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"Ein giftiger Cocktail": Presse nennt Gründe für Slot-Aus bei Liverpool

„Er ging mit seinen Plänen zu weit“

Arne Slot und der FC Liverpool gehen ab sofort getrennte Wege. Die englische Presse sieht die Entscheidung als logische Konsequenz einer von Unruhe, schwachen Ergebnissen und internen Spannungen geprägten Saison.
Der FC Liverpool hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Arne Slot getrennt. Das gaben die Reds am Samstag bekannt.
Arne Slot und der FC Liverpool gehen ab sofort getrennte Wege. Die englische Presse sieht die Entscheidung als logische Konsequenz einer von Unruhe, schwachen Ergebnissen und internen Spannungen geprägten Saison.

Nach zwei Jahren ist Schluss: Der FC Liverpool und Cheftrainer Arne Slot gehen ab sofort getrennte Wege, wie die Reds am Samstagnachmittag verkündeten. Die Entscheidung rief ein großes Echo in der Presse hervor – vor allem auf der Insel, wo die Trennung nach einer schwachen Saison jedoch nicht überrascht.

„Die Unruhe unter den Fans hat zugenommen. Viele hatten sein Schicksal bereits besiegelt, als Liverpool im Herbst neun von zwölf Spielen verlor – eine Serie, die drei schmerzhafte Niederlagen in Folge gegen Manchester City, Nottingham Forest und den PSV umfasste, alle mit drei Toren Unterschied“, hieß es bei The Athletic.

Die Vereinsführung von Liverpool habe zwar die ganze Saison über hinter dem Trainer gestanden, „doch angesichts der Unzufriedenheit der Fans wäre es ein großes Risiko gewesen, mit Slot an der Spitze in die nächste Saison zu gehen“.

Slot-Aus bei Liverpool: „Störungen in der nächsten Saison vermeiden“

Auch The Guardian merkte die Unzufriedenheit im Umfeld des Klubs als eine Ursache für das Aus des Niederländers an. „Vor dem Hintergrund von Unruhen unter den Fans und innerhalb der Mannschaft kam Liverpool zu dem Schluss, dass Slots Weggang irgendwann unvermeidlich sei, und hat nun gehandelt, um Störungen in der nächsten Saison zu vermeiden.“

Die Tageszeitung fällte zudem ein eindeutiges Fazit und titulierte: „Eine Saison wie aus der Hölle.“ Die Reds beendeten die aktuelle Saison nur auf Platz fünf der Premier League – deutlich zu wenig für die eigenen Ansprüche, auch wenn der Rang durch den zusätzlichen Startplatz Englands am Ende für die Champions-League-Qualifikation reichte.

Slot, der Liverpool im Sommer 2024 als Nachfolger von Jürgen Klopp übernommen hatte, führte den Klub in seiner ersten Saison noch auf Anhieb zur 20. englischen Meisterschaft.

„Slot ging mit seinen Plänen zu weit und zu schnell“

Doch nicht nur die rein sportlichen Resultate in seinem zweiten Jahr kratzten an Slots Standing: Interne Spannungen machten sich unter dem 47-Jährigen breit, worauf unter anderem The Sun hinwies.

„Doch was wie ein Erfolgsrezept – ja, sogar wie die Vorherrschaft, zumindest im englischen Fußball – aussah, entwickelte sich bereits zu einem giftigen Cocktail“, urteilte die Boulevardzeitung. „Denn Slot ging mit seinen Plänen, die Reds zu revolutionieren, zu weit und zu schnell.“

So kam es zum Zerwürfnis mit Mohamed Salah. Nachdem Slot den Flügelstürmer mehrfach überraschend auf die Bank gesetzt hatte, attackierte dieser den Coach öffentlich, woraufhin der Niederländer ihn aus dem Champions-League-Kader strich.

Zoff mit Salah: „Er empfand die geplanten Änderungen als Beleidigung“

Salah habe von Slots Plänen nichts wissen wollen, schrieb The Sun weiter: „Er empfand die geplanten Änderungen im Spielstil als Beleidigung, nachdem er acht Jahre in Folge der beste Torschütze der Mannschaft gewesen war.“

Slot hatte generell Schwierigkeiten, die mit hochkarätigen Neuzugängen gespickte Mannschaft ins Rollen zu bringen. „Das Team, das er aufzubauen versuchte, scheiterte kläglich und verlor 20 Spiele – so viele wie seit 33 Jahren nicht mehr“, bilanzierte The Sun.

Der Trainer habe eine Ausrede nach der anderen vorgebracht, „doch die nackten Tatsachen waren, dass die Mannschaft nicht für ihn spielte, die Fans ihm ständig auf den Fersen waren und die sogenannte ‚Anfield-Familie‘ eine Familie im Krieg war“, konstatierte das Boulevardblatt.

Daher stehe fest: „Nur wenige werden den 47-Jährigen vermissen.“ Salah werde zudem denken, „dass Arne Slot genau das bekommen hat, was er verdient hat“.