Das Finale der Staatsmeisterschaft von Minas Gerais – dem traditionsreichen Campeonato Mineiro – zwischen den brasilianischen Klubs Cruzeiro und Atlético Mineiro ist völlig aus dem Ruder gelaufen. In der Nachspielzeit gerieten zahlreiche Spieler beider Teams aneinander, es kam zu üblen Szenen und wilden Verfolgungsjagden über den Platz. Mittendrin: auch Hulk, einst Star beim FC Porto und bei Zenit St. Petersburg – und Kaua Prates, der im Sommer zu Borussia Dortmund geht.
Massenschlägerei! Auch Hulk teilt aus
Massenschlägerei! 23 Mal Rot!
Der Funke zur Eskalation sprang nur etwa 30 Sekunden vor Ablauf der sechsminütigen Nachspielzeit über. Nach einem Schussversuch rutschte Angreifer Christian mit voller Wucht in Atlético-Torwart Everson hinein. Der Keeper reagierte empört, rempelte seinen Gegenspieler um und drückte ihn mit den Knien zu Boden. Wenig später entwickelte sich daraus ein handfester Eklat auf dem Platz.
Schiedsrichter zeigt nachträglich 23 Rote Karten
Lucas Romero attackierte den Keeper zunächst mit einem Sprungtritt, nachdem dieser zuvor bereits von Matheus Henrique getroffen worden war. Die Spieler von Atlético Mineiro reagierten umgehend – binnen Sekunden waren fast alle Akteure an einer wüsten Prügelei mit Schubsern, Schlägen und Tritten beteiligt. Selbst das schnelle Eingreifen der Sicherheitskräfte beide Teams und der Militärpolizei konnte die Gemüter in keiner Weise beruhigen. Auch nicht das von Hulk.
Der 39-Jährige schlug Lucas Romero mit voller Wucht gegen den Hinterkopf und streckte ihn zu Boden. Daraufhin mischte sich auch der Argentinier Lucas Villalba ein und konterte mit einem Tritt gegen den Stürmer. Hulk wiederum suchte sofort die Revanche und holte zu einem weiteren Schlag aus – erwischte ihn diesmal aber nicht. Schiedsrichter Matheus Delgado Candancan stand während der chaotischen Szenen machtlos daneben.
Berichten übereinstimmender Medien zufolge sah sich der Referee sogar gezwungen, während der Tumulte Polizeischutz anzufordern. Seine Reaktion auf dem Platz fiel allerdings einigermaßen kurios aus: Trotz allem zeigte Candancan keinem der beteiligten Akteure eine Gelbe oder Rote Karte. Hinterher im offiziellen Spielbericht gab er dann gleich 23 Platzverweise an.
Auch BVB-Neuzugang in Massenschlägerei verwickelt
Neben den Auslösern Christian sowie Everson und Hulk wurde unter anderem auch Kaua Prates bestraft, der im Sommer von Cruzeiro zu Borussia Dortmund wechseln wird. Seine Rote Karte ist wohl die Folge eines Trittes gegen den am Boden liegenden Gegenspieler. In den sozialen Medien kursiert ein Video, das Prates mit der Rückennummer 36 bei der Aktion zeigen soll.
Hulk entschuldigte sich nach dem Spiel zwar bei den Fans, übte aber zugleich scharfe Kritik am Schiedsrichter. „Ich habe dem Referee schon zu Beginn gesagt, dass es Ärger geben würde. Er hatte keine Persönlichkeit. Wenn man ein, zwei oder drei Spieler vom Platz stellen muss, dann muss man das tun! Er hatte Angst, dieses Finale zu leiten.“
„Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einem Spiel an Gewalt beteiligt gewesen zu sein. Ich werde nicht müde, mich dafür zu entschuldigen“, sagte Hulk weiter. „Wir versuchen, die Situation zu beruhigen, aber wenn man hitzig ist und sieht, wie ein Teamkollege attackiert wird, reagiert man reflexartig. Dennoch: Es hätte so nicht passieren müssen.“
Dass Cruzeiro das Finale am Ende mit 1:0 gewann, geriet angesichts der Eskalation fast zur Randnotiz.