieg, so schnell stürzte er wieder herab.

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Nachdem er 2018 nach Madrid zurückgekehrt war und die Rückennummer von Ronaldo übernommen hatte, war er zumeist nur Bankwärmer. In den fünf folgenden Jahren brachte er es lediglich auf acht Scorerpunkte - und damit auf nur einen mehr als in seiner Debüt-Saison 2016/17, in der er fast gar nicht gespielt hatte. Immerhin zwei Champions-League-Titel nahm Díaz mit, wenngleich er sportlich keinen wirklichen Anteil an den Erfolgen hatte.

Nach Ablauf seines Fünfjahresvertrags war folgerichtig Schluss bei den Blancos. Beim FC Sevilla sollte die Karriere wiederbelebt werden, doch auch dort scheiterte Díaz, blieb sogar torlos, wie bereits in seiner letzten Saison in Madrid. Nach zwei Jahren ohne Tor, sein letztes auf Klub-Ebene schoss er im Februar 2022 gegen Cádiz, war es im Sommer kein leichtes Unterfangen, einen neuen Klub zu finden - bis heute hält die Suche an.

Ist die Dominikanische Republik der Weg zurück?

Doch auch ohne Arbeitgeber scheint sich der inzwischen 31-Jährige fitzuhalten. „Ich habe ihn am ersten Tag im Training gesehen und es war offensichtlich, dass er die ganze Zeit trainiert hat “, sagte Neveleff, der seinen Schützling für seine Widerstandsfähigkeit lobte: „Er ist mental sehr stark.“

Einen Klub zu finden, wäre jetzt der nächste Schritt, für den argentinischen Trainer ist es nur eine Frage der Zeit. „Ich glaube nicht, dass er lange ohne Mannschaft sein wird.“ Doch auch ohne Klub hätte er seinen Platz beim Weltranglisten-157. so gut wie sicher. „Es ist mein Plan, ihn um jeden Preis zu behalten“, stellte Neveleff klar.

Denn die Dominikanische Republik hat große Ziele: Der Traum von der ersten WM-Teilnahme soll Realität werden. In der Qualifikationsgruppe steht derzeit Platz drei hinter Jamaika und Guatemala zu Buche, die beiden Erstplatzierten ziehen in die nächste Runde ein. Dort ist in einer Vierergruppe Platz eins für die direkte WM-Qualifikation notwendig - ein äußerst kompliziertes Unterfangen für den Fußball-Zwerg.

Ein Díaz in alter Stärke könnte die Nation dem Tram näher bringen - und auch ihn selbst für Klubs wieder interessant machen.