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"Ein Tsunami!" Heftiges Trainer-Beben in Spanien?

„Tsunami auf Bänken von La Liga“ 

Bis zu 14 Klubs von Spaniens La Liga könnten im Sommer den Coach wechseln – prominente Namen wackeln gewaltig.
Real Madrid verlor die Partie gegen Bayern mit 3:4 in Unterzahl. Nach der Partie beschwerte sich Trainer Álvaro Arbeloa über die Gelb-Rote Karte für Eduardo Camavinga.
Bis zu 14 Klubs von Spaniens La Liga könnten im Sommer den Coach wechseln – prominente Namen wackeln gewaltig.

In der spanischen LaLiga deutet sich ein unglaubliches Trainer-Beben an. Zur kommenden Saison könnten mehr als die Hälfte aller Vereine auf einen neuen Trainer setzen.

Das deutet die spanische Sportzeitung Marca an und titelt: „Tsunami auf den Bänken von La Liga“. Demnach wackeln bei gleich 14 Vereinen die Trainer. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – und nicht nur sportlicher Natur.

Auch bei vermeintlich stabilen Vereinen könnte es zu Veränderungen kommen, wohl auch, weil diese Trainer große Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken. Insgesamt scheinen nur wenige Jobs richtig sicher zu sein.

LaLiga: Arbeloa droht Aus bei Real Madrid

Laut dem Bericht ist einer der Hauptbrennpunkte Real Madrid. Eigentlich steht Alvaro Arbeloa dort noch über die Saison hinaus unter Vertrag.

Der ehemalige Real-Spieler war nach der Trennung von Xabi Alonso vom Castilla- zum Cheftrainer aufgestiegen. Nach dem peinlichen Aus in der Copa del Rey, dem bitteren Scheitern in der Champions League gegen den FC Bayern und einer enttäuschenden Ligasaison steht er nun aber schon unter Druck.

Sollte in der spanischen Liga kein Wunder passieren, droht die zweite titellose Saison in Folge für die Königlichen. Auch deshalb steht Arbeloa an den verbleibenden Spieltagen unter Beobachtung.

Mit Marcelino, dem Trainer des FC Villarreal, soll ein weiterer Trainer gehörig unter Druck stehen. Und das, obwohl er mit seinem Team in der Liga auf dem dritten Rang steht. Doch das starke Abschneiden in der Liga wurde durch schwache Auftritte in der Champions League (nur ein Punkt in acht Spielen) und das Pokal-Aus im Sechszehntelfinale gegen Zweitligist Racing Santander getrübt. Der Vertrag des Spaniers läuft zum Saisonende aus.

Verdiente Trainer stehen vor dem Abschied

Bei Athletic Bilbao steht ein Wechsel auf der Trainerposition schon fest. Ernesto Valverde hat angekündigt, den Verein nach der Saison zu verlassen. Valverde hatte Bilbao nach seiner Rückkehr zurück in die Spur gebracht und wird große Fußstapfen hinterlassen.

Ähnlich ist die Situation beim FC Getafe, obwohl man mit Trainer José Bordalás eigentlich sehr zufrieden sein könnte. Der kleine Verein aus einem Vorort von Madrid hat erneut vorzeitig den Klassenerhalt geschafft. Der Vertrag des Spaniers läuft allerdings nach der Saison aus. Seine Erfolge dürften auch Interesse bei anderen, größeren Vereinen geweckt haben. Bei Getafe arbeitet er seit 2023 sehr erfolgreich.

Auf eine genauso erfolgreiche Zeit kann eigentlich auch Manuel Pellegrini bei Real Betis zurückblicken. Der Chilene ist seit 2020 in Sevilla im Amt und gewann mit Betis 2022 den spanischen Pokal. In der Liga läuft es gut. Betis steht auf dem fünften Platz. Das bittere Europa-League-Aus nach 2:0-Führung gegen Braga nährt aber Diskussionen über ein mögliches Ende seiner Ära.

Beim FC Girona und Rayo Vallecano laufen die Verträge der beiden Erfolgstrainer Míchel und Inigo Pérez aus. Beide Coaches haben mit attraktivem Fußball und starken Auftritten im Europapokal Begehrlichkeiten geweckt.

Abstiegskampf könnte Trainern den Job kosten

Neben diesen sieben Trainern könnte es zudem bei Teams zu Wechseln kommen, die den Ansprüchen deutlicher hinterherhinken.

Beim FC Valencia besitzt Carlos Corberán zwar einen Vertrag bis 2027, doch die Nähe zur Abstiegszone verschärft die Debatte um seine Person. Die kommenden sieben Partien gelten als richtungsweisend, ob er beim Traditionsverein weitermachen darf.

Gleiches gilt für Martín Demichelis bei RCD Mallorca sowie Luis García Plaza beim FC Sevilla. Beide Trainer stehen nur bis Saisonende unter Vertrag und stecken mit ihren Teams mitten im Abstiegskampf. Nur bei einem Klassenerhalt könnte es für beide bei ihren Vereinen weitergehen.

Eine Trennung ist aber auch beim Verbleib in LaLiga nicht sicher. Ex-Bayern-Star Demichelis konnte zuletzt immerhin mit einem Überraschungs-Erfolg gegen Real Madrid punkten.

Auch Quique Sánchez Flores bei Deportivo Alavés (17.) und Eder Sarabia beim Aufsteiger Elche (18.) kämpfen um Planungssicherheit. Levantes Luís Castro darf trotz der schwierigen Lage (19. Platz) auf das Vertrauen der Verantwortlichen hoffen, während die Zukunft von Guillermo Almada bei Oviedo (20.) von den Leistungen im Saison-Endspurt abhängt.

Nur sechs Trainer scheinen eine Jobgarantie zu haben

Sicher scheinen aktuell nur Hansi Flick, Diego Simeone, Pellegrino Matarazzo, Alessio Lisci, Manolo González und Claudio Giráldez zu sein.

Flick steht mit dem FC Barcelona nach einer starken Saison vor der zweiten Meisterschaft in Folge. Am Standing des Deutschen hat sich auch durch die bittere Niederlage in der Champions League gegen Atlético Madrid nichts geändert.

Speziell wegen dieses Duells hat auch Simeone seinen Job sicher. In LaLiga liegt Atletico mit 22 Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze zwar nur auf Rang vier und verlor auch das Finale der Copa del Rey gegen Real Sociedad, dafür lebt mit dem CL-Halbfinale noch ein Titel-Traum.

Grund zum Feiern hatte am Samstag Matarazzo nach dem dramatischen Pokalsieg: Für ihn ist es nicht nur der erste Titel als Chefcoach, er ist zudem der erste US-amerikanische Trainer, der in den europäischen Top-5-Ligen eine Trophäe gewinnt. Seitdem der ehemalige Bundesligatrainer im Baskenland übernommen hat, ging es für das Team stetig nach oben.

Gleiches gilt für Lisci, González und Giráldez, die mit ihren Vereinen Osasuna, Espanyol Barcelona und Celta Vigo ihre Saisonziele erreichen.