Real Madrid hat das Meisterrennen verloren, doch im Klubsender Real Madrid Televisión (RMTV) drehte sich nach dem 0:2 gegen den FC Barcelona kaum etwas um Fußball. Stattdessen wetterten die Moderatoren minutenlang gegen Schiedsrichter Alejandro Hernández, den Videoassistenten und die TV-Regie. Ihre schärfste Anklage: „Die spanische Liga ist ein Zirkus und ein einziger Witz. Das ist wirklich erschreckend.“
"Schande für den spanischen Fußball": Real-Sender tobt
Real-Sender erhebt heftige Vorwürfe
Schon in der 55. Minute hatte Eric García im Strafraum Jude Bellingham am Hals berührt und anschließend mit dem Ellbogen getroffen. Für RMTV war die Szene klar: Elfmeter und Platzverweis. „Ein Stoß in den Hals ist mehr als ein normaler Zweikampf. Das war eindeutig ein Strafstoß – und Rot obendrein“, ätzte der Sender. Referee Hernández ließ weiterspielen, der VAR griff nicht ein.
Real Madrid: Schwere Vorwürfe gegen den VAR
Die Empörung gipfelte in einer bösen Unterstellung. „Immer wenn es strittig wird, greift der VAR ein – aber nur, um Real Madrid zu schaden“, klagte der Moderator. Auch ein mögliches rüdes Einsteigen von Dani Olmo sei „unter den Teppich gekehrt“ worden, weil keine Nahaufnahme gezeigt worden sei.
Die Kritik folgt einem bekannten Muster. Schon in der vergangenen Saison hatte RMTV regelmäßig eigene Analyse-Clips veröffentlicht, die Schiedsrichterentscheidungen gegen die Königlichen als Teil einer Kampagne darstellten. Die spanische Schiedsrichterkommission CTA prüfte damals sogar Disziplinarmaßnahmen – ohne Ergebnis.
Zoff um die TV-Bilder bei Real Madrid
Besonders harsch ging RMTV diesmal die Regie des internationalen Rechtevermarkters HBS an, der im Auftrag von LaLiga produziert. „Wenn es gegen Madrid geht, zeigen sie jede Nahaufnahme. Doch bei entscheidenden Szenen gegen uns entführen sie einfach die Bilder“, wetterte der Kommentator: „Eine Schande für den spanischen Fußball.“
Hintergrund des Misstrauens ist das anhaltende Zerwürfnis zwischen Real-Boss Florentino Pérez und Liga-Chef Javier Tebas, befeuert durch den Negreira-Skandal rund um mutmaßliche Schiedsrichterzahlungen an den FC Barcelona. Während Barca den Titel zwei Spieltage vor Schluss eintütete, bleibt Madrid nur die Champions League.
Der Verband verteidigte derweil Referee Hernández. Der Kontakt von García an Bellingham sei „nicht intensiv genug“ für einen Strafstoß gewesen.