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Aufstieg dank Niederlage? "Beschämende" Farce jetzt Wirklichkeit

Die Aufstiegs-Farce ist perfekt

Der FC Den Bosch hat sich mit einer Niederlage für die Aufstiegs-Playoffs in der zweiten niederländischen Liga qualifiziert. Dank einer absurden Ausgangslage hatte das Team auf genau dieses Resultat hoffen müssen, ein Sieg hätte ihnen geschadet. Der niederländische Verband steht nun in Erklärungsnot.
Der FC Den Bosch kämpft in der zweiten niederländischen Liga noch um den Aufstieg – und steht dabei vor einer kuriosen Situation: Eine Niederlage könnte tatsächlich von Vorteil sein. Diese ungewöhnliche Ausgangslage ist dem komplexen Ligasystem geschuldet.
Der FC Den Bosch hat sich mit einer Niederlage für die Aufstiegs-Playoffs in der zweiten niederländischen Liga qualifiziert. Dank einer absurden Ausgangslage hatte das Team auf genau dieses Resultat hoffen müssen, ein Sieg hätte ihnen geschadet. Der niederländische Verband steht nun in Erklärungsnot.

Es hatte sich angedeutet, nun ist es Realität: In der Keuken Kampioen Divisie, der zweiten niederländischen Liga, hat sich der FC Den Bosch für die Aufstiegs-Playoffs qualifiziert – und das auf eine Art und Weise, die in klarem Kontrast zum Ideal vom fairen Wettkampf steht.

Denn der FC musste sein letztes Saisonspiel vor heimischer Kulisse gegen ADO Den Haag verlieren (!), um sich noch einen Platz im Aufstiegsrennen zu sichern! Und so kam es auch: Den Bosch unterlag am Freitagabend gegen den Tabellenführer mit 1:3 – und durfte so den Einzug in die Playoffs feiern.

Bizarre Ausgangslage: Den Bosch hoffte auf Niederlage

Die Szenen auf den Rängen im Stadion De Vliert muteten geradezu bizarr an: Die Heim-Fans bejubelten den 1:0-Führungstreffer der Gäste wie ein eigenes Tor und pfiffen den Schiedsrichter bei Entscheidungen zugunsten der eigenen Mannschaft aus. Jedes Mal, wenn sich Den Haag über die Mittellinie wagte, brandete Applaus auf.

Für Den Bosch war die Aufgabe so eindeutig wie absurd: Eine Niederlage gegen ADO bot die beste Chance auf das letzte Playoff-Ticket. Möglich hatte die kuriose Ausgangslage das komplexe Ligasystem gemacht, in dem die Saison in mehrere Perioden unterteilt wird: Neben den bestplatzierten Teams in der Tabelle qualifizieren auch die jeweiligen Perioden-Sieger für die Playoffs.

Da in der letzten Periode der Spielzeit nun Den Boschs Gegner aus Den Haag sowie Vitesse Arnheim um den Sieg in der Mini-Tabelle kämpften, musste Den Bosch darauf hoffen, dass der bereits sicher aufgestiegene ADO die Periode vor Arnheim gewinnt, damit diese als Periodensieger nicht mehr in die Playoffs einziehen und Den Bosch den letzten Platz wegschnappen.

Niederlande: Heim-Fans feuern Gegner an

Doch das geschah nicht – die Fans im De Vliert feuerten die Gäste lautstark an, um bloß keinen eigenen Sieg zu riskieren. Sogar eine Den-Haag-Fahne wurde in den Block der Heimfans geschmuggelt – das war dann aber wohl doch zu viel des Guten: Den-Bosch-Ultras gingen auf den entsprechenden Fan los und entrissen ihm die Fahne rabiat.

Beim zwischenzeitlichen Tor zum 0:2 gab Den-Bosch-Torwart Pepijn van de Merbel zudem kein gutes Bild ab und spielte einen haarsträubenden Fehlpass. Dem Keeper hierbei Absicht unterstellen zu wollen, wäre deutlich zu hart, dennoch wirft sein Fehler angesichts der seltsamen Situation nun natürlich Fragen auf.

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Den Boschs Spieler Nick de Groot versuchte die absurde Szenerie nach Abpfiff noch klein zu reden:  „Ich denke, die Medien haben daraus eine sehr große Sache gemacht. Diese Szenarien nützen dir vor dem Match nichts“ sagte er. Man sei „wie immer ins Spiel gegangen. Du willst als Sportler gewinnen, also sagst du nicht im Voraus, dass du verlieren wirst.“

Spielabbruch im Aufstiegsrennen

Im Parallelspiel von Vitesse Arnheim, die Den Bosch noch aus den Playoffs hätten verdrängen können, machte die Nachricht von der klaren Pleite gegen Den Haag schnell die Runde: In der zweiten Halbzeit musste das Spiel gegen Cambuur zweimal abgebrochen werden, weil Vitesse-Anhänger Leuchtfackeln auf das Spielfeld und in einen angrenzenden Cambuur-Bereich warfen, schließlich wurde die Partie beim Stand von 2:1 sogar gänzlich abgebrochen.

Im Sinne eines fairen sportlichen Wettbewerbs dürfte der letzte Spieltag in den Niederlanden getrost als Schmach bezeichnet werden, das Presseecho fiel entsprechend aus.

De Telegraaf sprach von einem „beschämenden“ Spieltag: „Die unschönen Ereignisse erfordern eine sehr gründliche Bewertung durch den KNVB und die CED (Coöperatie Eerste Divisie), die Reformen in den Regeln für die Periodenwertung umsetzen müssen, um eine Wiederholung dieser unerwünschten Situation zu vermeiden“, heißt es dort.