Premier League>

Die 67 Millionen Euro waren wohl doch gut investiert

Der Deal scheint sich auszuzahlen

Viktor Gyökeres scheint nach Startschwierigkeiten zur Höchstform aufzulaufen. Ist der Schwede das entscheidende Puzzleteil zur Meisterschaft?
Mikel Arteta spricht über die Erwartungen, die er an seinen Stürmer Viktor Gyokeres hat. Der Trainer der Gunners ist überzeugt, dass der Schwede noch sein Potenzial ausschöpfen wird.
Viktor Gyökeres scheint nach Startschwierigkeiten zur Höchstform aufzulaufen. Ist der Schwede das entscheidende Puzzleteil zur Meisterschaft?

Als Viktor Gyökeres tief in der Nachspielzeit in den Strafraum der Spurs „einbrach“ – und kein anderes Wort könnte besser zutreffen – , steuerte er unmittelbar auf die eigenen Fans zu.

Ein Raunen ging durch die mitgereisten Anhänger des FC Arsenal, während der massige Schwede, der in diesem Augenblick allen hehren Versprechungen seines Talents gerecht wurde, den hilflosen Tottenham-Gegenspieler Archie Gray wie ein Kleinkind wegdrückte und den Ball zum alles entscheidenden 4:1 gnadenlos in die Maschen donnerte.

„HE’S A GYOK AND ROLL STAR“, titelte der Daily Mirror am Montagvormittag riesengroß auf Seite eins.

Gyökeres wie ein Rockstar

Und tatsächlich hatte der 27-Jährige im nieseligen London am Sonntagabend wie ein Rockstar gewirkt: inklusive der Maske, die er nach jedem Tor mit beiden Händen symbolisch vor dem Gesicht bildet – eine Referenz auf den Superschurken Bane aus dem Batman-Universum, mit dem er sich identifiziert. Rockstar bedeutet eben nicht, der Gute zu sein.

Gut war Gyökeres vor allem nicht für die Abwehr von Tottenham, die durch sein körperliches aggressives Spiel so manches Mal in Verlegenheit geriet und sich dieser Wucht schon kurz nach der Pause geschlagen geben musste, als der Angreifer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung traf.

„Gyökeres ist stark, wenn es darauf ankommt“, schrieb The Sun nach der Partie – und Trainer Mikel Arteta hatte an jenem glanzvollen Abend einen „unglaublichen“ Stürmer gesehen.

Gyökeres‘ Mission

Dass es für Gyökeres, der in den vergangenen fünf Ligaspielen fünfmal getroffen hat, derart rund läuft und dass er womöglich jetzt zum entscheidenden Puzzleteil im Meisterrennen der Gunners wird, war nicht von Anfang an klar.

Der schwedische Nationalspieler war nach einer scheinbar endlosen Transfersaga im Sommer für rund 67 Millionen Euro von Sporting Lissabon nach London gewechselt. Seine Mission: den so ausgehungerten englischen Spitzenklub, der in den vergangenen Jahren ohne „echte“ Neun gespielt hatte, endlich zum Meistertitel schießen.

Doch so groß die Versprechungen eines Stürmers waren, der in der vergangenen Spielzeit 54 Pflichtspieltreffer für Sporting gemacht hatte, so hart war auch die Realität in London.

Nach einem ordentlichen Start erlebte Gyökeres gleich mehrere Durststrecken von zwischenzeitlich fünf (5. bis 9. Spieltag) oder sechs Ligaspielen (18. bis 23. Spieltag) in Folge ohne eigenes Tor.

Gyökeres als kraftvoller Bulle

Auch schien es, als habe Gyökeres Probleme mit dem schnellen, auf Technik ausgelegten Spiel der Gunners – ein bulliger Fremdkörper, der erst seinen Platz im Puzzle finden muss und nun offenbar erfolgreich war.

„Die Art und Weise, wie er sich durchsetzt, zeigt eine Dominanz, die man bei Arsenal selten gesehen hat“, resümierte die Daily Mail und skizziert damit die neue Realität des Klubs: einen Stürmer, eine Waffe zu haben, die vorher einfach nicht da war.

So ließ Trainer Arteta in den vergangenen Jahren mit Angreifern spielen, die für schnelles, technisch feines Spiel bekannt sind – siehe Gabriel Jesus oder Kai Havertz. Ein physisch kraftvoller Bulle, wie ihn Gyökeres darstellt, war indes nicht dabei – und so ging den Gunners im entscheidenden Augenblick immer die Puste aus. Beziehungsweise: Es fehlte eben das eine Puzzleteil.

„Ich finde, er hat insgesamt unglaublich gut gespielt, sowohl was seine Effizienz als auch seine Tore angeht. Er war heute wirklich sehr, sehr gut“, sagte Arteta am Sonntag. Ob es das beste Spiel des Schweden im Dress von Arsenal war? „Ich denke schon.“

Kommen weitere hinzu, könnte der Weg frei sein für Arsenals ersten Meistertitel seit 2004 – und Gyökeres als „Rockstar“ in die Geschichte des Klubs eingehen.

Abonniere den Fußball-Newsletter und bleib immer am Ball! Alle Tore, Transfers und News aus den internationalen Top-Ligen direkt in dein Postfach