Verfrühtes Geburtstagsgeschenk für Cavan Sullivan: Elf Tage vor seinem 17. Geburtstag hat Trainer Mauricio Pochettino das Juwel erstmals für die Nationalmannschaft der USA berufen. Damit könnte er der jüngste Debütant seit Freddy Adu im Jahr 2006 werden.
16-Jähriger für US-Nationalmannschaft berufen
16-Jähriger für US-Nationalmannschaft berufen
Überraschend kommt dieser Schritt bei dem 16-Jährigen aus dem Jahrgang 2009 aber keineswegs. Bereits vor der Heim-WM der US-Boys war er immer wieder Thema gewesen, damals hatte er den Sprung zu den „Großen“ noch verpasst. Seitdem fügte er seiner Bewerbung beim Nationaltrainer weitere fünf Tore für Philadelphia Union in der MLS hinzu.
Cavan Sullivan mit 16 Jahren für die US-Nationalmannschaft nominiert
Sein Debüt in der höchsten Spielklasse der USA gab er im Alter von 14 Jahren, neun Monaten und 20 Tagen. Wenig überraschend hält er damit den Rekord für den jüngsten Spieler der Liga. Insgesamt kommt der Mittelfeldspieler in seiner Karriere bereits auf 48 Einsätze mit neun Toren sowie neun Vorlagen bei den Profis.
Mit seinem ersten Treffer im Mai dieses Jahres schnappte er sich auch noch den Rekord des jüngsten Torschützen der MLS‑Geschichte. Dabei an seiner Seite: sein sechs Jahre älterer Bruder Quinn Sullivan, der inzwischen auf über 130 Einsätze für die Profis von Philadelphia kommt.
Schon früh standen ob dieses raketenhaften Aufstiegs die namhaften Interessenten Schlange beim Wunderkind. Real Madrid, der FC Bayern oder PSG sollen früh ein Auge auf ihn geworfen haben. Bei Manchester City hält sich gar das Gerücht, der Offensivmann habe bereits einen Vorvertrag für einen Wechsel an seinem 18. Geburtstag unterschrieben.
Pulisic und Balogun fehlen, Tillman ist dabei
Auf Nationalmannschaftsebene wäre Sullivan bei einem Einsatz der siebtjüngste Profi der Verbands-Historie. Berücksichtigt man nur die letzten hundert Jahre, läge er auf Rang vier. Da seine Mutter in Deutschland geboren ist, wäre Sullivan sogar für den DFB infrage gekommen, er entschied sich aber schon früh für die Stars and Stripes.
Das Vertrauen in den Senkrechtstarter ist Teil der neuen Philosophie von Pochettino, der für die Spiele gegen Peru, Chile, Mexiko und Kanada neun Debütanten in sein 28-köpfiges Aufgebot berufen hat. Gleich zehn Profis sind 20 Jahre oder jünger.
„Wir müssen vorsichtig sein, denn wenn man jung ist, muss man natürlich selbstbewusst sein, an sich glauben und davon überzeugt sein, dass man seine Leistung bringen und gut abschneiden kann. Aber die Sache ist die: Das hat seine Grenzen. Das Gleichgewicht ist das Wichtigste“, trat der US-Coach dennoch auf die Bremse. Die Neuausrichtung nach der WM solle ein „Start von Null“ sein, erklärte er.
Ein paar bekannte Gesichter finden sich aber trotzdem im Kader wieder: Unter anderem sind die Bundesliga-Legionäre Malik Tillman (Bayer Leverkusen), Cole Campbell (SV Elversberg) oder Mathis Albert (BVB) nominiert. Ex-Dortmunder Christian Pulisic fehlt verletzungsbedingt, genauso wie Folarin Balogun, der mit seiner aufgehobenen Sperre Teil eines Skandals während der WM war.