Daniel Peretz musste lange warten. Beim FC Bayern saß er fast nur auf der Bank, auch beim Hamburger SV kam er nicht zum Zug. Stammtorhüter war er seit Jahren nicht. Doch beim FC Southampton bekommt er mächtig zu tun.
Bayern-Leihgabe weckt Begehrlichkeiten
Bayern-Leihgabe in England „kolossal“
Wer sich Highlight-Videos von den Spielen des israelischen Nationaltorhüters ansieht, erkennt schnell: In der zweiten Liga Englands geht es zur Sache. Hechtsprünge, blitzschnelle Reflexe und Flugeinlagen außerhalb des Strafraums: Peretz ist gefordert.
Was sagt derweil der Blick auf die Zahlen? Peretz kam bislang in 12 Spielen für seinen Leihklub zum Einsatz. Elf Gegentoren stehen fünf weiße Westen gegenüber. Eine einzige Niederlage musste er zu Beginn im Januar hinnehmen.
Peretz nächstes Jahr in der Premier League?
Und der Trend geht bei dem 25-Jährigen und Southampton nach einigen durchwachsenen Leistungen gerade in den letzten Wochen in die gewünschte Richtung. Seit elf Spielen mussten die Saints keine Niederlage mehr hinnehmen. In der Tabelle der Championship schob sich der Klub bis auf Rang sieben vor – die Plätze drei bis sechs qualifizieren sich hinter den beiden sicheren Aufsteigern für die Playoffs um den Sprung in die Premier League.
Für den Moment ist Peretz lediglich bis zum Ende der laufenden Saison an Southampton verliehen. Sollte der Sprung in die beste Liga der Welt gelingen, könnte er aber dennoch dabei sein. Denn ein Verbleib erscheint durchaus möglich.
Nach seiner starken Leistung im FA Cup gegen den Erstligisten FC Fulham – bei der er unter anderem mit sechs Paraden und mehreren Rettungstaten vor der Linie glänzte – wurde das Gerücht laut, dass sich Peretz im Sommer fest an den Verein aus dem Süden Englands binden könnte.
Laut kicker sind die Verantwortlichen des Vereins mit den Auftritten des Torhüters sehr zufrieden. Demnach werde nun intern geprüft, ob ein Transfer im Sommer möglich wäre. Dies könnte dem FC Bayern durchaus in die Karten spielen.
Bayern-Leihspieler zeigt „kolossale Leistung“
Die Münchner haben ihre Torwartstruktur ohnehin gerade verändert. Die Zukunft von Stammtorhüter Manuel Neuer ist weiterhin offen, intern wird Jonas Urbig aber bereits als potenzieller Nachfolger gehandelt. Dass Peretz für diesen künftig zum Herausforderer wird, ist im Moment nicht sehr wahrscheinlich. Im Sommer könnte es also durchaus zu einer Trennung kommen.
Die Bayern hatten Peretz 2023 für fünf Millionen Euro aus Tel Aviv geholt. Aktuell wird sein Marktwert von transfermarkt.de auf zwei Millionen Euro geschätzt. Diese Zahl könnte angesichts des sportlichen Trends durchaus bald steigen.
Gerade das Pokalspiel gegen Fulham sorgte für größere mediale Beachtung. Der Daily Echo bescheinigte Peretz eine „kolossale Leistung“ beim 1:0 im FA-Cup. Der Guardian beobachtete „brillante“ Paraden.
Der Keeper selbst genießt den Moment: „Jeder von uns hat das Gefühl, dass wir als Team mehr Kraft haben, und schaut euch an, was wir geleistet und erreicht haben!“, jubelte Peretz nach der Partie.
Peretz will „Großes erreichen“
So mancher Fan dürfte ihn bereits ins Herz geschlossen haben – was auf Gegenseitigkeit beruht: „Ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie uns zu einem Auswärtsspiel mit dieser Atmosphäre und dieser Unterstützung begleitet haben, denn wir haben sie heute wirklich gespürt.“
Und satt ist der Nationaltorhüter nach dem Coup im Pokal noch lange nicht. Er will auch in der Liga angreifen: „Gemeinsam können wir wirklich Großes erreichen.“
Den Tatendrang kann man Peretz schwerlich verdenken – er musste bekanntlich lange warten.