Das schwedische Talent Lucas Bergvall galt als Kandidat für Eintracht Frankfurt, führte Gespräche mit dem FC Barcelona – und unterschrieb am Ende in London bei Tottenham Hotspur.
Youngster verzückt England
Beim Sieg der Spurs gegen Manchester United glänzte der 19-Jährige, als sein abgewehrter Schuss das entscheidende Tor vorbereitete: nachdem United-Keeper André Onana einen Schuss von Bergvall pariert hatte, erzielte James Maddison das einzige Tor des Spiels.
Es hagelt Lob für Bergvall
Unbemerkt bleiben die Leistungen des Toptalents dabei nicht. „Bergvall ist jedes Mal, wenn er den Ball hat und läuft, nicht zu stoppen“, schwärmte ManCity-Trainer Pep Guardiola.
Die britische Presse überschlug sich ebenfalls mit Komplimenten und lobte den 19-Jährigen in höchsten Tönen. Die Daily Mail bezeichnete ihn als ein „echtes Juwel“, das „reifer als sein Alter“ sei.
Die Zeitung hob dabei hervor, dass Manchester United ihn aufgrund der Brexit-Regeln nicht in ihre Akademie aufnehmen konnte – eine Tatsache, die sich nun als Tottenhams Vorteil erweist. „Ihr Verlust ist Tottenhams Gewinn“, heißt es in seiner Bewertung.
Der schwedische Mittelfeldspieler hat sich unter Trainer Ange Postecoglou etabliert und kommt in dieser Saison bereits auf 20 Pflichtspieleinsätze. Besonders in der Europa League spielte er eine Schlüsselrolle und steuerte drei Assists bei.
Barcas geplatzte Hoffnungen
Lange Zeit galt der FC Barcelona als Favorit auf eine Verpflichtung des Topalents. Der Youngster reiste bereits nach Katalonien, um sich den Klub genauer anzusehen und alle Anzeichen deuteten auf einen Wechsel zur Blaugrana hin.
Auch Eintracht Frankfurt mischte im Transfer-Poker mit und lag mit einer Offerte von 8,5 Millionen Euro über der von Barcelona, die sich auf 6,5 Millionen Euro belief.
Laut der Barca-nahen Mundo Deportivo soll der Mittelfeldspieler seinen Verein Djurgärdens IF sogar gebeten haben, auf ein verbessertes Angebot der Katalanen zu warten.
Am Ende fiel seine Wahl überraschend auf Tottenham Hotspur, die sich den Zuschlag mit zehn Millionen Euro sicherten.
„Es stand lange Zeit 50:50“
Barcelona oder Tottenham? Beide Vereine seien „unglaublich“, erklärte Bergvall später in einem Interview mit Sport Bladet seine Entscheidungsfindung. „Es war eine sehr schwierige Entscheidung, es stand lange Zeit 50:50“, gab er zu. Letztendlich habe er jedoch „ein besseres Bauchgefühl“ bei Tottenham gehabt und deshalb den Wechsel ins Vereinigte Königreich bevorzugt.
Ein entscheidender Faktor war dabei die sportliche Perspektive. Während Barcelona ihn zunächst für die zweite Mannschaft eingeplant hätte, bot ihm Tottenham die Chance, sofort Teil des Profi-Kaders zu werden. Diese Aussicht überzeugte den Youngster schließlich, da er sich möglichst schnell auf höchstem Niveau beweisen wollte. Er unterschrieb in London einen Fünfjahresvertrag.
Holte sich Rat bei Kulusevski
Mitgeholfen bei den Überlegungen des Mittelfeldjuwels hat Landsmann und Spurs-Flügelspieler Dejan Kulusevski. „Wir haben uns vorher ein bisschen unterhalten. Ganz allgemein, wie der Verein funktioniert, wie sie arbeiten, wie sie trainieren, wie die Tage aussehen. Es war kein überredendes Gespräch in dem Sinne. Er hat nur gesagt, dass der Club großartig ist, und das habe ich gemerkt, als ich dort ankam“, so Bergvall.
Kulusevski, der sich selbst seit seinem Wechsel aus Italien in London etabliert hat, gilt als einer der Leistungsträger bei Tottenham und konnte Bergvall glaubhaft vermitteln, dass er dort optimale Möglichkeiten zur Weiterentwicklung hat.
Bergvall eines der größten Talente
Bergvall, der als eines der größten Talente seines Jahrgangs gilt, durchlief die Jugendakademie von Djurgärdens IF und empfahl sich mit starken Leistungen für einen Wechsel in eine europäische Topliga.
Aufgrund seiner Vielseitigkeit und Technik vergleichen ihn Experten bereits mit Spielern wie Martin Ödegaard oder Jude Bellingham.
Sollte er seine Entwicklung so rasant fortsetzen, könnte er in den kommenden Jahren einer der spannendsten Mittelfeldakteure in Europa werden.
Die nächste Chance zu glänzen, könnte Bergvall am 6. März im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League erhalten, dann treffen die Spurs auf AZ Alkmaar (ab 18.45 Uhr im LIVETICKER).