Weltmeister und Europameister, dazu bei beiden Turnieren die Auszeichnungen als Torschützenkönig und bester Spieler. Auch die Fritz-Walter-Medaille in Gold steht in seiner Vita. Er galt als Ausnahmekönner, eines der größten deutschen Talente. Die auf den ersten Blick bemerkenswerte Bilanz bekommt auf den zweiten Blick jedoch Risse.
Gelingt Paris Brunner nun der Durchbruch bei der AS Monaco?
Diese Signale geben Grund zur Hoffnung
Denn all diese Erfolge konnte Paris Brunner nur während seiner Zeit in den U-Mannschaften (DFB und BVB) erzielen. Der sofortige Durchbruch im Erwachsenenfußball blieb bei dem heute 20-Jährigen aus. Hat er sich schlichtweg verzockt? Oder folgt bald der ersehnte Durchbruch?
Die Anfänge des einstigen BVB-Youngsters
Zurück auf Anfang: Brunner, in der Saison 2023/24 noch für die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund auf dem Platz, konnte sich im Sommer 2024 während der Verhandlungen über eine schwarz-gelbe Zukunft nicht mit den Vereinsverantwortlichen einigen.
Brunner, zu dem Zeitpunkt erst 18 Jahre alt, soll einen Platz in der Profimannschaft gefordert haben. Der damalige BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl bedauerte die geplatzten Verhandlungen mit Brunner: „Wir hätten Paris gerne langfristig an Borussia Dortmund gebunden, leider wollte er den von uns aufgezeigten Weg nicht mitgehen“, sagte Kehl.
Brunner suchte seine sportliche Erfüllung im Ausland. So zog es den U17-Europameister zur AS Monaco – mit der Hoffnung, den Sprung in die Profimannschaft zu schaffen.
Monaco hatte jedoch andere Pläne. Brunner wurde in der Spielzeit 2024/25 direkt an Cercle Brügge ausgeliehen. Der Start in Brügge wollte dann auch nicht richtig gelingen. Gebremst wurde der nächste Entwicklungsschritt zusätzlich durch einen Muskelfaserriss, der Brunner zu einer fast zweimonatigen Zwangspause zwang.
Im Abstiegskampf konnte er dann allerdings auch glänzen. Im Relegations-Hinspiel schnürte er einen Doppelpack und setzte damit das erste Ausrufezeichen. Brügge sicherte auch durch seine Treffer den Klassenerhalt.
Insgesamt sechs Treffer standen am Ende auf seinem Konto, jedoch stand er während seiner 28 Einsätze für die Belgier auch nur 1.083 Minuten auf dem Feld. Nach der Rückkehr zu Monaco gingen die Spielminuten des Youngsters dann allerdings zurück.
Durchschnittlich nur 18 Spielminuten
In der Saison 2025/26 blieb er bei seinem Stammklub, kam insgesamt jedoch auf nur sieben Einsätze mit gerade einmal 127 Spielminuten. Zu wenig Zeit, um sich nachhaltig zu zeigen und sein Talent unter Beweis zu stellen. Eine weitere Oberschenkelverletzung bremste ihn erneut aus.
Vor dem Beginn der neuen Saison stellt sich nun die Frage: Kann Brunner das Blatt noch wenden? Dass er die Anlagen zum Profi mitbringt, konnte er in Ansätzen schon zeigen. Was ihm bislang fehlt, ist ein geeignetes Umfeld, um weitere Spielpraxis zu sammeln.
Gibt es das in Monaco? Immerhin konnte Brunner jüngst reichlich Selbstvertrauen sammeln. Während der Vorbereitung auf die neue Saison glänzte er während drei Einsätzen mit vier Toren! Das Highlight war der Siegtreffer zum 3:2 gegen den FC Liverpool, als Brunner sich nach einer Ecke am kurzen Pfosten durchsetzte und wuchtig einköpfte.
Klar ist aber auch: Die Konkurrenz für Brunner in der Offensivabteilung der Franzosen ist groß. Folarin Balogun wird zwar mit einem Abgang in Verbindung gebracht, könnte allerdings auch bei Monaco bleiben. Dazu kommen Mika Biereth, Ansu Fati, Takumi Minamino und der jüngst für 25 Millionen Euro verpflichtete Matthis Abline.
Für ihn spricht: Sein Trainer glaubt an ihn. Filipe Luís geriet nach Brunners starker Vorbereitung ins Schwärmen: „Genau das gefällt mir: Er macht es mir schwer, die Startelf zusammenzustellen“, sagte Luís.
Kommt jetzt die Wende?
„Er ist hungrig, kommt immer mit viel Einsatz und Energie ins Spiel und will unbedingt ein Tor schießen“, beschrieb der Trainer seinen Schützling. Genau diese Einstellung wünscht sich der 41-Jährige. Dass ihm die Aufstellung seiner Mannschaft aktuell Kopfschmerzen bereitet, sei „das Beste, was passieren kann“.
Haben sich der Mut und das Risiko nun vielleicht doch endlich ausgezahlt?
Natürlich ist diese positive Vorbereitung noch kein Garant für eine ebenso erfolgreiche Saison. Dennoch ist es ein Hoffnungsschimmer nach einer bislang wechselhaften Karrierebilanz von Paris Brunner.