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Das steckt hinter dem Toppmöller-Aus

Das steckt hinter dem Toppmöller-Aus

Dino Toppmöllers Aus beim RC Lens überrascht viele. Hinter den Kulissen brodelte es aber gewaltig. Was wirklich zu Toppmöllers Ende in Frankreich führte.
Dino Toppmöller ist nicht mehr Trainer des RC Lens. Bereits nach sechs Spielen muss der Deutsche seinen Posten überraschend räumen.
Dino Toppmöllers Aus beim RC Lens überrascht viele. Hinter den Kulissen brodelte es aber gewaltig. Was wirklich zu Toppmöllers Ende in Frankreich führte.

Mit ganz viel Enthusiasmus und Lorbeeren wurde Dino Toppmöller beim Racing Club de Lens Ende Juni vorgestellt. Keine 100 Tage später ist der deutsche Trainer völlig überraschend wieder seinen Job los, sogar eine Woche noch vor der ersten Länderspielpause.

Nach SPORT1-Informationen herrschte zwischen Toppmöller und seinen Spieler bereits seit Wochen eine angespannte Stimmung. Auch über die Inhalte der Trainingseinheiten haben sich wichtige Eckpfeiler des französischen Vize-Meisters zuletzt immer mehr beschwert.

Hinzu kommen Probleme im Trainerstab: Auf der einen Seite der ehemalige Eintracht-Coach mit seinen zwei Co-Trainern Erwin Skela und Nelson Morgado, die er nach Nord-Frankreich mitnahm. Auf der anderen der französische Teil, der bei Racing schon seit mehreren Jahren angestellt ist und der die fehlende Kommunikation Toppmöllers massiv anprangerte. Dazu zählen Eric Sikora, Cedric Berthelin, Guillaume Ravé und Yannick Cahuzac.

Dino Toppmöller? „Passt nicht unbedingt zur DNA“

„Ich finde es mutig von den Verantwortlichen, so schnell die Reißleine zu ziehen“, sagte Claude Makélélé, der ehemalige Mittelfeld-Abräumer von Real Madrid, exklusiv bei SPORT1. „Wenn von Beginn an einige klare Probleme im Alltag zu erkennen sind, ist es vernünftiger, früher als später für klare Verhältnisse zu sorgen.“

Makélélé, der 2002 an der Seite von Zinédine Zidane mit Real die Champions League gegen Bayer Leverkusen gewann, sah bei Toppmöller auch ein grundsätzliches Problem: „Bei Eintracht Frankfurt ließ Toppmöller offensiv und spektakulär spielen, was nicht unbedingt zur DNA der Ligue 1 passt, wo deutlich mehr auf defensive Tugenden gesetzt wird.“

Andere Experten können Toppmöllers Entlassung nicht nachvollziehen: „Dieser Wechsel kam viel zu früh“, findet der frühere Nationalspieler und Weltmeister Adil Rami im Gespräch mit SPORT1. „Es sind erst vier Spieltage in der Ligue 1 vergangen – so schnell kann man doch nicht handeln! Toppmöller hätte es verdient, länger zu bleiben, vor allem weil er mit etlichen Verletzten zu kämpfen hatte und im Sommer wichtige Spieler den Verein verlassen haben.“

So viel Zeit bekam der Deutsche aber nicht – zum Unmut von Rami: „Direkt bei der ersten Problematik wird dermaßen konsequent gehandelt. Der Fußball wird einfach immer verrückter. Vor einem Monat hat er noch mit Lens den französischen Supercup gegen Paris Saint-Germain gewonnen …“

Toppmöller? „Dann bin ich schockiert“

Auf den Supercup-Sieg folgten ein Sieg, ein Remis und zwei Niederlagen in der Liga, was Platz zehn bedeutet. In der Champions League starteten die Lensois derweil mit einem berauschenden Comeback-Sieg gegen Slavia Prag (3:2).

Für Samuel Umtiti nicht ausschlaggebend genug: „Wenn ich höre, dass sich vor allem die Spieler beschwert haben und dass sie zu den Bossen gegangen sind, um ihren Unmut äußern, dann bin ich schockiert. Dann kann man sich große Sorgen um den Fußball generell machen“, sagte der 32-Jährige, der zwischen 2016 und 2022 beim FC Barcelona unter Vertrag gestanden hatte und inzwischen seine Karriere beendet hat.

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