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Erst Jubel, dann Rot: Wilder Abend für Maguire

Wilder Abend für Maguire

Im Kampf um die Teilnahme an der Champions League lässt Manchester United Punkte liegen. Ein Nationalspieler steht dabei im Zentrum.
Carrick lobt Fernandes, der am Sonntag den Premier-League-Rekord für die meisten Vorlagen in einer Saison bei Manchester United gebrochen hat.
Im Kampf um die Teilnahme an der Champions League lässt Manchester United Punkte liegen. Ein Nationalspieler steht dabei im Zentrum.

Manchester United hat im Kampf um die Champions League einen wichtigen Sieg aus der Hand gegeben. Der englische Fußball-Rekordmeister kam in der Premier League trotz zweimaliger Führung beim AFC Bournemouth nicht über ein 2:2 (0:0) hinaus.

Besonders im Zentrum stand dabei Harry Maguire. Erst wenige Stunden zuvor hatte Thomas Tuchel den Innenverteidiger nach langer Abstinenz wieder in die englische Nationalmannschaft berufen – am Freitag spielte sich der 33-Jährige sowohl positiv als auch negativ ins Scheinwerferlicht.

Maguire jubelt – und fliegt dann mit Rot

Beim zwischenzeitlichen Treffer zum 2:1 sprang Maguire nach einer Ecke am höchsten, forcierte so das Eigentor von Bournemouths James Hill – und ließ sich anschließend in Richtung Eckfahne laufend von seinen Teamkollegen feiern.

Alles schien auf einen Auswärtssieg für United, den vierten in den vergangenen fünf Partien, hinauszulaufen. Doch Maguire wusste sich nur sieben Minuten später nicht anders zu helfen als mit einem Halten gegen Evanilson. Die Folge: Notbremse, Rot – und Elfmeter!

Den anschließenden Strafstoß verwandelte der erst 19-jährige Eli Junior Kroupi (81.) und sicherte so den 2:2-Endstand.

„Hero to zero“ schrieb die Daily Mail zu Maguires Vorstellung: „Die Cherries frustrieren Michael Carrick und Co an der Südküste.“ Sehr ähnlich fiel auch die Schlagzeile des Mirror aus: „Vom Helden zum Bösewicht! Maguires Jubel wird zu Elend“.

Elfmeter gegen Maguire sorgt für Unverständnis

Andy Cole, einst selbst Stürmer von United, zeigte sich bei Sky nach dem Platzverweis empört: „Wenn man davon spricht, dass man leicht zu Fall kommt, dann ist er dort leicht zu Fall gekommen. Als Trainer ist man natürlich enttäuscht, Bruno Fernandes ist ebenfalls enttäuscht. Wenn man es genau betrachtet, worin liegt der Unterschied? Ich verstehe den Platzverweis, aber wenn wir über den Elfmeter selbst sprechen: Warum wird der eine gegeben und der andere nicht?“

Die beschriebene Szene der Aufregung: In der 66. Spielminute war Uniteds Amad Diallo im gegnerischen Strafraum nach einem Ziehen von Adrien Truffert ebenfalls zu Fall gekommen, dort aber blieb die Pfeife von Schiedsrichter Stuart Attwell stumm.

Groß war der Ärger entsprechend auch beim „United-Trainer Carrick: „Mein erster Gedanke ist, dass der Schiedsrichter definitiv eine Situation falsch entschieden hat, denn er hat für dieselbe Situation einen Elfmeter gegeben, während er bei einem Griff mit zwei Händen keinen gegeben hat.“

Es habe sich um „einen entscheidenden Moment“ gehandelt, „und ich verstehe nicht, wie man das eine geben kann und das andere nicht – das ist verrückt. Es ist so offensichtlich, wie es nur sein kann.“

Zuvor hatte Bruno Fernandes die Gäste mit einem Foulelfmeter in Führung (61.) gebracht, doch Ryan Christie glich schon sechs Minuten später aus.

So liegen die Red Devils mit 55 Punkten als Tabellendritter der Premier League vorerst sechs Punkte vor Titelverteidiger FC Liverpool auf Rang fünf.
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Mit Sport-Informationsdienst (SID)