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Die große Diskussion um den Thron bei Manchester United

Holt ihn die Vergangenheit ein?

Trotz des Aufwinds von Manchester United beschäftigt den Klub eine zentrale Frage. Ein Experte nennt in diesem Zusammenhang einen deutschen Namen.
Sir Jim Ratcliffe, Miteigentümer von Manchester United, stand aufgrund eines Kommentars über die Einwanderung im Vereinigten Königreich unter Kritik. Nun äußert sich Interimstrainer Michael Carrick zu den Aussagen des Teilhabers der Red Devils.
Trotz des Aufwinds von Manchester United beschäftigt den Klub eine zentrale Frage. Ein Experte nennt in diesem Zusammenhang einen deutschen Namen.

„Wir sind vielleicht das schlechteste Team in der Geschichte von Manchester United.“ So bezeichnete United-Trainer Ruben Amorim sich und seine Mannschaft nach der 1:2-Niederlage gegen Brighton & Hove Albion im FA-Cup Anfang Januar. 

Nach der vergangenen Spielzeit, in der United mit Platz 15 die schlechteste Platzierung seit dem Abstieg 1974 „erspielte”, titelte die Daily Mail noch: „Man United ist eine Schande für sich selbst, seine Fans, Sir Alex Ferguson und den englischen Fußball.”

Champions League: United vor Rückkehr?

Der ruhmreiche Fußballklub hatte in seiner jüngeren Vereinsgeschichte endgültig den Boden erreicht.

Mitte März 2026 herrscht bei den Fans und Verantwortlichen der Red Devils plötzlich Jubel, Trubel, Heiterkeit. In der Liga rangiert der Traditionsklub derzeit auf Rang drei, und auch die Form erinnert an die besten Zeiten unter Sir Alex Ferguson. Von den vergangenen neun Partien gewann United sieben und musste nur bei der 1:2-Niederlage in Newcastle einen kleinen Rückschlag hinnehmen.

Der Lohn: Mit Platz drei nach 30 Spieltagen winkt die erste Teilnahme an der Champions League seit der Saison 2023/24.

Dieser Aufschwung muss mit einem Namen verbunden werden: Michael Carrick.

Der 44-jährige Engländer übernahm im Januar das „schlechteste Team der Geschichte von Manchester United“ (Amorim) und führte es in seit vielen Jahren unbekanntes Terrain zurück: unter die besten Mannschaften der Premier League. 

Ratcliffe will noch keine Entscheidung fällen

Nach der Saison 2021/22, in der er drei Spielen ungeschlagen blieb, übernahm der ehemalige United-Spieler den Klub zum zweiten Mal als Interimstrainer. Genau, Carrick ist nur interimsmäßig beschäftigt bei den Red Devils. Selbstredend stellen sich deshalb nun Fragen nach seiner Zukunft. 

Die Zentralste: Muss Manchester United den Ex-Profi jetzt zum Cheftrainer über die aktuelle Spielzeit hinaus machen. Oder anders formuliert: Ist Carrick wirklich bereit für den Thron bei den Roten Teufeln?

Eine Antwort müssen nun Miteigentümer Sir Jim Ratcliffe, der Ineos-Vorstandsvorsitzende, und sein Führungsstab finden. „Er leistet hervorragende Arbeit. Natürlich denken wir darüber nach. Aber es stehen noch sieben oder acht Spiele aus. Es ist noch eine Weile hin“, ließ sich der britische Milliardär bei Sky Sports in der Entscheidungsfindung nicht in die Karten schauen.

Ex-Profi und United-Legende Roy Keane äußerte sich ebenfalls zur Thematik und vertrat eine klare Meinung. „Ich würde es nicht tun“, sagte der Ire und fuhr fort: „Ich glaube, es gibt weitaus bessere Optionen für den nächsten Trainer von Manchester United.“ 

United-Trainer: Keane fordert Enrique, Simeone oder Tuchel

Auf Nachfrage nannte der als Haudegen bekannte Ex-Profi auch einige Namen. „Da gibt es jede Menge: Diego Simeone und Luis Enrique zum Beispiel. Versuch doch mal, die Besten zu finden. Tuchel hast du gerade erst erwähnt“, gab er schlagfertig zurück. Dass diese allerdings bei derzeit weitaus erfolgreicheren Top-Klubs unter Vertrag stehen, ließ Keane gekonnt unter den Tisch fallen.

Obwohl er Carrick für seine Arbeit lobt, sieht er bei einer Festverpflichtung vor allem einen zentralen Haken: „Um Manchester United zu trainieren, braucht man jemanden, der viel mehr Erfahrung darin hat, Titel zu gewinnen und in Europa zu bestehen, und das hat er nicht.“ 

Ganz anderer Meinung ist Wayne Rooney. Der heute 40-Jährige, der seine erfolgreichste Zeit ebenfalls bei ManUnited hatte, äußerte sich gegenüber BBC Radio 5 Live zur Personalie Carrick: „Er sollte den Job auf jeden Fall bekommen. Ich kenne seinen Charakter und seine Persönlichkeit. Es braucht jemanden mit kühlem Kopf, der sich hier aber auch auskennt. Die Spieler brauchten etwas Zuwendung, und die hat er ihnen gegeben.“

So stellte auch Rooney die eine brennende Frage: „Warum sollte man etwas ändern?“

Liefert die Vergangenheit einen Grund gegen Carrick?

Im Gegensatz zu Keane lieferte die Vergangenheit zumindest einen triftigeren Grund. Im Dezember 2018 übernahm mit Ole Gunnar Solskjaer bereits ein ehemaliger United-Profi als Interimstrainer die Nachfolge des damals entlassenen José Mourinho. Es folgte ein ähnlich beeindruckender Lauf mit 14 Siegen aus 19 Pflichtspielen, wofür der Norweger mit einer Festanstellung belohnt wurde.

Dauerhaft war dieses Kapitel aber nicht von Erfolg geprägt. Im Dezember 2021 trennten sich die Wege von Solskjaer und Manchester United nach einer sportlichen Krise. Den Verantwortlichen missfiel zu dieser Zeit vor allem die spielerische Weiterentwicklung und die Art des Fußballs. 

Ein Argument, das auch Keane im Zuge der Carrick-Thematik vorbringt: „Seine (Carricks, Anm. d. Red.) Aufgabe in den letzten Monaten bestand darin, Fußballspiele zu gewinnen. Ich weiß, dass das überall die Aufgabe eines Trainers ist, aber er hatte selbst als Trainer keinerlei Ablenkungen. Natürlich hat er das geschafft, und das rechne ich ihm hoch an, aber wenn er den Posten übernimmt, hat er andere Verantwortlichkeiten.“ 

United: Carrick berührt „Trubel“ nicht

Carrick selbst will übrigens nicht über die Saison hinausblicken: „Es ist nur Trubel, wenn man darauf achtet. Mich berührt das ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich bin gerade in dieser Situation, gebe mein Bestes und genieße es natürlich sehr. Aber was auch immer passieren wird, wird passieren.“ 

In den vergangenen Tagen hatte mit Jamie Carragher bereits ein weiterer TV-Experte einen Namensvorschlag für den Trainerposten bei United in den Hut geworfen. In seiner Kolumne bei The Telegraph bezeichnete er Unai Emery als „einen der besten, aber noch immer unterschätztesten Trainer Europas“ und nannte ihn als Kandidaten. Dieser wiederum verlor am vergangenen Wochenende mit Aston Villa gegen Michael Carricks United mit 1:3

Neben der Frage, ob sich Kult-Fan Frank Ilett jemals die Haare wieder schneiden darf, bleibt die T-Frage somit die brennendste Angelegenheit in der Hölle der Roten Teufel.

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