Lamine Yamal, Offensivspieler der spanischen Nationalmannschaft und des FC Barcelona, hat nach den antimuslimischen Sprechchören beim Testspiel zwischen Spanien und Ägypten deutliche Worte gefunden.
"Respektlos und unerträglich": Yamal gibt Statement ab
Yamal verurteilt Schmähgesänge
Der 18‑Jährige zeigte sich in einer ausführlichen Stellungnahme tief betroffen von den Ereignissen im RCDE Stadium von Cornellà.
„Ich bin Muslim, Alhamdulillah“, schrieb der junge Superstar bei Instagram: „Gestern war im Stadion der Gesang: ‚Wer nicht mitmacht, ist Muslim‘ zu hören. Ich weiß, dass er sich gegen die gegnerische Mannschaft richtete und nichts Persönliches gegen mich war, aber als Muslim empfinde ich das dennoch als respektlos und unerträglich.“
Yamal erhebt Rassismus-Vorwurf
Er verstehe, dass nicht alle Fans diese Sichtweisen vertreten: „Aber diejenigen, die solche Dinge singen: Eine Religion auf dem Spielfeld zum Gegenstand von Spott zu machen, lässt euch als ignorante und rassistische Menschen dastehen.“
Fußball sei dazu da, „um Spaß zu haben und die Mannschaft anzufeuern, nicht um Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihres Glaubens zu respektlos zu behandeln.“
Bereits kurz nach dem Anpfiff waren aus Teilen der Tribüne wiederholt die Gesänge „musulmán el que no bote“ [deutsch: ‚Wer nicht mitmacht, ist Muslim‘, Anm. d. Red.] zu hören. Yamal verließ das Spielfeld später sichtlich niedergeschlagen.
Spaniens „Nacht der Schande“
Die Polizei hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen. „Rassistische Beleidigungen und Sprechchöre sind eine Schande für unsere Gesellschaft. Die extreme Rechte wird keinen Raum vor ihrem Hass verschonen, und wer heute schweigt, macht sich mitschuldig“, schrieb Felix Bolanos, Spaniens Justizminister, bei X.
Die Sportzeitung Marca sprach von einer „Nacht der Schande“.
Auch Nationaltrainer Luis de la Fuente kritisierte das Verhalten eines Teils der 35.000 Zuschauer scharf. „Das ist unerträglich. Gewalttätige Menschen nutzen den Fußball, um sich einen Platz zu verschaffen“, so der 64-Jährige – und fügte an: „Sie müssen aus der Gesellschaft entfernt, identifiziert und so weit wie möglich ferngehalten werden.“