Geht es ums Sportliche, ihr Talent oder ihre Leistung auf dem Platz, sind sie über jeden Zweifel erhaben. Es kommt nicht von ungefähr, dass Vinícius Jr. und Jude Bellingham vielerorts verehrt werden. Schenkt man dem Ballon d’Or Beachtung, handelt es sich schließlich um den zweit- und um den drittbesten Fußballer Europas.
Reals „unerträgliches“ Duo
Doch das ist eben nur eine Seite der Geschichte. Schließlich schreiben die beiden Superstars von Real Madrid immer häufiger Schlagzeilen abseits des Sportlichen - und die sind selten positiv. Beinahe jedes Spiel liefern Bellingham und Viní mehr Zündstoff für ihre Kritiker, so auch bei Reals Patzer gegen Osasuna (1:1).
Da war (mal wieder) eine peinliche Schwalbe des Brasilianers, die in den sozialen Medien (mal wieder) viral ging - sein englischer Teamkollege setzte allerdings noch einen drauf: Auf Platzverweis wegen Schiedsrichterbeleidigung entschied Referee José Luis Munuera Montero.
Flick bringt es auf den Punkt
Obwohl alles darauf hindeutet, dass es sich um ein Missverständnis handelt - und Bellingham nicht den Referee mit „fuck off“ beleidigte, sondern sich erst bei ihm beschwerte und dann „fuck off“ zu sich selbst sagte - steht die Aktion sinnbildlich für die andauernden Schiri-Proteste und könnte trotz allem eine harte Strafe von bis zu zwölf Spielen mit sich ziehen.
Übrigens soll Bellingham Montero in der Vergangenheit schon deutlich schlimmer beleidigt haben - womöglich hatte der Referee das noch im Hinterkopf.
Ex-Bundestrainer Hansi Flick ordnete die Szene jedenfalls treffend ein. „Es ist respektlos, ‚fuck off‘ oder ‚fuck you‘ zu sagen“, fasste Barcelonas Trainer zusammen und fügte an, dass die Situation gar nicht erst hätte entstehen dürfen, weil man als Spieler die Entscheidungen des Unparteiischen zu akzeptieren habe.
Real-Bosse schlechte Vorbilder?
Bei den Königlichen in Madrid sieht man das allerdings etwas anders. Mit zunehmender Häufigkeit beschweren sich die Verantwortlichen sogar öffentlich über „skandalöse“ Schiedsrichter und werfen dem Ganzen sogar Systematik vor.
Die Bosse lassen einen gewissen Sportsgeist vermissen - und wenn es der Klub nicht vorlebt, lernen es auch die Spieler nicht. In diesem Fall werden sie sogar zu immer mehr Protesten angestachelt.
Vielleicht ist auch das der Grund, warum Bellingham vom perfekten Schwiegersohn aus BVB-Zeiten zu einem Hass-Magneten wurde.
„Bellingham kam in unsere Liga und wurde als ein heiliger Mann verkauft, aber jetzt ist er zu einem verbitterten, aufmüpfigen, unerträglichen Fußballer geworden“, beschrieb die spanische Zeitung Sport die Entwicklung. Woher er das habe? Natürlich: von Vinícius.
„Aufschwung von Mbappé - Vollbremsung bei Viní“, schrieb die Marca Anfang Februar, der 24-Jährige wartet schließlich seit über drei Monaten auf ein Tor in La Liga.
Verlor Vinícius nicht nur aus sportlichen Gründen?
Die vergangenen fünf Spiele war er sogar ohne Torbeteiligung geblieben. „Vinícius gegen Vinícius“, lautete die treffende Überschrift der Zeitung. Der Brasilianer steht sich mal wieder selbst im Weg, dabei er wollte er nach dem Ballon-d’Or-Boykott - ein weiteres Beispiel für Reals mangelnden Sportsgeist - groß angreifen.
Offensichtlich ist ihm noch nicht klar geworden, dass er nicht nur aus sportlichen Gründen gegen Rodri verlor.
Denn vielleicht waren es die unsportlichen Aspekte, die ihn um die Trophäe brachten - wie seine Schwalben oder das Lamentieren beim Referee, das sich sein englischer Teamkollege nun abgeschaut hat.