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Sensationstitel verspielt! Fußball-Märchen endet bitter

Celtic zerstört schottische Sensation

Torhüter Alexander Schwolow verliert mit Heart of Midlothian den Meistertitel in Schottland im direkten Duell gegen den neuen Rekordmeister.
Für die Hearts of Midlothian kam es bei Celtic Glasgow ganz dicke
Für die Hearts of Midlothian kam es bei Celtic Glasgow ganz dicke
© IMAGO/Focus Images
Torhüter Alexander Schwolow verliert mit Heart of Midlothian den Meistertitel in Schottland im direkten Duell gegen den neuen Rekordmeister.

Celtic Glasgow hat dem Fußball-Märchen von Heart of Midlothian am letzten Spieltag der schottischen Meisterschaft ein Happy End verwehrt. Durch ein 3:1 (1:1) im direkten Duell entriss die Mannschaft von Teammanager Martin O’Neill dem Außenseiter um den deutschen Torhüter Alexander Schwolow noch die Tabellenführung und feierte mit zwei Punkten Vorsprung den 56. Liga-Titel.

Celtic überholte mit der vierten Meisterschaft in Serie und der 13. in den vergangenen 14 Jahren auch Lokalrivale Rangers (55).

Schottisches Drama: „Der größte Sieg aller Zeiten“

„Das ist der größte Ligasieg – wahrscheinlich der größte aller Zeiten“, erklärte Celtic-Verteidiger Alistair Jonston: „Man darf uns niemals abschreiben. Wir hatten einfach das Gefühl, dass wir einen Weg finden würden. Unglaublich.“

Trainer Martin O’Neill sei „ein Gewinner. Man sollte ihm eine Statue errichten, so einfach ist das. Er findet einfach immer einen Weg zum Sieg.“

Riesiges Drama im Duell zwischen Celtic Glasgow und Heart of Midlothian

Vor den Augen von Celtics Edelfan Rod Stewart erzielte der Japaner Daizen Maeda (87.) den entscheidenden Treffer zum Sieg und zur Rekordmeisterschaft. Callum Osmand machte tief in der Nachspielzeit (90.+8) alles klar, als Schwolow aufgerückt und das Hearts-Tor leer war.

Kapitän Lawrence Shakland hatte die Hearts im Celtic Park mit seinem 16. Saisontor zunächst in Führung gebracht (43.). Der Belgier Arne Engels, 2024 vom FC Augsburg zu Celtic gewechselt, verwandelte einen Handelfmeter zum Ausgleich (45.+4). Der langjährige Bundesliga-Torhüter Schwolow hatte dabei die Ecke geahnt, der Ball aber rutschte unter seinem Körper durch.

Die zweite Halbzeit geriet immer mehr zu einer Abwehrschlacht der Hearts. Der Nigerianer Kelechi Iheanacho vergab dabei zunächst die Führung für Celtic – er traf nur den Pfosten (79.). Kurz darauf lenkte Schwolow einen Schuss des Schweden Benjamin Nygren über die Latte (80.).

Der VAR lässt alle Dämme brechen

Der Treffer von Maeda wurde erst nach längerer Videoüberprüfung – der VAR spielte schon am vorletzten Spieltag eine große Rolle – anerkannt, der Torschütze wurde nach Verkündung der Entscheidung sofort extrem emotional. Doch noch waren acht Minuten zu spielen.

Osmand konnte kurz vor Spielende ins verlassene Tor der Hearts einschieben, nachdem Schwolow sich mit in den Strafraum von Celtic begeben hatte. Es kam sofort zum Platzsturm – mehrere Minuten lang war überhaupt nicht klar, ob das Spiel schon abgepfiffen war. „Celtic bricht Herzen“, titelte die Daily Mail, als Klarheit herrschte.

Die BBC berichtete, dass Glasgow-Fans bei dem Platzsturm Hearts-Kapitän Lawrence Shankland attackierten.

Die Hearts hatten ihren fünften Meistertitel bereits 1965 und 1986 am letzten Spieltag verpasst. Der letzte schottische Meister, der nicht Celtic oder Rangers hieß, war 1985 der FC Aberdeen, der damals unter Sir Alex Ferguson seinen Erfolg von 1984 hatte wiederholen können.