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Dreierpacks am Fließband - und er könnte für Deutschland spielen

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„Er löscht Zlatan von der Tafel“

Vor kurzem war Mika Biereth noch ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt - jetzt bricht er in Frankreich Rekorde und stellt sogar Zlatan Ibrahimovic in den Schatten. Und für Deutschland spielen dürfte er auch.
Mika Biereth sorgt in Frankreich für Furore
Mika Biereth sorgt in Frankreich für Furore
© IMAGO/Icon Sport
Vor kurzem war Mika Biereth noch ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt - jetzt bricht er in Frankreich Rekorde und stellt sogar Zlatan Ibrahimovic in den Schatten. Und für Deutschland spielen dürfte er auch.

Sieben Spiele, zehn Tore, drei Dreierpacks. Die Liga-Statistiken von Mika Biereth von der AS Monaco lesen sich wie in einem Videospiel. Doch sie sind real - und werden auch bei Bundestrainer Julian Nagelsmann angekommen sein.

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Der 22-Jährige, der im Wintertransferfenster für knapp 13 Millionen Euro Ablöse von Sturm Graz ins monegassische Fürstentum gewechselt war, hat die Ligue 1 im Sturm erobert, im wahrsten Sinne des Wortes: Der Mittelstürmer, der theoretisch auch für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen könnte, produziert Tore am Fließband.

In seinen sieben Liga-Einsätzen hat der gebürtige Londoner, der auch deutsche und bosnische Wurzeln hat, aber bislang nur für die U-Mannschaften Dänemarks auflief, zahlreiche Rekorde in Frankreich gebrochen.

„Biereth löscht Zlatan von der Tafel“

Zlatan Ibrahimovic hatte in seinen ersten sieben Spielen für Paris Saint-Germain neunmal genetzt, eine unglaubliche Trefferquote - die Biereth allerdings nochmal überbot. „Biereth löscht Zlatan von der Tafel“, schrieb die französische Sportzeitung L‘Équipe deswegen nach seinem Dreierpack beim 3:0 gegen Stade Reims am Freitagabend.

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Der Shootingstar selbst, der lediglich mit seinem Vornamen auf dem Trikot aufläuft, nimmt es gelassen. „Ich bin gerade erst angekommen, also habe ich viel Platz zu Hause“, scherzte Biereth, nachdem er sich nach seinem dritten Dreierpack folglich auch seinen dritten Matchball mit nach Hause genommen hatte.

Wird Biereth noch sensationell zum Torschützenkönig?

Nach nur sieben Einsätzen ist Biereth jetzt schon ein Anwärter auf die Auszeichnung zum Torschützenkönig in Frankreichs höchster Spielklasse. Ousmane Dembélé führt die Liste bislang mit 18 Treffern an, Monacos Shootingstar ist in Windeseile in der Liste emporgeklettert. Wenn er seine unglaubliche Torquote in den zehn verbleibenden Spielen fortführt, könnte es tatsächlich nochmal eng werden.

Aktuell erzielt er pro Liga-Einsatz durchschnittlich 1,4 Tore pro Spiel, das wären hochgerechnet noch weitere 14 Tore und damit 24 zum Saisonende. Persönliche Auszeichnungen sind für den 1,87 Meter großen Stoßstürmer schön, allerdings eher nebensächlich.

„Das Ende der Saison ist noch weit entfernt. Ich werde weiterhin das tun, was ich gut kann, Spiel für Spiel nehmen und die Ziele dann vielleicht weiter steigern. Ein Ziel für ein Tor? Nein, mein Ziel ist es einfach, das nächste Spiel zu gewinnen“, betonte der dänische U21-Nationalspieler, als er auf die Möglichkeit angesprochen wurde, Dembélé noch einzuholen. „Ich glaube nicht, dass die Leute erwartet haben, dass es so gut laufen würde“, hob er außerdem hervor.

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Die Qual der Wahl: „Ich bin in einer einzigartigen Situation“

Generell zeigt Biereth, der sich vor allem durch seinen Torjäger-Instinkt und seine Abschlussstärke auszeichnet, aber auch technisch und läuferisch besticht, sich sehr teamorientiert und bescheiden: „Ich gebe zu, dass ich es noch gar nicht so richtig realisiere, schon wieder einen Hattrick erzielt zu haben. Ich versuche in jedem Spiel zu treffen und meine Teamkollegen bringen mich in eine gute Position. Ich hatte schon immer einen ganz guten Abschluss und heute hat es wieder super funktioniert.“

Durch seinen Traumstart in Monaco rückt nun auch die bislang ungeklärte Frage, für welche A-Nationalmannschaft Biereth auflaufen möchte, in den Vordergrund. Als Sohn einer bosnischen Mutter und eines Vaters mit dänischen sowie deutschen Wurzeln hat der 22-Jährige drei Optionen. Weil er aber in London geboren wurde, kommt mit England sogar noch eine vierte hinzu: Er hat die Qual der Wahl.

„Ich bin in einer einzigartigen Situation. Nicht viele können für vier unterschiedliche Länder auflaufen. Ich dachte nicht, dass diese Fragen so schnell gestellt werden würden - aber es scheint so zu sein“, zeigte sich Biereth gelassen, der mit Monaco - aktuell Vierter in der Ligue 1 - um die Champions-League-Qualifikation kämpft.

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Verletzungen bremsten Biereth aus

Dass ihm „erst“ jetzt mit 22 Jahren der große Durchbruch gelingt, hängt auch mit seiner Verletzungshistorie zusammen. Arsenal hatte sein Talent früh entdeckt und ihn aus der Fulham-Jugend zu den Gunners gelotst, für deren U18 er in der Saison 2020/21 34 Torbeteiligungen in 21 Spielen erzielte.

Bei den anschließenden Leih-Stationen in den Niederlanden (RKC Waalwijk) und Schottland (Motherwell FC) wurde Biereths Entwicklung allerdings von Verletzungen ausgebremst.

Arsenal blickt mit Wehmut nach Monaco

2023 machte Graz dann ein Schnäppchen und sicherte sich Biereths Dienste für knapp fünf Millionen Euro - und von Verletzungen verschont, sollte sein Stern endlich aufgehen. Nach eineinhalb Jahren in Österreich mit 32 Scorerpunkten folgte der Schritt ins Fürstentum, wo Biereth gerade einen Hype entfacht.

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Der FC Arsenal, der aufgrund von einer Verletzungsmisere dringend einen Stürmer bräuchte, wird mit Wehmut nach Frankreich schauen. Auch die vier Millionen Euro, die die Gunners bei Biereths Transfer zu Monaco durch eine Weiterkaufsbeteiligung einstrichen, werden daran wenig ändern. Denn derzeit sieht es so aus, als würde der 22-Jährige bei seinem potenziell nächstem Transfer ein Vielfaches davon an Ablöse kosten.