Unruhe im Bernabéu – die Fans sind mächtig aufgebracht: Beim Heimspiel von Real Madrid gegen Real Oviedo (Endstand: 2:0) tauchten trotz Kontrollen Protest-Banner gegen Präsident Florentino Pérez auf, anschließend bekam es Superstar Kylian Mbappé ab!
Heftige Pfiffe gegen Kylian Mbappé: "Im Bernabéu gibt es keine Vergebung"
„Im Bernabéu gibt es keine Vergebung“
Zu lesen war „Florentino, hau ab!“ und „Florentino schuldig“. Die Aktion war offenbar geplant: Die Banner erschienen jeweils bei Eckbällen, wenn die Kameras auf die Eckfahne schwenkten. Sicherheitsleute konnten die Transparente schließlich entfernen.
Real Madrid: Mbappé heftig ausgepfiffen
Und dann bekam auch Mbappé den Unmut der Fans zu spüren. Bei seiner Einwechslung in der 69. Minute wurde der Franzose von den eigenen Fans (!) ausgepfiffen.
Bei nahezu jedem Ballkontakt setzte es anfangs Pfiffe, ehe sich die Situation etwas beruhigte. Der 27-Jährige mutiert in Madrid allmählich zur Hassfigur. „Im Bernabéu gibt es keine Vergebung“, titelte die spanische Zeitung Marca.
Was die Pfiffe angeht, sagte Mbappé nach Abpfiff: „Das ist normal. Man muss es akzeptieren: Wenn man nicht gewinnt, ist das normal. Das passiert bei Real Madrid und bei jedem Verein auf der Welt.“
Begonnen hatte der Wirbel um Mbappé nach dem Ligaspiel gegen Betis Sevilla, bei dem er sich einen Muskelfaserriss zugezogen hatte und nach 81 Minuten ausgewechselt werden musste.
Während der Vorbereitung auf das Spiel gegen Espanyol Barcelona nutzte Mbappé anschließend einen freien Tag, um mit seiner Freundin Ester Expósito nach Italien zu fliegen. Erst zwölf Minuten vor dem Anpfiff der Partie landete der angeschlagene Franzose wieder in Madrid.
Angespannte Stimmung bei Real Madrid
Jüngst sorgte Mbappé immer wieder für Wirbel. Im Internet tauchte eine Petition auf, die den Abgang von Mbappé forderte. Bis Montag erzielte diese unglaubliche 73 Millionen Unterschriften – ein Meinungsbild, das zwar durch zahlreiche Bots unterstützt worden sein dürfte, sich in den sozialen Medien jedoch widerspiegelt.
Die Stimmung in Madrid bleibt also weiter angespannt – zwischen Rängen, Mannschaft und Präsidium. Präsident Pérez grüßte am Donnerstagabend zunächst, lieferte sich dann aber in einem ruppigen Ton ein Wortgefecht mit einem Anhänger unterhalb seiner Loge. In dieser Woche hatte er auf einer denkwürdigen Pressekonferenz Neuwahlen ausgerufen.
Gegen Oviedo siegte Real am Donnerstagabend mit 2:0. Gonzalo Garcia (44.) und der früher Dortmunder Jude Bellingham (80.) betrieben immerhin formal Wiedergutmachung für das endgültige Aus im Titelrennen.