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Bekommt er noch mal eine Chance?

Was macht eigentlich Moukoko?

2022 reiste Youssoufa Moukoko noch als deutsche Hoffnung mit zur WM nach Katar. Aus dem Dunstkreis der Nationalmannschaft ist er seitdem aber völlig verschwunden. Wie es ihm in Dänemark geht.
Youssoufa Moukoko spielt mittlerweile für den FC Kopenhagen
Youssoufa Moukoko spielt mittlerweile für den FC Kopenhagen
© IMAGO/NurPhoto
Lars Hinzberg
2022 reiste Youssoufa Moukoko noch als deutsche Hoffnung mit zur WM nach Katar. Aus dem Dunstkreis der Nationalmannschaft ist er seitdem aber völlig verschwunden. Wie es ihm in Dänemark geht.

Mit der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hat Youssoufa Moukoko nichts tun. Während sich die DFB-Elf durchs Turnier müht, kickte das einstige Wunderkind auf den Trainingsplätzen Dänemarks und bereitet sich mit dem FC Kopenhagen auf die kommende Saison vor.

Ein lupenreiner Hattrick in gerade einmal 23 Minuten gelang dem immer noch erst 21-Jährigen am Samstag im Testspiel gegen den schwedischen Erstligisten Mjällby AIF. Kopenhagen gewann, dank Moukoko, am Ende mit 5:3. In Dänemark scheint sich der Stürmer inzwischen wieder etwas wohler zu fühlen. Die letzten Jahre waren für ihn jedoch ein stetes Auf und Ab.

Moukoko: Dortmunder Wunderkind fährt zur WM

Die Geschichte von Moukoko ist bekannt. Schon früh brillierte der Deutsch-Kameruner in deutlich höheren Altersklassen der Juniorenmannschaften des DFB und Borussia Dortmunds. Mit 16 Jahren und einem Tag gab er 2020 schließlich als jüngster Spieler der Geschichte sein Bundesligadebüt.

Vier Wochen später folgte gegen Union Berlin der nächste Eintrag ins Geschichtsbuch, als er sich mit seinem ersten Treffer auch noch zum jüngsten Bundesliga-Torschützen machte. Moukoko hatte sich einen festen Platz im Dortmunder-Kader erspielt.

Im Vorfeld der Winter-WM in Katar überzeugte er schließlich auch den damaligen Bundestrainer Hansi Flick, der ihn nach sechs Toren und vier Vorlagen zwischen August und November 2022 für seinen Turnierkader nominierte.

Beim knappen Sieg im letzten Vorbereitungsspiel gegen den Oman startete Moukoko direkt in der ersten Elf. Bei der Auftaktniederlage gegen Japan durfte er in den letzten Minuten erste WM-Luft schnuppern. Die weiteren Spiele verfolgte er anschließend als Bankdrücker und hatte beim abermaligen Vorrunden-Aus keinen Einfluss mehr.

Über die U21 zurück zur Nationalmannschaft?

Für die A-Nationalmannschaft sollte es vorerst auch sein letzter Einsatz bleiben. Sowohl Hansi Flick als auch sein Nachfolger Julian Nagelsmann vertrauten im Sturmzentrum lieber auf Niclas Füllkrug, Kai Havertz und Co. Zu wechselhaft waren seine Leistungen in der Bundesliga.

Anders sah die Situation in der deutschen U21 aus. Antonio Di Salvo berief ihn auch nach seiner WM-Teilnahme weiterhin zu den DFB-Junioren, wo Moukoko in gewohnter Manier zu überzeugen wusste.

Zwar kam er beim überraschenden Gruppen-Aus bei der EM 2023 nur zu einem Einsatz und blieb torlos, bei der anschließenden Qualifikation für die U21-EM 2025 ließ er mit sechs Toren in sechs Spielen aber wieder seine einst so gefürchtete Torgefahr aufblitzen.

In Dortmund wurde der öffentliche Druck auf den Senkrechtstarter derweil immer größer. Sechs Tore in 27 Einsätzen in der Saison 23/24 reichten nicht aus, um die hohen Erwartungen an den damals 19-Jährigen zu erfüllen. Im Sommer 2024 verlieh ihn der BVB schließlich nach Frankreich zum OGC Nizza.

So richtig Fahrt nahm seine Karriere aber auch dort nicht auf. Nur elfmal stand er in der gesamten Saison in der Ligue 1 auf dem Platz. Für die Franzosen zu wenig für eine Festverpflichtung, für den BVB zu wenig für einen Kaderplatz. Und schließlich auch zu wenig für eine Nominierung zur U21-EM in der Slowakei.

Moukokos Weg nach Dänemark

Für den jungen Moukoko ging die Reise also weiter. Fünf Millionen Euro zahlte der dänische Meister vom FC Kopenhagen im Sommer 2025 für seine Dienste. Dort scheint der gebürtige Kameruner nun wieder etwas aufzutauen.

Schon vor dem Testspiel-Dreierpack war er in einer insgesamt enttäuschenden Saison, in der die Kopenhagener in die Abstiegsrunde mussten, einer der wenigen Lichtblicke – wenn auch zumeist nur als Joker von der Bank. In wettbewerbsübergreifend 41 Spielen gelangen dem 1,79 Meter großen Mittelstürmer 21 Torbeteiligungen.

Mit immer noch gerade einmal 21-Jährigen stehen dem einstigen Überflieger noch immer alle Türen offen. Vielleicht ja auch die zur Nationalmannschaft – irgendwann.