In der vergangenen Saison konnte man dem größten Rivalen, Real Madrid, die Stirn bieten, gewann den Supercup mit 3:2 gegen die Königlichen und sicherte sich den spanischen Meistertitel. Eine durchaus positive Bilanz, auf die Barca-Trainer Hansi Flick zurückblicken kann und die zweifellos den nötigen Motivationsschub für die bevorstehende Saison geben dürfte.
Wie löst Hansi Flick dieses Barca-Problem?
Flick muss jetzt wohl umdenken
Wäre da nicht dieses eine zentrale Problem. Robert Lewandowski, der im Sommer 2022 vom deutschen Rekordmeister nach Barcelona gewechselt ist, spielt künftig bei Chicago Fire. Und Ferran Torres hat den Verein ebenfalls verlassen, in Richtung Paris Saint-Germain.
Flick verliert damit nicht nur zwei Leistungsträger der Mannschaft, sondern auch zwei Tormaschinen. In der vergangenen Saison kamen die beiden wettbewerbsübergreifend auf fast 50 Scorerpunkte.
Wer kann Lewandowski und Torres ersetzen?
Dadurch klafft im Barca-Kader eine große Mittelstürmer-Lücke, die geschlossen werden sollte, wenn die Katalanen an die Erfolge der vergangenen Saison anknüpfen wollen. Den Verantwortlichen um Flick bieten sich dabei mehrere Lösungen.
Mit Julian Álvarez wäre der optimale Spieler für Flicks aktuelle Baustelle gefunden. Nach dem 100-Millionen-Euro-Angebot scheinen die Verhandlungen mit Atlético Madrid jedoch aussichtslos. Erst am Dienstag machte Atlético-Trainer Diego Simeone einmal mehr deutlich, dass der Klub Álvarez nicht abgeben will. „Wir müssen versuchen, eine Mannschaft um ihn herum aufzubauen“, betonte der Argentinier.
Mit einer Verpflichtung des 26-Jährigen kann Flick folglich nicht rechnen. Sollte der Deal endgültig platzen, soll sich Barcelona nach Informationen von The Athletic zudem um keinen Ersatz bemühen. Flick muss also umdenken.
Dafür bieten sich ihm gleich mehrere spannende Möglichkeiten. Laut Informationen der spanischen Zeitung Sport testet Flick in der Vorbereitung unterschiedliche Varianten. Eine davon sieht vor, Lamine Yamal künftig im Zentrum einzusetzen.
Von Yamals Fähigkeiten zeigte sich der 61-Jährige in der Vergangenheit bereits mehrfach begeistert. Er sei „ein großartiger Spieler und könnte einer der besten, vielleicht sogar der beste Spieler der Zukunft sein.“ Doch könnte Yamal auch die Rolle in der Zentrale als falsche Neun ausfüllen?
Rückt Yamal wie einst Messi ins Zentrum?
Damit würde er in große Fußstapfen treten und es Lionel Messi gleichtun. Auch der Argentinier begann beim FC Barcelona auf dem rechten Flügel, ehe ihn Trainer Pep Guardiola im Zentrum beorderte. Die taktische Veränderung zahlte sich für die Katalanen aus – unter anderem mit Rekordtorzahlen von Messi.
Auch Yamal selbst ist von diesem Vorschlag nicht abgeneigt. „Im Moment ist es für die Mannschaft besser, wenn ich auf der Außenbahn spiele. Aber es wird eine Zeit kommen, in der ich im Zentrum entscheidungsstärker sein werde. Und dort werde ich letztendlich auch landen“, sagte der Weltmeister zuletzt. Laut El Pais zieht das Trainerteam um Flick eine Positionsänderung von Yamal in Betracht, schätzt ihn aber aktuell noch am gefährlichsten auf der rechten Seite ein.
Sein ehemaliger Jugendtrainer Ivan Carrasco rechnet langfristig damit, dass Yamal in zentralerer Rolle agieren werde. „Ich glaube, er kann sich so entwickeln wie Messi, indem man ihn näher ans Spielgeschehen heranführt, sodass er mehr Ballkontakte hat und sich stärker einbringt“, erklärte er im Gespräch mit der Sport.
Helfen Adeyemi oder Gordon im Sturmzentrum aus?
Mit den beiden Neuverpflichtungen Karim Adeyemi und Anthony Gordon stehen Flick allerdings zwei weitere Alternativen zur Verfügung. Adeyemi hatte bereits bei seiner Vorstellung betont, dass er überall spielen könne. Vor allem bei seinem Durchbruch in Salzburg wurde er als Mittelstürmer eingesetzt, beim BVB kam er dort nur gelegentlich zum Einsatz. Ähnlich war es bei Gordon in Newcastle.
Mit Hamza Abdelkarim bietet sich den Katalanen sogar eine vierte Lösung, sollte keine Einigung mit Atlético Madrid erzielt werden. Vor Beginn der Saisonvorbereitung war noch davon ausgegangen worden, dass der Youngster aus Ägypten in Flicks Plänen keine zentrale Rolle spielen würde.
In einem Testspiel gegen Birmingham City konnte der erst 18-Jährige jedoch erste Ausrufezeichen setzen. Zunächst traf er vom Elfmeterpunkt, bevor er einen Abpraller verwandelte. Sollte der Transfer von Álvarez tatsächlich platzen, könnte Abdelkarim damit plötzlich eine echte Chance erhalten, sich unter Flick im Kampf um Einsatzminuten zu empfehlen.
Am Mittwochabend startete Abdelkarim beim letzten Barca-Testspiel gegen den ägyptischen Klub Al-Ahly, das Barca mit 2:1 gewann. Abdelkarim schoss das Führungstor, ehe Offensivkollege Raphinha einen Elfmeter verwandelte.
Flick sieht keinen Grund zur Panik
Yamal, Adeyemi, Gordon und Abdelkarim – vier mögliche Mittelstürmer. Ist das Neuner-Problem bei Barcelona also doch nicht so gravierend wie zunächst angenommen?
Auch Flick selbst sieht offenbar keinen Grund zur Panik. Auf einer Pressekonferenz erklärte er: „Gordon und Adeyemi können auf beiden Seiten spielen, auch als Neuner, daher haben wir eigentlich viele Optionen.“
Wer zum Saisonstart am 23. August dann die Mittelstürmer-Position einnehmen wird, bleibt damit vorerst abzuwarten.