Sami Khedira hat sich zur andauernden Trainerfrage seines früheren Vereins Real Madrid geäußert und dabei auf die Gerüchte über eine mögliche Rückkehr von José Mourinho reagiert. Den inzwischen 63-Jährigen, der bei den Königlichen bereits zwischen 2010 und 2013 an der Seitenlinie stand, sieht der Ex-Profi als gute Wahl.
Sami Khedira: "Er könnte jetzt der richtige Mann sein"
Mourinho-Rückkehr? Das denkt Khedira
„Ich glaube nicht, dass es viele große Veränderungen braucht und man hier alles auf links drehen sowie den ganzen Kader auswechseln muss. Es gibt eine gute Basis, absolute Top-Spieler und gewisse Charaktere“, sagte Khedira während des Clásico zwischen Real und dem FC Barcelona am Sonntag bei DAZN: „Andererseits fehlen ein oder zwei Spieler, die Dinge auch in schwierigen Phasen in die Hand nehmen. Das gilt auch für die Trainerebene. Da kommen wir zu José Mourinho.“
Real Madrid steckt in einer Krise
Khedira traut Mourinho, der aktuell noch bei Benfica Lissabon unter Vertrag steht, eine Rückkehr grundsätzlich zu, „denn er hat eine für den Fußball-Romantiker vielleicht etwas langweilige Philosophie, aber er hat 2011/12 mit 100 Punkten und einem bis heute stehenden Torrekord den Titel geholt. Er weiß eine Mannschaft dementsprechend einzusetzen. Ich habe einen Podcast von Rio Ferdinand gehört. Wie er (Cristiano) Ronaldo zum Beispiel richtig eingesetzt hat – hier hat man auch Egos, in Form von Vinícius Júnior, in Form von (Kylian) Mbappé. Aber sie sind unfassbar gute Individualisten“, schilderte der Weltmeister von 2014 weiter.
Im Normalfall sei Mourinho jemand, der Teamplayer, Künstler, Individualisten und Mitläufer vereinen könne, so Khedira: „In dem Umbruch, in dem sich Real momentan befindet, könnte er der richtige Mann sein.“ Die Madrilenen hatten den Clásico am Sonntag mit 0:2 verloren und damit eine besondere Demütigung erfahren. Barcelona machte durch den Sieg seine vorzeitige Meisterschaft in LaLiga perfekt.
Arbeloa-Verbleib unwahrscheinlich
Die deutlich größere Baustelle scheint derzeit allerdings im eigenen Umfeld zu liegen. Bereits vor der Partie berichtete die spanische Zeitung AS von massiven internen Spannungen. Innerhalb des Teams sollen sich mehrere Lager gebildet haben, zwischen denen mittlerweile kaum noch Austausch stattfindet.
Auch das Verhältnis zu Trainer Álvaro Arbeloa gilt der Meldung zufolge als schwer belastet. Dass Arbeloa über den Sommer hinaus Real-Coach bleibt, erscheint entsprechend unwahrscheinlich.