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Für eine Trainer-Legende bricht die Welt zusammen

Für Legende bricht die Welt zusammen

Eskalation nach dem Abstieg des FC Nantes: Vermummte Fans stürmen das Feld und schmeißen mit Leuchtfackeln um sich. Der Trainer versucht vergeblich einzuschreiten.
Vahid Halilhodzic erlebt einen ganz bitteren Abschied
Vahid Halilhodzic erlebt einen ganz bitteren Abschied
© IMAGO/Buzzi
Eskalation nach dem Abstieg des FC Nantes: Vermummte Fans stürmen das Feld und schmeißen mit Leuchtfackeln um sich. Der Trainer versucht vergeblich einzuschreiten.

Trauriges Ende einer desaströsen Saison: Die Fans des FC Nantes haben am letzten Spieltag der französischen Ligue 1 mit einem Platzsturm für einen Spielabbruch gesorgt. Jetzt könnte dem Klub eine harte Strafe drohen.

Hunderte zum teil vermummte Anhänger des Absteigers durchbrachen am Sonntag im Spiel gegen den FC Toulouse in der 22. Minute beim Stand von 0:0 die Sicherheitsabsperrungen im Stade de La Beaujouire und stürmten auf das Feld.

Nantes-Chaos erzwingt Spielabbruch

Die Spieler wurden vom Feld geführt, während schwarze Leuchtfackeln auf den Platz flogen. Nantes-Trainer Vahid Halilhodzic (74) versuchte noch, die Fans zur Rede zu stellen und zurückzudrängen.

„Ich sah mehrere vermummte Männer, ich versuchte, das zu verhindern, aber es waren viele Leute da und ein kräftiger Mann (vom Sicherheitsdienst, d. Red.) hinderte mich daran, ‚Stopp, Stopp, Stopp‘ zu rufen“, sagte Halilhodzic im Anschluss an sein letztes Spiel als Nantes-Trainer.

Für das Trainer-Urgestein bedeutet der Spielabbruch nach 36 Jahren an der Seitenlinie ein bitteres Ende. Bilder in den französischen Medien zeigen den sichtlich am Boden zerstörten Halilhodzic mit verzweifeltem Gesichtsausdruck in den Katakomben des Stadions.

Trainer-Legende leidet in Stadion-Katakomben

Woran er gedacht habe, als er im Tunnel auf ein Ende der Ausschreitung gewartet hatte? „Dass die Welt über mir einstürzt“, erklärte er der L’Equipe.

„Es wird Sanktionen geben. Es ist traurig, einfach nur traurig. Mir fehlen die Worte. Es ist traurig“, sagte der Mann, der einst unter anderem PSG und die japanische Nationalmannschaft betreut hatte.

„In über 40 Jahren als Spieler und Trainer habe ich so etwas noch nie erlebt. Und das ist mein letztes Spiel“, klagte er: „Es wird mich für immer begleiten. (…) Die letzten zwei Monate haben mich sehr mitgenommen.“

Nach einer langen Unterbrechung erklärte Schiedsrichterin Stéphanie Frappart, die örtlichen Behörden hätten aus Sicherheitsgründen die Absage des Spiels angeordnet.

„Sportlich gesehen ist das sehr ernst. Der Verein steigt ab, und jetzt gibt es diese dramatische Situation, die alles noch schlimmer macht, mit dem Risiko von Sanktionen. Es ist traurig“, sagte Halilhodzic: „Ich verstehe die frustrierende Saison, aber der Verein hat das nicht verdient.“

Nantes war als Tabellen-17. in die Partie gegangen und stand bereits als Absteiger fest.

Geisterspiele und Punktabzug drohen

Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari verurteilte die Gewaltszenen als vollkommen inakzeptabel. „Die vom Präfekten beschlossene endgültige Unterbrechung dieses Spiels war unumgänglich. Solche Vorfälle dürfen nicht toleriert werden“, sagte sie. Die Gewalttäter müssten identifiziert und streng bestraft werden.

Der Disziplinarausschuss der französischen Liga wird sich nun mit dem Fall beschäftigen, von Geisterspielen in der nächsten Saison bis hin zu einem Punktabzug ist alles möglich.

„Solch ein Abend zum Saisonabschluss ist das Schlimmste, was passieren kann“, sagte Nantes-Stürmer Louis Leroux: „Jeder wird es bereuen, dass die Saison so endet. Wir werden alles daran setzen, sofort wieder aufzusteigen.“

—– mit Sport-Informations-Dienst

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