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Atlético muckt auf

Atlético muckt auf

Atlético Madrid überhäuft Real Madrid und den FC Barcelona mit Hohn und Spott. Der Fall Julián Álvarez erinnert an eine der kuriosesten Transfergeschichten.
Wurde Atlético-Angreifer Julián Álvarez zum Spielball eines Machtspiels? Spanische Medien vermuten hinter dem Angebot für den Argentinier einen perfiden Plan der Königlichen.
Atlético Madrid überhäuft Real Madrid und den FC Barcelona mit Hohn und Spott. Der Fall Julián Álvarez erinnert an eine der kuriosesten Transfergeschichten.

Diese Wechsel-Posse hat es in sich und schlägt vor allem in den sozialen Medien große Wellen. Sowohl der FC Barcelona als auch Real Madrid bekundeten zuletzt ihr Interesse an Stürmer Julián Álvarez. Doch Atlético Madrid bleibt hart und teilt kräftig gegen die namhaften Rivalen aus.

Seit der Saison 2004/05 war es ein ständiger Zweikampf um die spanische Meisterschaft, wäre da nicht zweimal Atlético gewesen, die den Schwergewichten 2013/14 und 2020/21 zweimal dazwischen grätschten.

Dennoch verbrachte der Klub seine Historie größtenteils im Schatten von Barca und Real. Dass der Hauptstadtklub nicht gerade heiß darauf ist, einen seiner besten Spieler an die direkte Konkurrenz zu verkaufen, machte der Verein mehr als deutlich. Nein, er zelebrierte die Rivalität regelrecht.

Atlético macht sich über Barcelona lustig

Vor wenigen Wochen kamen erstmals Gerüchte auf, dass Barcelona Interesse an einer Verpflichtung von Alvarez habe und bereit sei rund 100 Millionen Euro für den Argentinier zu bezahlen.

Die Reaktion von Atlético ließ jedoch nicht lange auf sich warten. „Er steht nicht zum Verkauf“, zitierte die AS Quellen des Klubs und dementierte ein erhaltenes Angebot sowie ein Treffen zwischen Barca und Álvarez. Anschließend war von „monatelangen Lügen, Halbwahrheiten oder erfundenen Nachrichten“ die Rede, durch die sich Barcelona „wie ein kleiner Verein“ verhalte.

Der nächste Showdown folgte prompt in den sozialen Medien. Dort griff Atlético tief in die Ironie-Kiste und veröffentlichte fiktive Angebote für die Barca-Stars Lamine Yamal, Pedri und Raphinha.

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„HERE WE GO! Wir haben ein Fax an Barcelona mit unserem Angebot für den Spielertransfer geschickt: vier Eintrittskarten für das Bad-Bunny-Konzert, ein Jahresabonnement der ABC und eine Tüte Sonnenblumenkerne. Wir warten gespannt auf die Antwort, um den ‚Ankündigungs-Post‘ vorzubereiten“, verhöhnte Atlético den Rivalen.

Keine Verhandlungsbereitschaft bei Real-Angebot

Die AS schrieb zum damaligen Zeitpunkt indes von Ablöseforderungen der Rojiblancos in Höhe von 150 Millionen Euro. Ein Angebot, das tatsächlich nicht lange auf sich warten ließ und dem Zoff den nächsten Höhepunkt bescherte.

Am Dienstagnachmittag wurde bekannt, dass das von Real-Präsident Florentino Pérez im Rahmen des Wahlkampfes lauthals angekündigte „galaktische“ 150-Millionen-Angebot sich ebenfalls auf Álvarez bezogen hatte. Genau wie Barcelona brachte dieser Vorstoß aber auch den Königlichen lediglich Hohn und Spott ein.

„Nach Prüfung und Bewertung hat Atlético Madrid das unterbreitete Angebot zur Kenntnis genommen, sich bedankt, es jedoch abgelehnt und auf die im Vertrag festgeschriebene Ausstiegsklausel des Spielers verwiesen“, schrieb Real in einem ungewöhnlichen Statement.

Hohn und Spott für Real Madrid

Daraufhin verdeutlichte Atlético in den sozialen Medien abermals, dass abseits der wohl bei wahnwitzigen 500 Millionen Euro liegenden Ausstiegsklausel keine Verhandlungsbereitschaft herrscht. Das Real-Statement kommentierte Atlético abwertend mit fünf lachenden Emojis.

Danach wurde es noch einmal detailreicher, Punkt für Punkt nahm Atlético sich Real vor und attackierte den Stadtrivalen. In Bezug auf einen kürzlichen Besuch von Papst Leo XIV. im Santiago Bernabéu stichelten die Rojiblancos: „Euch ist der Teil des Videos mit dem Papst verloren gegangen, in dem er sagte, dass er auch Atlético-Fan ist.“

„Ihr habt Höflichkeit offenbar mit Dankbarkeit verwechselt. Damit keine Zweifel aufkommen: Wir haben euch für nichts zu danken“, legte Atlético nach und betonte: „Wir haben weder ein Angebot für Julián geprüft noch in Betracht gezogen.“

Abschließend folgte zudem eine doppelte Spitze in Richtung von Real und Barcelona: „Wie sollten wir uns nicht gut verstehen, wenn ihr uns sogar noch mehr zum Lachen bringt als der FC Barcelona?“

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Doch auch dabei sollte es nicht bleiben. Mit einem weiteren Post forderte der Klub: „P.S.: Angesichts der guten Beziehung zu eurem neuen Präsidenten hoffen wir, dass ihr endlich aufhört, Spieler aus unserer Akademie zu ‚stehlen‘. Vielen Dank, Real Madrid!“

Warum Álvarez alte Erinnerungen aufkommen lässt

Es hätte ein Transfer werden können, der die Kassen von Atlético klingeln lässt. Doch in Madrid entschied man sich, zu einem Rundumschlag auszuholen und die Rivalität zwischen den derzeit größten spanischen Klubs noch einmal zu verdeutlichen.

Darüber hinaus dürften bei einigen Beobachtern Erinnerungen wach werden, denn in der Causa Álvarez scheint sich ein Fall aus der Vergangenheit zu wiederholen.

Im Jahr 2006 wechselte ein damals erst 17 Jahre alter Argentinier mit dem Namen Sergio Agüero zu Atlético Madrid und wurde im Verlauf der Jahre zu einem der gefürchtetsten Stürmer der Welt. In 234 Pflichtspielen erzielte er 101 Tore und feierte große Erfolge. Doch nach fünf Jahren beim Klub folgte die Kontroverse.

Agüero wollte Atlético verlassen und bevorzugte ausgerechnet einen Wechsel zu Real Madrid. Doch auch damals fand der Klub deutliche Worte und sprach in Person von Geschäftsführer Gil Marín ein Machtwort.

Eine der kuriosesten Transfergeschichten

„Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er bleibt oder ein Verein, der nicht Real Madrid heißt, zahlt 45 Millionen Euro. Florentino hat mir garantiert, dass es keine feindliche Operation geben wird. Der Spieler wird nicht zu Real Madrid wechseln, weil ich auf Florentinos Wort vertraue. Damit ist die Diskussion über Real Madrid beendet“, meinte der Atlético-Boss damals, auch wenn er einräumte: „Zum FC Barcelona kann er gehen.“

Marín gab damals alles dafür, um dem ernsthaften Interesse von Real zuvorzukommen. So reiste er extra in die USA, um sich mit dem Präsidenten von Manchester City zu treffen.

„Bei einem informellen Abendessen in einem italienischen Restaurant entstand schließlich eine der kuriosesten Transfergeschichten des europäischen Fußballs. Ohne Anwälte und ohne offizielle Dokumente hielten beide Parteien eine Vorvereinbarung auf einer einfachen Serviette fest. Beide unterschrieben – und die Zukunft von Agüero war entschieden“, erinnerte sich die As.

Zieht es auch Álvarez nach England?

Im Fall Álvarez dürfte Marín nun erneut alles tun, um einen Wechsel eines talentierten argentinischen Stürmers zu Real – oder auch zum FC Barcelona – zu verhindern. Immerhin legte der Torjäger seit seinem Wechsel nach Spanien beachtliche Zahlen auf, besonders in der Champions League. In 25 Spielen erzielte er dort 17 Tore und bereitete fünf Treffer vor, damit war er in diesem Jahr maßgeblich daran beteiligt, dass Atlético das Finale nur knapp verpasste.

Genau wie damals bei Agüero wird in Spanien aber weiter über einen Wechsel in ein anderes europäisches Land spekuliert. Während Álvarez seine ersten Schritte in Europa bei Manchester City absolvierte, wird übereinstimmenden Medienberichten zufolge vor allem der FC Arsenal mit dem Stürmer in Verbindung gebracht. Ein erfolgreiches WM-Turnier mit Argentinien könnte den Transfergerüchten zusätzlichen Schwung geben.

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